Der heutige Tag wird wieder sehr lang. Aber wir haben heute auch einige Höhepunkte auf dem Programm. Nach einem dürftigen Frühstück im Toplandhotel sind wir zu Fuß unterwegs zum Wat Phra Sri Rattana Mahathat. Schon kurz nach 07:00 Uhr wird auf einem kleinen Markt gekocht und es riecht nach allerlei leckeren Sachen. Für einen Rundgang haben wir noch Zeit und so können wir uns einen Überblick über das Angebot verschaffen. Die Reisegruppe nutzt die Gelegenheit und kauft frisches Obst für den Tag ein.
Unser erstes Ziel ist der Tempel der großen Reliquie Wat Phra Sri Rattana Mahathat Maha Worawihan, auch kurz Wat Yai genannt. Ursprünglich hatte der Wat einen lotosförmigen Chedi, der dann durch einen Prang im Ayutthaya Stil ersetzt wurde. Die Anlage entstand Mitte des 14. Jahrhunderts unter König Borommatrailokanat von Ayutthaya. Von 1868-1910 wurde der Wat umfassend restauriert. Der Phra Buddha Chinarat im westlichen Wihan ist eine in ganz Thailand verehrte Buddha-Statue und zieht viele Gläubige und Besucher an. Wir sehen uns 45 Minuten in der Tempelanlage um und müssen dann schon weiter.
Kurz vor 09:00 Uhr wechseln wir das Fahrzeug. Unser Bus fährt leer weiter und wir sind jetzt mit Ochsenkarren auf Tour. Es ist eine gelungene Abwechslung und wir sind 20 Minuten unterwegs zum Wat Si Chum. Natürlich gibt es für die Fahrgäste auch leihweise den tratitionellen Strohhut für die Fahrt, denn die Sonne meint es heute wieder besonders gut mit uns. Es dauert einige Minuten bis alle Erinnerungsfotos gemacht sind und die Gruppe vollzählig weiter gehen kann.
Das Kloster südwestlich der Stadtmauern ist eine der beeindruckendsten Sakralbauten der Region Sukhothai. Ein 15 m hoher und 11 m breiter Buddha aus stuckverzierten Ziegelsteinen ist in einem nur unwesentlich größeren Gebäude untergebracht. Die Besichtigung ist schon nach wenigen Minuten vorbei.
Nach einigen Minuten Busfahrt sind wir am Höhepunkt des heutigen Tages angekommen. Wir besuchen den historischen Park Sukhothai. Die Ruinenstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde von 1964-1988 restauriert. Die Stadt hatte eine Ausdehnung von 1,4 km mal 1,8 km und war von Wassergräben und Erdwälle umgeben. Für eine ausgedehnte Besichtigung fehlte es uns aber wieder einmal an Zeit. Wir haben nur eine Stunde und hätten mindestens den halben Tag hier verbringen müssen. Die Anlage ist sehr schön und auch gepflegt. Als ordnungsliebender Touri nutzt man auch die aufgestellten Behälter und dann war es auch fast passiert. Eine Viper (lt. unserem Reiseleiter) hat sich unter einem Papierkorb Schatten gesucht und meine Frau ist mit einem Fuß unter den Korb getreten...... Als sich der Kreislauf wieder beruhigt hatte, war natürlich der Rundgang gelaufen. Auf Begegnungen dieser Art ist man nicht vorbereitet und es hätte auch anders ausgehen können.
Wir fahren weiter Richtung Chiang Mai an grünen Reisfeldern vorbei. Hoch in einem Baum hängt ein Nest der schwarzen Ameisen. Diese thailändische Delikatesse wird hier in Öl frittiert und zum Verkauf angeboten. Wir haben noch einen weiten Weg bis Lamphun vor uns und machen nur die nötigtsten Pausen. Wir überqueren eine Gebirgskette und machen auf einem Berg halt. Im buddhistischen Thailand glauben man nicht an Götter sondern an Geister. Es wird auch alles unternommen um die Geister zu beschwichtigen und zu beeinflussen. Hier oben stehen tausende Geisterhäuser und unüberschaubar ist die Vielfalt der Minibauwerke. Jedes vorbei fahrende Fahrzeug versucht durch lautes Hupen die Geister wohlwollend zu beeinflussen. Für unseren Bus wird einen lange Kette Blitzknaller gezündet - ein sehr lautes Spektakel. Es gibt auch die Möglichkeit Lebensmittel zu spenden und man macht trotz der Hitze davon Gebrauch. Auf einem Tisch liegen 4 Schweineköpfe und 4 offene Flaschen Bier.
Unser nächstes Reiseziel ist die Stadt Lamphun. Wir wollen den Wat Phra That Haripunchai besichtigen. Die Anlage stammt vermutlich aus dem Jahr 1044. Der 46 m hohe Chedi stammt aber aus dem Jahr 897. An der Bibliothek hängt unter einem Pavillon ein riesiger Gong. Er wurde 1860 gegossen und gilt als größter Gong der Welt. Der Tempel ist in einem hervorragenden Zustand und auch die Außenanlagen sind einen Blick wert. Wir bleiben etwa 45 Minuten hier und fahren dann weiter nach Chiang Mai.
Im "The Empress Hotel" bleiben wir 2 Nächte. Zu dem Hotel gehört auch noch ein Einkaufstempel und man muss nicht einmal das Gebäude verlassen um shoppen zu gehen. So viel Zeit bleibt heute dazu auch nicht mehr, denn gegen 19:00 Uhr fahren wir noch zu einem typischen Kantoke-Abendessen mit thailändischer Folklore. Schon die Begrüßung ist ansprechend und es scheint ein angenehmen Abend zu werden. Die Größe des Saales lässt auf Massentourismus schließen, aber es bleiben einige Tische leer. Das Essen ist wirklich sehr lecker und es wird aufgefüllt bis alle satt sind. Die Bedienung ist sehr umsichtig und aufmerksam. Auch die kulturellen Einlagen sind sehenswert. Jeder Gast bekommt sogar eine Seite mit der "deutschen" Erklärung der Tänze. Die Zeit vergeht wie im Flug und 22:00 Uhr wollten wir auf den kürzesten Weg zurück in das Hotel fahren. Unser Busfahrer hatte aber einen anstrengenden Tag hinter sich und so wurde die Fahrt etwas länger als geplant. Eine Abkürzung folgte der Anderen aber er hat das Hotel noch gefunden.
Nach einem ausgezeichnetem Frühstück machen wir uns bald auf den Weg, denn wir haben heute wieder ein volles Programm. Das erste Etappenziel ist das buddhistische Kloster und Meditationszentrum in dem Dorf Banjar. Durch enge Straßen und langgezogene Dörfer führt uns der Weg immer bergauf. Von hier oben hat man einen schönen Panoramablick über die Küstenregion. Der Brahma Arama Vihara ist der einzige buddhistische Tempel im Norden Balis. Immer wieder fallen einige Tropfen vom Himmel und langsam drängt die Zeit zum Weiterfahren. Wir werden einen weiteren Tempelbesuch ausfallen lassen und dafür den Wochenmarkt in Singaraja und einen Wasserfall besichtigen.
Bis zur alten Hauptstadt Balis ist es nicht weit und bald haben wir unser Ziel erreicht. Hier kommen die Touristenbusse nicht so oft vorbei und der Markt ist wirklich auf die Bevölkerung und nicht auf Urlauber ausgerichtet. Es regnet in Strömen und das Wasser sucht sich seinen Weg in die Markthalle. Die große Halle ist dicht, aber in den Seitengängen besteht das Dach nur aus Zeltplanen und dort kommt das Wasser durch. Die Gänge sind sehr eng und unsere große Reisegruppe sorgt oft für Stau. Hier wird alles angeboten was ein Balinese so braucht. Gewürze, Obst, Gemüse, Werkzeuge und Bekleidung - ein typischer Markt eben. Wir haben noch etwas Zeit zur freien Verfügung und nutzen die Zeit zum Stadtbummel. Der Regen hat aufgehört und sofort sind die Mopeds wieder auf der Straße. Der Verkehr ist heftig und Regeln gibt es nicht. Ein Polizist kassiert Parkgebühren und hält auch mal für die Fußgänger den Verkehr an.
Die Fahrt geht weiter zu dem Wasserfall Air Terjun Gitgit und es regnet wieder sehr heftig. Ein Teil der Gruppe bleibt im Bus weil sie auf so ein Wetter nicht vorbereitet sind. Wir ziehen die Regenjacken über und laufen los. Auch hier sind die Verkaufsstände auf den gesamten Weg verteilt. Einige der Verkäuferinnen sind sehr aufdringlich und versuchen die Touristen in ihren Laden zu ziehen. Der Weg ist sehr rutschig und jeder passt auf das er nicht hinfällt. Am Wasserfall gibt es überdachte Unterstände und so können wir wenigsten hier die Kameras herausholen. Der feine Nebel des Wasserfalles setzt sich aber schnell auf den Linsen ab und sorgt für störende Reflexionen. Durch den vielen Regen der letzten Tage ist der Wasserfall schon imposant. Den Rückweg beginnt jeder für sich und es dauert lange bis die Gruppe wieder zusammen ist. Kaum sind wir am Bus hört der Regen wieder auf. Auf dem Weg zum Bratansee machen wir bei einer Affenhorte halt. Eine Balinesin verkauft Futter und schon sind die Affen zur Stelle. Bananen und Erdnüsse werden in Massen verfüttert und viele Autos halten hier an. Einer der Affen versucht aus einer leeren Coladose noch einige Tropfen heraus zuschütteln. Hier sind die Tiere noch nicht so frech und wir müssen nicht auf Brillen und Mützen aufpassen. Das Futter ist schnell alle und die Affen verschwinden in den Bäumen.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Bratansee. Der Pura Ulun Danu Bratan liegt malerisch auf einer Landzunge bzw. auf einer kleinen Insel im See. In der schönen Parkanlage sind auch Trompetenblumen und Weihnachtssterne gepflanzt. Diese, bei uns als Topfpflanzen bekannten Blumen sind aber hier große Sträucher und Bäume. Wer auf Schlangen und Echsen steht kann sich hier mit diversen Tieren fotografieren lassen. Die Japaner sind dabei in ihren Element und stehen in der Schlange für ein Foto mit Dieser. Wie an jeder Sehenswürdigkeit gibt es natürlich auch hier Buden und Stände. Dem großen Stand mit Orchideen und anderen Pflanzen statten wir einen Besuch ab. Leider hat der Händler keine Jungpflanzen im Sortiment.
Es ist schon nach 14:00 Uhr und nun wollen wir zu einem Restaurant mit Blick auf schöne Reisterrassen. Die Fahrt ist kurz und alle haben Hunger. Das Restaurant liegt sehr schön an einem Hang und am Horizont kann man schon den Ozean sehen. Den Ausblick von der anderen Straßenseite kennen wir, denn hier haben wir vorgestern schon mit Wayan angehalten. Etwas über eine Stunde halten wir uns hier auf und dann fahren wir Richtung Tanah Lot.
Es ist immer noch stark bewölkt und sicher werden wir auch heute keinen Sonnenuntergang sehen. Vor 2 Tagen war auch noch Flut und es ist niemand auf die andere Seite gekommen. Heute ist Ebbe und die Leute stehen an der Süßwasserquelle an. Von unten hat man nicht die richtige Perspektive für den Horizont. Deshalb nehmen wir die Treppe links hinauf auf die Klippen. Hier oben ist ein Getränkestand neben dem Anderen und viele Tische und Bänke warten auf die Besuchermassen. Von allen Seiten wird man angesprochen und hat erst seine Ruhe wenn man sitzt und Getränke bestellt hat. Es haben sich nicht viele Touristen hier hoch verlaufen und ich kann mir nicht vorstellen das es bei schönen Wetter mehr sind. Durch die Verkaufsstände an den Parkplätzen gehen wir zurück zum Bus. Diesmal gehen wir nicht mit leeren Händen.
Das letzte Stück zu den Strandhotels ist nicht mehr lang. Sehr schnell sind diese 3 Tage vergangen und wir haben viele Sehenswürdigkeiten von Bali gesehen. Wir hatten nicht das beste Wetter, aber auch auf Bali hat der Wettergott keinen Kalender. Im April muss man eben mit dem ein oder anderen Schauer rechnen und im Hotel erfahren wir das hier im Süden das Wetter wesentlich besser war.