Wieder klingelt das Handy 06:00 Uhr zum Wecken und nach dem Frühstück fahren wir in den Nebelwald von Santa Elena. Der Wetterbericht verspricht uns Sonnenschein und der ist im Nebelwald sehr selten. Trotzdem nehmen wir die Regenjacken mit, denn so sicher ist sich unser Reiseleiter auch nicht. Die Fahrt zum Selvatura Park ist kurz.
Nun muss sich jeder entscheiden, welche Aktivitäten er unternehmen will. Am Vormittag werden wir gemeinsam eine Wanderung durch den Nebelwald unternehmen. Später besteht die Möglichkeit die Canopytour und /oder die Hängebrückentour zu machen und das Schmetterlingshaus, das Reptilienhaus und die Kolibris zu besuchen. Jede Aktivität kostet extra und ist nur mit den entsprechenden Tickets möglich.
Kurz vor halb neun beginnen wir unseren Ausflug in den Nebelwald. Peter hat viele Informationen über die Flora und Fauna und unser Busfahrer hält als letzter Mann die Gruppe zusammen. Es ist schön öfter vorgekommen, dass jemand den Anschluss verloren hat und gesucht werden musste. Zum Filmen und Fotografieren lasse ich mich auch immer zurückfallen, den ich möchte nicht immer die Reisegruppe mit auf den Bildern und die Geräusche auf dem Video haben. Die Bilder im Format 16:9 sind Standbilder, welche ich aus den Videos exportiert habe.
Jede freie Stelle ist bewachsen. Farne, Moose und Flechten nutzen ihre Anpassungsmöglichkeiten und wachsen an den unmöglichsten Stellen. Obwohl die Sonne scheint, hängen an vielen Pflanzen noch Wassertropfen und die ermöglichen das üppige Wachstum in dieser Region. Bromelien und Orchideen gedeihen praktisch an jeder Möglichkeit, die sich bietet. Ein Wirbelsturm hat im letzten Jahr auch das Nebelwaldgebiet Santa Elena nicht verschont. Sehr viele der großen Urwaldriesen sind umgestürzt oder die Stämme sind abgeknickt. An einigen Stellen wurden die Wanderwege wieder freigeschnitten. Die Stämme liegen aber noch umher und sind teilweise schon wieder bewachsen. Nach 2 Stunden sind wir an einem Aussichtspunkt angekommen und Peter hat mit allen Fotoapparaten ein Gruppenfoto gemacht.
Nachdem wir den ersten Teil des Rundganges gemeinsam geschafft haben, nehmen wir Peters Angebot an und machen noch eine große Runde zusätzlich. Hier ist der Nebelwald noch schöner als im ersten Teil. Wir gehen am Anfang immer bergab an einem Bachlauf entlang. Der Weg ist auch sehr gut ausgebaut und vor allem trocken. Immer wieder sehen wir sehr schöne Baumfarne mit ihren breiten Wedeln. Für Tierbeobachtungen ist die Gruppe aber einfach zu laut. Ich möchte nicht wissen, wie viele Augen uns aus dem Dschungel beobachtet haben.
Wir entschließen uns noch vor dem Mittagessen den Weg über die Hängebrücken zu gehen. Das Wetter ist sehr schön und zum Essen ist es noch etwas zu früh. Diese Wanderung sollte man unbedingt machen. Im Gegensatz zur Canopytour kann ich hier die Aussicht wirklich genießen und habe die Möglichkeit auch stehen zubleiben, wenn mir etwas gefällt. Der Weg führt über 8 Hängebrücken, wobei auch zwischen den Brücken teilweise lange Wegstrecken zu laufen sind. Insgesamt ist die Hängebrückentour etwa 3 km lang. Die längste Brücke ist 157 m lang und befindet sich in einer Höhe von 65 m über dem festen Boden. Die Brücken machen einen gepflegten, sicheren Eindruck und schaukeln auch nicht sehr viel. Nur wenn sich noch andere Personen auf den Brücken bewegen, ist fotografieren und filmen nicht möglich. Durch die Lichtverhältnisse ist die Belichtungszeit schon sehr lang und es stört jede andere Bewegung. Ich habe deshalb mein externes Blitzlicht angebaut und sehr viele Bilder mit einem höheren ISO-Wert aufgenommen. An jeder Konstruktion stehen neben der Brückennummer noch die Höhe und Tiefe auf einer großen Tafel. Manchmal kann man auch die nächste Brücke sehen oder hat einen Blick auf die schon zurückgelegte Strecke. Sehr oft hat man auch die Möglichkeit die Canopyteilnehmer zu sehen bzw. zu hören. Die Seile verlaufen in einem etwas größeren Kreis als die Hängebrücken. Alle Wege sind komplett mit Rasengitterplatten ausgelegt und mit Kies gefüllt. Leider sind die Löcher in den Platten nicht mehr richtig voll und so strengt mit der Zeit das Laufen auf den Platten sehr an. Hinter der Brücke 6 beginnt ein sehr langer Wegabschnitt und wir dachten schon den Überblick verloren zu haben. Es zeigten sich auch die ersten schwarzen Wolken am Himmel und wir wollten trocken zum Ausgangspunkt gelangen. Zum Glück waren wir aber auf dem richtigen Weg und nach 2 Stunden wieder zurück.
Nach dem Essen haben wir dem Schmetterlingshaus einen Besuch abgestattet. Die ehemalige Tennishalle ist der größte Schmetterlingspark Zentralamerikas. Ohne Führung kommt man aber nicht hinein. Wir schließen uns einer englischsprachigen Führung an und gehen in der Halle allein weiter. Viele Wege und eine große Plattform ermöglichen sehr gute Beobachtungen der Schmetterlinge. Es sind nicht sehr viele Besucher in der Halle. Heute Vormittag sind bei Sonneneinstrahlung die Schmetterlinge mehr geflogen als jetzt. Einige dunkle Wolken lassen die Insekten träge werden und sie verstecken sich deshalb im Bewuchs der Halle. Eine Stunde haben wir hier verbracht und jetzt ist es Kaffeezeit. Auf dem Weg zum Restaurant fängt es natürlich an zu regnen. Wir sind gleich wieder im Trockenen, aber von uns sind noch Einige im Nebelwald unterwegs.
Im Souvenirladen des Selvatura Parks haben wir uns die DVD "Simbiosis" gekauft und die sehen wir uns im Bus an. Diese DVD aus dem Jahr 2004 gibt es nur noch recht selten, weil es schon weitere Teile gibt. Die Bilder und die Musikuntermalung sind Entspannung für die Sinne.
Heute geht ein großer Teil unserer Reisegruppe in ein Restaurant essen. Peter hat eine lange Tafel reservieren lassen und das Essen ist sehr gut aber auch nicht billig. Auf Fisch habe ich hier oben lieber verzichtet und mich wieder für Rindslende entschieden. Auf so viele Gäste war man nicht vorbereitet und entsprechend langsam ist die Bedienung und die Küche.
Auf das Volksfest habe ich heute keine Lust, denn ein Gewitter kündigt sich an.
Heute holt uns Wayan 08:30 Uhr ab. Das erste Ziel ist der Vogelpark nordöstlich von Denpasar. Der morgendliche Berufsverkehr ist in der Hauptstadt schon vorbei und gegen 10:00 Uhr sind wir am ersten Etappenziel. Die Eintrittspreise passen überhaupt nicht auf diese Insel, denn 13,75 US$ je Person sind schon sehr heftig. Bei einem Kurs von 1:9400 sind wir mit 258.500,-Rp dabei. In der Nähe des Eingangsbereiches kann man sich mit großen Papageien fotografieren lassen. Wir machen unsere eigenen Fotos und sind auch zufrieden. Im Gegensatz zu dem Vogelpark in Singapore kommt man hier viel näher an die Volieren heran und kann durch die Gitterstäbe fotografieren. Der Park in Bali ist nicht sehr groß und hat doch seine Reize. Besonders die große Voliere mit der Aussichtsplattform in der Mitte hat mir sehr gut gefallen. Eine der Attraktionen ist die Anlage mit den Komodowaranen. Warum sich der Vogelpark mit den Echsen beschäftigt und dem gegenüberliegenden Reptilienpark die Schau stiehlt wissen sicher nur wenige Leute. Nach gut einer Stunde haben wir den gesamten Vogelpark besichtigt und gehen in den Reptilienpark nebenan. Auch hier ist noch einmal Eintritt zu entrichten. Eine kleine Reisegruppe ist nicht bereit noch einmal zu zahlen und verzichtet auf den Besuch.
Der kleine Reptilienpark hat uns noch besser gefallen als sein Gegenüber. Wir haben die großen Phytons bei der Fütterung gesehen (es gab Ente am Stück) und konnten uns über die große Artenvielfalt der Geckos ein Bild machen. Viele Schlangen sind hinter Glas zu beobachten - auch die einheimische Königskobra. Einige Leguane sind auch zum anfassen gedacht und das abgebildete Männchen schillert in allen Farben. Die Komodowarane werden hier nicht so schön präsentiert wie nebenan und die Tiere sind hier auch kleiner. Nach etwas 45 Minuten ist man durch den Park gelaufen und hat alles gesehen.
Jetzt werden wir wir nach Denpasar zum Shoppen gehen. Unser erster Enkel ist unterwegs und in Bali sind die Kindersachen für einen Bruchteil des deutschen Preises zu haben. Wayan hat selber ein kleines Kinder und wir dürfen sogar seine Rabattkarte nutzen. Der große Laden rund um das Kind heißt "Clandy's Grosir" und liegt in Denpasar. Dieser Einkauf hat sich schon mal gelohnt.
Ein großes 24 Stundeneinkaufszentrum in Denpasar hat ausgerechnet heute geschlossen und wir fahren weiter in das Nächste.
Es ist Zeit etwas zu essen. In einem großen Einkaufscenter haben wir die Qual der Wahl. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Gut einkaufen kann man hier natürlich auch und es gibt viele Rabattaktionen.
In einer Gärtnerei wollen wir uns einen Frangipani mitnehmen. Allerdings sind diese Exemplare für den Transport viel zu groß. Nur gut das hier eine Gärtnerei neben der Anderen ist und wir werden fündig. 50.000,-Rp hält Wayan für zu viel Geld, aber dafür bekomme ich in Deutschland nicht einmal einen Steckling. Damit wir bei der Ausreise keine Probleme bekommen, lassen wir uns eine Rechnung schreiben.
Jetzt zeigt uns Wayan die verschiedenen Möbelhersteller der Region. Zuerst fahren wir in eine große Lagerhalle. Das ein oder andere Stück könnte ich mir gut in unserer Wohnung oder im Garten vorstellen. Die Teakholzmöbel sind gut verarbeitet und preiswert. Ich entdecke aber auch einige Risse im Holz. Die Auswahl ist riesig und wir gehen von einer Lagerhalle in die Nächste.
Sehr viel mehr gefallen uns die Sitzgruppen aus Bananenblättern oder Lotosstängeln. Vom Aufbau sind sie unseren Korbmöbeln ähnlich aber viel weicher von der Oberfläche. Eine hochschwangere Frau sitzt in der Lagerhalle und flechtet gerade einen Sessel aus Lotosstängeln. Grundgestelle und fertige Garnituren sind hoch aufgestapelt. Es ist heiß und es riecht nach Farbe. Lange halte ich es in der Halle nicht aus. Auch wer nicht die Absicht hat hier die Lager zu räumen, sollte sich die Zeit nehmen und auch mal hinter die Kulissen sehen.