Heute machen wir unsere letzte Tour mit Wayan. Der Wecker klingelt um 2:45 Uhr - wer hat sich nur diese Tour ausgedacht? Wayan holt uns pünktlich 03:30 Uhr im Hotel ab. Er hat schon mit seinem Fahrer die Fahrt von Denpasar nach Nusa Dua hinter sich. Im Auto erzählt uns Wayan, dass er mit seinen Neffen in der Disco war und uns dann abgeholt hat.
Wir haben uns wieder um 08:00 Uhr mit Wayan verabredet. Heute werden wir bei Candidasa schnorcheln und anschließend den Muttertempel Pura Besakih besichtigen.
Ich habe mir wieder 2 Einwegkameras für Unterwasseraufnahmen mitgenommen und auch unsere eigene Schnorchelausrüstung ist dabei. Es empfiehlt sich bei längeren Aufenthalt im Wasser ein T-Shirt anzuziehen und schon haben wir ein Problem. Unsere liegen im Hotel und so werden wir noch schnell in Candidasa einkaufen gehen. Wayan kennt sich hier bestens aus und im 2. Laden haben wir dann auch schöne T-Shirts gefunden und sehen auch die Holzdosen mit Kaffee und Tee gefüllt, welche wir schon im Gewürzgarten gesehen haben. Nur ist hier das Preisniveau ein ganz Anderes. Mit dem Boot wollen wir zur Insel Gili Mimbang um dort die Unterwasserwelt zu erkunden.
Es ist gerade Flut und wir werden in dem Boot ordentlich nass gespritzt. Meine Fotoausrüstung habe ich im Auto gelassen und jetzt bin ich froh darüber. Wir suchen uns eine Stelle aus und es geht ins Wasser. Die Strömung ist hier sehr stark und wir suchen eine andere ruhigere Stelle. Das Wasser ist sehr tief und die Strömung macht es unmöglich hier zu schnorcheln. Für Experimente fehlt die Erfahrung und die Kondition. Mit dem Boot fahren wir zu einer wesentlich flacheren Stelle und hier ist auch die Strömung etwas weniger vorhanden. Schnell ist der erste Film voll und ich muss die Kamera wechseln. Jetzt sehe ich erst wie weit ich wirklich abgetrieben bin. Auch Wayan ist mit im Wasser und ruft das Boot zu uns. Immer wieder treiben wir an schönen Korallen und Fischen vorbei und ich hoffe das die Fotos auch gelingen. Die Kraft lässt nach und das Boot bringt uns wieder an Land.
Mit den nassen Sachen steigen wir in das Auto und Wayan bringt uns zu seinen Eltern. In deren Bungalowanlage können wir duschen und uns umziehen. Wir bleiben noch ein bischen dort und lassen uns eine Melone schmecken.
Auf einer schmalen Straße fahren wir jetzt in das Hochland von Bali. Immer wieder hat man eine sehr schöne Sicht Richtung Süden und an einem Aussichtspunkt können wir das Auto abstellen. Wir machen eine kurze Rast und geniesen die Aussicht. Wenig später kommen wir an schönen Reisterrassen vorbei und bald ist es auch Zeit etwas zu Essen. Das Puri Boga Restaurant in Karangasem ist sehr beliebt und wir laden Wayan und seinen Neffen ein. Wie wir schon oft festgestellt haben ist es auch hier sehr leer. Die Touristen fehlen überall. Für 4 Personen mit Buffet und Getränken haben wir 350.000,-Rp zu zahlen - nicht mal 30,-Euro. Durch die großen Fenster hat man auch eine sehr gute Sicht auf die Landschaft hier oben.
Weiter geht die Fahrt Richtung Pura Besakih. Der Muttertempel wird von den großen Veranstaltern nicht mehr gern angefahren weil das Müllproblem an den Straßenrändern überhand genommen hat. Deshalb haben wir uns entschlossen mit Wayan hier hoch zu fahren. Der Müll ist wirklich keine gute Reklame für den Tempel und der Straßenzustand auch nicht. Das Auto müssen wir an einem Parkplatz abstellen und dann geht es zu Fuß weiter. Wayan zeigt uns einige Schäden die ein Erdbeben 2004 hinterlassen hat. In Besakih befindet sich die wichtigste hinduistische Tempelanlage von ganz Bali. Die Anlage ist 250 ha groß, auf sieben Terrassen aufgeteilt und viele Familien haben hier ihren eigenen Schrein.Man sollte es nicht versäumen bis hinauf zu steigen. Der wundervolle Ausblick von hier oben entschädigt für die Mühen des Aufstiegs. Der höchste Tempel befindet sich etwa in 1000m Höhe und bei uns kommt der Kreislauf in Schwung. Die vielen Stufen bis zum höchsten Tempel haben es in sich. Wir benötigen gut eine halbe Stunde von der ersten Terrasse bis nach oben. Eine kurze Pause und dann geht es wieder abwärts.
Ein schöner Tag geht zu Ende und wir vereinbaren für den 14.04.2005 die nächste Tour.
Im Hotel wird für das Barbecuedinner vorbereitet und anschließend gibt es wieder einen der balinesischen Tänze zu sehen.
Das Handy weckt uns nach einer fast schlaflosen Nacht. Hoffentlich ist das Hotel heute Abend etwas besser. Das Frühstück hat sich dem allgemeinen Niveau des Hotels angepasst. Wir packen unsere sieben Sachen und fahren zum Blanco Renaissance Museum.
In der privaten Galerie des verstorbenen Malers Don Antonio Blanco sind viele seiner Bilder ausgestellt. Einige finde ich sogar sehr schön und das will etwas heißen. Leider ist das Fotografieren und Filmen im Gebäude verboten und durch das Personal und diverse Videokameras ist man immer unter Kontrolle. Viele Bilder gehen ohne übergang in den Rahmen über - dieser Maler verstand sein Handwerk. Sehr viele Aktbilder sind auf den Etagen verteilt und für die wohlhabenden Besucher gibt es auch einen Verkaufskatalog. Auch in unserer Reisegruppe verhandelt ein Mann um dann doch ohne Bild in den Bus zu steigen.
Vorbei an den schönsten Reisterrassen Balis fahren wir zu den heiligen Quellen von Tirta Empul in Tampaksiring. Auch hier finden wir wieder die endlosen Reihen der Andenkenhändler und Verkaufsbuden. Die Quellen gelten bei den Einheimischen als heilkräftig und deshalb besuchen sie gern die nach Geschlecht getrennten Badebecken. Um die Quellen des Pakerisan Flusses wurde im Jahr 962 ein kleiner Tempel errichtet und über mehrere Stufen fließt das Wasser in diese Becken.
Gegen 11:00 Uhr fahren wir zu einem Gewürzgarten den wir nach etwa 20 Minuten erreichen. Eine Sammlung verschiedener Gewürzpflanzen und exotischer Früchte zeigt den Besuchern die Vielfalt der hier angebauten Produkte. Unser Reiseleiter hat auch ein paar Tipps zu einigen Früchten auf Lager. Nach der Führung wird Kaffee oder Tee serviert und der Duft von frisch gerösteten Kaffee zieht zu uns herüber. Natürlich hat auch dieser Gewürzgarten einen Verkaufsladen und schon wechseln verschieden Aromen und Duftwässerchen den Besitzer. Eine schöne Holzdose mit Kaffee hat uns auch gefallen aber der Preis ist uns hier viel zu hoch. Später kaufen wir die Dose in Candidasa für weniger als die Hälfte.
Der Himmel zieht wieder zu und es beginnt zu regnen. Die Hoffnung auf einen schönen Blick über den See Batur schwindet immer mehr. Weil wir hier auch gleich noch unsere Mittagspause verbringen haben wir etwas Zeit und hoffen auf eine Wolkenlücke. Nur einige Sekunden ist etwas von dem See zu sehen und dann kommt schon der nächste Schauer gezogen. Es schüttet und hört so schnell nicht auf. Mit riesigen Regenschirmen des Restaurants können wir zum Bus laufen und bleiben wenigsten trocken. Den schönen Ausblick können wir uns nur auf einer Postkarte ansehen - leider.
Durch atemberaubende Berglandschaften fahren wir weiter Richtung Nordküste. Der Regen lässt wieder nach und wir erreichen den Fruchtbarkeitstempel Pura Beji in Sangsit. Dieser Tempel ist der Fruchtbarkeitsgöttin Sri Dewi gewidmet und gehört zu den bedeutendsten Nordbalis.
Wir fahren an der Küste entlang zu unserem Hotel Bali Taman Resort. Es regnet leicht und die Bungalows sind mit dem typischen Bad im Freien ausgestattet. Die Toilette ist zwar überdacht aber das Wasser spritz überall herum. Einige unserer Reisegruppe tauschen ihre Bungalows gegen einfache Zimmer mit innenliegenden Bad. Wir hoffen auf besseres Wetter und bleiben im Bungalow. Unser Reiseleiter hat einen Vorschlag für das Abendessen gemacht. Wir wollen mit dem Bus zu einem Fischrestaurant fahren und dort den Abend verringen. Der größte Teil der Gruppe schließt sich dem Vorschlag an. ULAM SEGARA Bungalow & Restaurant steht auf der Rechnung und wir sind jetzt satt und müde. Der Regen hat aufgehört und wir können unser Bad benutzen ohne zusätzliche Dusche von oben.