Nach einem ausgezeichnetem Frühstück machen wir uns bald auf den Weg, denn wir haben heute wieder ein volles Programm. Das erste Etappenziel ist das buddhistische Kloster und Meditationszentrum in dem Dorf Banjar. Durch enge Straßen und langgezogene Dörfer führt uns der Weg immer bergauf. Von hier oben hat man einen schönen Panoramablick über die Küstenregion. Der Brahma Arama Vihara ist der einzige buddhistische Tempel im Norden Balis. Immer wieder fallen einige Tropfen vom Himmel und langsam drängt die Zeit zum Weiterfahren. Wir werden einen weiteren Tempelbesuch ausfallen lassen und dafür den Wochenmarkt in Singaraja und einen Wasserfall besichtigen.
Bis zur alten Hauptstadt Balis ist es nicht weit und bald haben wir unser Ziel erreicht. Hier kommen die Touristenbusse nicht so oft vorbei und der Markt ist wirklich auf die Bevölkerung und nicht auf Urlauber ausgerichtet. Es regnet in Strömen und das Wasser sucht sich seinen Weg in die Markthalle. Die große Halle ist dicht, aber in den Seitengängen besteht das Dach nur aus Zeltplanen und dort kommt das Wasser durch. Die Gänge sind sehr eng und unsere große Reisegruppe sorgt oft für Stau. Hier wird alles angeboten was ein Balinese so braucht. Gewürze, Obst, Gemüse, Werkzeuge und Bekleidung - ein typischer Markt eben. Wir haben noch etwas Zeit zur freien Verfügung und nutzen die Zeit zum Stadtbummel. Der Regen hat aufgehört und sofort sind die Mopeds wieder auf der Straße. Der Verkehr ist heftig und Regeln gibt es nicht. Ein Polizist kassiert Parkgebühren und hält auch mal für die Fußgänger den Verkehr an.
Die Fahrt geht weiter zu dem Wasserfall Air Terjun Gitgit und es regnet wieder sehr heftig. Ein Teil der Gruppe bleibt im Bus weil sie auf so ein Wetter nicht vorbereitet sind. Wir ziehen die Regenjacken über und laufen los. Auch hier sind die Verkaufsstände auf den gesamten Weg verteilt. Einige der Verkäuferinnen sind sehr aufdringlich und versuchen die Touristen in ihren Laden zu ziehen. Der Weg ist sehr rutschig und jeder passt auf das er nicht hinfällt. Am Wasserfall gibt es überdachte Unterstände und so können wir wenigsten hier die Kameras herausholen. Der feine Nebel des Wasserfalles setzt sich aber schnell auf den Linsen ab und sorgt für störende Reflexionen. Durch den vielen Regen der letzten Tage ist der Wasserfall schon imposant. Den Rückweg beginnt jeder für sich und es dauert lange bis die Gruppe wieder zusammen ist. Kaum sind wir am Bus hört der Regen wieder auf. Auf dem Weg zum Bratansee machen wir bei einer Affenhorte halt. Eine Balinesin verkauft Futter und schon sind die Affen zur Stelle. Bananen und Erdnüsse werden in Massen verfüttert und viele Autos halten hier an. Einer der Affen versucht aus einer leeren Coladose noch einige Tropfen heraus zuschütteln. Hier sind die Tiere noch nicht so frech und wir müssen nicht auf Brillen und Mützen aufpassen. Das Futter ist schnell alle und die Affen verschwinden in den Bäumen.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Bratansee. Der Pura Ulun Danu Bratan liegt malerisch auf einer Landzunge bzw. auf einer kleinen Insel im See. In der schönen Parkanlage sind auch Trompetenblumen und Weihnachtssterne gepflanzt. Diese, bei uns als Topfpflanzen bekannten Blumen sind aber hier große Sträucher und Bäume. Wer auf Schlangen und Echsen steht kann sich hier mit diversen Tieren fotografieren lassen. Die Japaner sind dabei in ihren Element und stehen in der Schlange für ein Foto mit Dieser. Wie an jeder Sehenswürdigkeit gibt es natürlich auch hier Buden und Stände. Dem großen Stand mit Orchideen und anderen Pflanzen statten wir einen Besuch ab. Leider hat der Händler keine Jungpflanzen im Sortiment.
Es ist schon nach 14:00 Uhr und nun wollen wir zu einem Restaurant mit Blick auf schöne Reisterrassen. Die Fahrt ist kurz und alle haben Hunger. Das Restaurant liegt sehr schön an einem Hang und am Horizont kann man schon den Ozean sehen. Den Ausblick von der anderen Straßenseite kennen wir, denn hier haben wir vorgestern schon mit Wayan angehalten. Etwas über eine Stunde halten wir uns hier auf und dann fahren wir Richtung Tanah Lot.
Es ist immer noch stark bewölkt und sicher werden wir auch heute keinen Sonnenuntergang sehen. Vor 2 Tagen war auch noch Flut und es ist niemand auf die andere Seite gekommen. Heute ist Ebbe und die Leute stehen an der Süßwasserquelle an. Von unten hat man nicht die richtige Perspektive für den Horizont. Deshalb nehmen wir die Treppe links hinauf auf die Klippen. Hier oben ist ein Getränkestand neben dem Anderen und viele Tische und Bänke warten auf die Besuchermassen. Von allen Seiten wird man angesprochen und hat erst seine Ruhe wenn man sitzt und Getränke bestellt hat. Es haben sich nicht viele Touristen hier hoch verlaufen und ich kann mir nicht vorstellen das es bei schönen Wetter mehr sind. Durch die Verkaufsstände an den Parkplätzen gehen wir zurück zum Bus. Diesmal gehen wir nicht mit leeren Händen.
Das letzte Stück zu den Strandhotels ist nicht mehr lang. Sehr schnell sind diese 3 Tage vergangen und wir haben viele Sehenswürdigkeiten von Bali gesehen. Wir hatten nicht das beste Wetter, aber auch auf Bali hat der Wettergott keinen Kalender. Im April muss man eben mit dem ein oder anderen Schauer rechnen und im Hotel erfahren wir das hier im Süden das Wetter wesentlich besser war.
Heute wollen wir eine Tour in den westlichen Teil unternehmen. Von unserem Guide werden wir 08:00 Uhr im Hotel abgeholt. Die einzelnen Ziele haben wir uns schon vor längerer Zeit ausgesucht. Als Fahrer hat Wayan seinen Neffen am Lenkrad und hat so kann er viel mehr erklären und uns zeigen. Das Auto hat eine gut funktionierende Klimaanlage und auch sonst ist der Wagen sehr gepflegt.
Wir verlassen die Urlauberregion und fahren Richtung Norden. Wayan spricht sehr gut deutsch und so ist die Fahrt recht kurzweilig. Gegen 10:00 Uhr machen wir eine Pause an diesem Aussichtspunkt. Es ist eine Hotelanlage und die Bungalows reichen bis an die Reisfelder heran. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf die Reisterrassen und die Berge im Hintergrund.
Eines meiner Hobbys sind Orchideen und deshalb fahren wir zu einem typisch balinesischen Markt, welcher noch nicht von den Touristenbussen angefahren wird. Eine kleine Gärtnerei hat eine sehr gute Auswahl an blühenden Pflanzen und auch Flaschenware. Ich suche mir 2 Flaschen mit Sämlingen aus und Wayan verhandelt für mich den Preis. Die Flaschen sind ordentlich beschriftet und ich hoffe das auch die Sorten drin sind welche auf dem Etikett stehen. Langsam spazieren wir an den verschiedenen Marktständen vorbei und decken uns mit Paranüssen, Vanilleschoten und Macadamianüssen ein. Auch ein Paar Hauslatschen wechselt den Besitzer. Der Markt macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Ich nehme noch 2 Bintang mit und die Fahrt kann weiter gehen.
Hinter dem kleinen Ort Asahpanji gibt es einen schönen Aussichtspunkt auf die beiden Seen Danau Buyan und Danau Tamblingan. Wir nutzen die Gelegenheit und machen erst mal Mittagspause. Auf der anderen Straßenseite gibt es ein Warung mit dem besten balinesischen Kaffee der Insel. Im Schatten der Bäume kann man gut sitzen und den Ausblick auf beide Seen geniesen.
Als nächstes Ziel haben wir uns einen Wasserfall bei Munduk ausgesucht. Durch die Niederschläge der letzten Tage hoffen wir auf ein Anschwellen des Wasserstandes. An einem Parkplatz machen wir halt und zu Fuß geht es weiter. Der Wegweiser an der Straße gibt als Entfernung 500 Meter an. Es geht immer bergab in den tropischen Wald hinein. In der Ferne hört man schon das Wasser in die Tiefe stürzen. Der Weg ist sehr nass und rutschig - feste Schuhe sind hier von Vorteil. Der Wasserfall ist eine Augenweide und die Vegetation gibt ihm einen grünen Rahmen. Ich mache einige Aufnahmen und nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Rückweg. Unterwegs pflücken wir noch einige Kaffeebohnen und hoffen das uns in Deutschland die Anzucht gelingt. Der Weg zurück ist schon etwas schwerer. Der Höhenunterschied und die Luftfeuchtigkeit bringen den Kreislauf in Schwung.
Als nächstes Ziel stehen die Reisterrassen in der Nähe von Jatiluwih auf dem Reiseplan. Mit dem Auto sind es etwa eine Stunde Fahrzeit bis zum Ziel. 3300 Rp pro Person Eintritt und 1500 Rp Gebühr für das Auto sind zu zahlen. Bei einem Kurs von 1:12000 ist es ein lächerlicher Betrag.
Wir lassen das Auto stehen und gehen zu Fuß ein Stück weiter. Mit Wayan wandern wir durch die Reisfelder und lassen uns den Reisanbau und die Bewässerungsanlagen erklären.
Es ist schon 14:30 Uhr und wir haben heute noch einiges vor. Weiter geht die Fahrt zum Tempel Batukaru. Diese sehr schöne Anlage sollte sich jeder Balibesucher ansehen. Alle Hinweisschilder sind auch auf deutsch beschriftet. Bei einem Rundgang durch die weitläufige Anlage kommt man auch an einem künstlichen See vorbei. Der Tempel in dessen Mitte ist nur per Floss erreichbar. Die großen Fische im See lassen auf reichlich Opfergaben schließen.
Eine halbe Stunde später erreichen wir den Schmetterlingspark bei Wanasari. Weil weniger Schmetterlinge fliegen als üblich sind wir mit 6 US$ Eintritt (25% Rabatt) dabei. Immer wieder versuche ich die Schmetterlinge zu fotografieren und zu filmen. Selten bleiben die Tiere länger an einer Stelle sitzen und erst in dem Aufzuchtkäfig sind die jungen Schmetterlinge ruhig genug damit ich einige Bilder machen kann. Dafür ist hier das Licht nicht hell genug und der Blitz muss helfen. Wir verbringen fast eine Stunde hier und fahren dann weiter Richtung Tanah Lot.
Der Wassertempel ist auch die letzte Station unserer Rundreise, welche übermorgen beginnt, aber wir wollen heute die Gelegenheit nutzen und hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang. Schon am Parkplatz wird man von Verkäufern erwartet und die vielen Verkaufsstände ziehen sich bis zum Tempel. Diesmal sind auch viele Kinder dabei, sie müssen Postkarten im 30er Pack an die Touristen verkaufen. Es sind sehr viele Kinder unterwegs und pausenlos wird man angesprochen. Die Preise in den Shops sind der guten Lage angepasst. Das Angebot ist sehr gut und Preise kann man ja verhandeln. Wir sind am Tempel angekommen und dicke Wolken vereiteln alle Aussichten auf den Sonnenuntergang des Jahres. Wir kaufen einer jungen Frau ein Paket Postkarten ab und haben wenigstens einige Bilder als Erinnerung. Wayan nutzt die Gunst der Stunde und verhandelt mit der Frau über einige schöne Karten aus der Sammlung und hat Erfolg. Gegen 18:00 Uhr geben wir die Hoffnung auf und fahren wieder Richtung Hotel.
Einen Teil unserer Einkäufe vergessen wir natürlich im Auto und müssen erst mal eine SMS an Wayan schicken. Wenigstens die Orchideen habe ich im Rucksack. Den ganzen Tag braute sich am Himmel etwas zusammen und am Abend kommt ein kräftiger Schauer herunter.