Thermalquellen

Ausritt im Nationalpark Rincon de la Vieja

Heute bin ich schon wach, als das Handy zum Wecken klingelt. Die Sonne lächelt schon durch das Fenster und es soll warm werden. Das Frühstück ist etwas enttäuschend auf das Notwendigste reduziert. Vor allem die Obstauswahl ist bescheiden.

Für den heutigen Tag gibt es 3 Auswahlmöglichkeiten. Man kann die große Runde reiten, die kleinere Runde wandern oder auf dem Hänger eines Traktors durchgeschaukelt werden. ACosta Rica 2008 Rundreise Reitenm Anfang der Rundreise waren bei Befragungen die Reiter in der Minderheit, aber durch Peters Überzeugungsarbeit reitet heute fast die ganze Gruppe. Treffpunkt ist schon um 08:15 Uhr an der Pferdekoppel. Je nach Gewichtsklasse des Reiters oder der Reiterin werden die Pferde ausgesucht. Viele, auch wir, haben noch nie auf einem Pferd gesessen und sollen nun durch das Gelände reiten. Die Benutzung eines Helmes ist freiwillig, aber für die Folgen eines Unfalles ohne Helm ist jeder selbst verantwortlich. Peter gibt uns eine kurze Einweisung und dann geht es schon los. Beim Aufsteigen melden sich die ersten Nähte meiner Hose als nicht ganz sattelfest. Es sind nur ein paar Fäden gerissen und es ist noch nichts Schlimmeres passiert. Im Rucksack ist neben der Technik noch ein größerer Getränkevorrat untergebracht.

Ein Gam ersten Haltepunktuide reitet an der Spitze und einer am Schluss. Peter und unser Busfahrer Carlos haben schon wesentlich mehr Erfahrung und halten die Gruppe zusammen. Die ersten Minuten reiten wir im 1. Gang auf einem breiten Weg und schon kurz hinter der Lodge sieht ein Guide Pumaspuren im Sand. So nah hatte ich die Raubkatzen nicht an der Lodge vermutet. In der Ferne hören wir schon die andere Gruppe hinter uns und wir treiben die Pferde etwas an. Mit der Zeit geben auch die Pferde ihre Positionskämpfe auf und schön hintereinander geht es jetzt ins Gelände. Nach genau einer Stunde sind wir in der Nähe des ersten Wasserfalls angekommen. Jeder muss sCosta Rica 2008 Rundreise Reiten Pause an einem Wasserfallich natürlich den Namen seines Pferdes merken oder es an anderen Merkmalen wieder erkennen. Die restlichen Meter geht es zu Fuß ziemlich steil bergab. Der Weg ist sehr staubig so das man die Farbe der Schuhe nicht mehr erkennt. Der Wasserfall ist nicht spektakulär aber wir haben ja auch hier noch Trockenzeit und es hat schon längere Zeit nicht geregnet. Die Zeit reicht für eine kurze Pause und den ersten Erfahrungsaustausch. Die andere Gruppe kommt gerade an, als wir wieder aufbrechen.

Diesmal sind es nur 30 MCosta Rica 2008 Rundreise Reiten Wasserfall als Rutscheinuten bis zum nächsten Wasserfall. Hier haben wir die Möglichkeit für ein erfrischendes Bad. Der Wasserfall wird auch als Rutschbahn genutzt. Ein Guide ist ein richtiger Künstler und rutscht in allen Varianten den Felsen herunter. Das Umkleiden geht recht unkompliziert und schon sind Einige im Wasser. Die Wassertemperaturen sind für eine Erfrischung gut, aber als warm würde ich es nicht bezeichnen. Wir halten uns eine halbe Stunde auf und reiten dann zum letzten Wasserfall weiter. Beim Aufsitzen geben die Nähte meiner Hose mit einem lauten Geräusch plötzlich nach. Bis auf einige cm habe ich jetzt 2 Hälften an. Wer den Schaden hat, ....Costa Rica 2008 Rundreise Reiten der nächste Wasserfall.

Unser letztes Ziel ist ein etwas größerer Wasserfall in der Nähe der zur Lodge gehörenden heißen Quellen. Das Gelände wird etwas anspruchsvoller aber man merkt, das die Pferde den Weg täglich gehen. Wichtig für den Reiter ist nur die entsprechende Gewichtsverlagerung. Das Reiten macht wirklich Spaß und es gibt auch noch keine körperlichen Beschwerden. Von hier aus machen wir eine Wanderung zu den heißen Quellen in der Nähe. Der Weg führt über eine lange Hängebrücke der einfachen Bauart. Einen anderen Weg gibt es nicht. Die Brücke macht nicht den gepflegtesten Eindruck und schaukelt auch noch sehr viel. Jeder ist froh, wenn er die andere Seite erreicht hat. Die noch folgenden kleinen Hängebrücken sind dagegen Spielerei. Die Wanderung dauert etwa 35 Minuten und an der letzten Etappe gibt es auch das Mittagessen. Die Getränke kann man hier auch auf das Zimmer schreiben und die Wertsachen im Schließfach lassen. Dheiße Quellen ie Wasserbecken haben unterschiedliche Temperaturen, wobei 41°C das wärmste Wasser ist. Nach dem Essen beginnen wir aber mit der Sauna und dem anschließenden Schlammbad. Mit Lavaschlamm eingeschmiert lassen wir uns in der Sonne trocknen. Der Schlamm bekommt feine Risse und man sieht sich plötzlich um Jahre in die Zukunft versetzt. In einem Spiegel kann man sich altern sehen. Das künstliche Altern verschwindet aber unter der Dusche und es dauert, bis der Schlamm aus allen Poren heraus ist. Vorher darf man nicht in die SchwimmbeckeGewitterregenn. Es ist die pure Erholung nach dem längeren Ritt am Vormittag. Wir haben hier auch etwas mehr Zeit bis zum Treffen für die letzte Etappe. Man kann sich hier auch entscheiden mit dem Traktor oder zu Fuß den Weg zur Lodge zu nehmen. Uns macht das Reiten aber Spaß und die letzten Kilometer werden im hohen Tempo absolviert. Immer wieder werden die Pferde angetrieben denn am Horizont zieht ein Gewitter auf. Wir erreichen noch trocken und staubig die Lodge und sind froh unter der Dusche stehen zu können. Die Gruppe Amerikaner nach uns hat es nicht mehr geschafft. Die Reiter sind gleich an der Bar geblieben und die Pferde haben den Weg nach Hause selbst gefunden. Die Dachrinne hat das Wasser nicht mehr ableiten können. Schon nach wenigen Minuten bildeten sich die ersten Seen. Zum Abendessen war das Gewitter wieder vorbei. Mit unseren Taschenlampen haben wir noch einen Nachtspaziergang gemacht und riesige Aga-Kröten und einen Skunk beobachtet.

Rio Frio - Thermalquelle - Arenal

Wir haben heute einen langen Tag vor uns. 06:30 Uhr klingelt der Wecker im Handy, 07:00 Uhr gibt es Frühstück und die Abfahrt ist für 08:00 Uhr geplant. Am Vormittag wollen wir eine Bootstour auf den Rio Frio machen. Wir werden mit dem Bus bis Los Chiles etwa 2 Stunden unterwegs sein.Leguan in Muelle

Wir fahren vom Hotel El Tucano nach Norden und biegen in Muelle nach Los Chiles ab. Nach 1,5 km machen wir an einer Brücke eine kleine Pause. Hier werden Leguane mit Futter angelockt und eine größere Anzahl kann man direkt an der Brücke und auf den umliegenden Bäumen beobachten. Auf der Brücke sollte man den Verkehr nicht übersehen. Es sind schon Touristen aus Angst in die Tiefe gesprungen. Es gibt außerdem genügend Standorte, von denen man die Leguane filmen und fotografieren kann. eine Ananasplantage

Schon nach wenigen Kilometern sind wir an einer Ananasplantage angekommen. Die süßen Früchte sind ein wichtiges Exportgut Costa Ricas. Ein Teil der Felder sind schon abgeerntet. Wir können aber auch noch Ananasfrüchte an der Pflanze bewundern. Viele aus unserer Gruppe haben solche Plantagen schon in anderen Ländern gesehen und Peter hält sich mit seinen Ausführungen kurz. Die Gegend wird landwirtschaftlich sehr intensiv genutzt. Zuckerrohr, Ananas und Orangen sind die Hauptanbauprodukte. Auf dem Bild sieht man einen großen LKW, welcher mit Orangen beladen ist. Die Plantagen gehören meistens der Tico Fruit, einem der großen Arbeitgeber der Region.eine Zuckerrohrfabrik

Nur 5 Minuten später machen wir kurz an einer Zuckerrohrfabrik halt. Auf großen Förderbändern wird das Zuckerrohr entladen. In nur wenigen Minuten ist die Ladung eines Sattelzuges in der Maschine verschwunden. Traktoren ziehen mehrere Anhänger zum Entladen. Solche Konstruktionen habe ich bisher noch nie gesehen. Der Schornstein der Fabrik ist nicht sehr hoch und doch schon aus der Ferne zu sehen. Die schwarze Rauchsäule steigt fast senkrecht in den Himmel.

Wir haben aber noch vieles vor und müssen weiter fahren. Nach gut einer Stunde haben wir Los Chiles an der Grenze zu Nicaragua erreicht. Von hier aus wollen wir eine BootBoot auf dem Rio Friostour auf den Rio Frio unternehmen. Die andere Gruppe sucht sich ein schmales Boot aus, welches einen großen Nachteil hat. Man muss die ganze Zeit auf seinem Platz bleiben und kann nicht zum Fotografieren die Position wechseln. Unser Boot ist wesentlich breiter, hat genügend Platz zum Sitzen und eine Plattform im vorderen Bereich. Unser Bootsführer kann uns in den nächsten 3 Stunden beweisen, wie gut seine Augen sind und wie er das Boot beherrscht. Peter wird den Guide tatkräftig unterstützen und uns viel über Flora und Fauna erzählen. Unser Boot fährt in Richtung der Grenze zu Nicaragua. Das Gebiet Cano Negro ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete Costa Ricas. Seine Größe beträgt etwa 100 km². Costa Rica 2008 Rundreise Cano Negro KapuzieneraffenIn diesem Gebiet gibt es Pflanzen und Tiere, welche nur hier vorkommen. Cano Negro ist vor allem für seinen Vogelreichtum bekannt. Es dient als Zwischenstation für viele Zugvögel, sodass man bisher schon über 300 Vogelarten gesichtet hat. Auch einige Säugetiere leben in dem Naturschutzgebiet. Aber man muss schon etwas mehr Glück haben, um Pumas, Jaguare oder sogar ein Tapir zu sehen. Affen haben wir sehr zahlreich in den Bäumen gesichtet. NCosta Rica 2008 Rundreise Cano Negro Kaimaneben den Kapuzineraffen konnten wir auch Brüllaffen und Klammeraffen beobachten. Ständige Begleiter sind die zahlreichen Kaimane an den Ufern. Wir fahren über die Grenze ein Stück in das Nachbarland hinein. Hätte unser Reiseleiter nichts gesagt, wäre es keinem aufgefallen. Wir haben sehr viel von der Flora und Fauna gesehen - die großen Säugetiere aber nicht. Betrachtet man den Touristenverkehr auf dem Fluss, ist es auch kein Wunder. Nachdem wir gewendet haben, gibt unser Bootsführer etwas mehr Gas. Trotzdem findet er immer noch Tiere am Flussufer und wir nehmen uns die Zeit für kleine Fotopausen. Viele Aufnahmen am Ufer sind ohne Blitzlicht nicht möglich. Dafür ist es im Unterholz einfach zu dunkel. Die Flussfahrt war sehr schön und das Essen wartet schon.

Peter hat schon heute früh das Essen bestellt. Neben Reis und schwarzen Bohnen gab es Huhn oder Rind zur Auswahl. Mit einiger Verspätung treffen wir 13:30 Uhr am Restaurant ein. Die Bohnen schmecken hier besser als im restlichen Land. Die Wirtin hat uns sogar einige Details der Zubereitung verraten. Endlich gibt es einmal ein landestypisches EsseCosta Rica 2008 Rundreise Arenal Heiße Quellenn.

Wir verlassen die Region im Norden und fahren wieder in Richtung Arenal. In San Carlos machen wir eine Pause und ich nutze die Möglichkeit an einem Geldautomaten die ersten Colones zu ziehen. Auf der Abrechnung steht später ein Kurs von 1:768,9279. Der starke Euro macht sich hier bemerkbar. Unser nächstes Ziel sind die Baldi Thermalquellen am Fuße des Arenal. Handtücher sind im Preis enthalten und ein Schließfach ebenfalls. Für 2 Stunden wollen wir uns hier erholen und die verschiedenen Badetemperaturen testen. Das ktropischer Garten bei den Baldi Thermalquellenälteste Becken hat 38°C und es ist eine Steigerung bis 67°C möglich. Das Becken mit einer Wassertemperatur von 45°C ist das Wärmste, welches wir ertragen haben. Die wärmeren Becken sind auch fast alle ungenutzt. Die Thermalbecken sind in einen schönen tropischen Garten eingebettet. Am höchsten Becken befinden sich 2 Wasserrutschen und ein großer Gartenbereich mit schönen Wegen zum Spazieren gehen. Den Vulkan Arenal hat man immer im Blickfeld. Der Zeitpunkt für den Besuch der Quellen ist sehr gut gewählt. Es ist nicht mehr so voll und laut. Die Kameras und Handtücher haben wir immer im Blickfeld oder jemand aus unserer Reisegruppe bewacht unsere Sachen. Überall stehen Liegen und man kann sich nach dem Baden ausruhen. Weil es schon langsam dunkel wird, muss man aufpassen, dass man dabei nicht einschläft. Die Bars und Lokale haben wir nicht genutzt. Vor allem die Trinks an der Bar sind sehr preisintensiv. Peter hatte uns im Vorfeld schon darauf aufmerksam gemacht. Auch hier vergeht die Zeit sehr schnell und für 18:30 Uhr ist die Abfahrt eingeplant.

Jetzt wollen wir uns den aktiven Vulkan von der Nordwestseite ansehen. Wir verlassen die gut ausgebaute Straße und biegen in einen Schotterweg ab. Unser Bus hat immer noch eine defekte Batterie und die Lichtmaschine schafft die Beleuchtung, Klimaanlage und andere Verbraucher nicht vollständig mit Strom zu versorgen. Also wird die Klimaanlage abgestellt. Die Temperatur im Bus steigt natürlich schnell an und die Scheiben beschlagen. Der Arenal zählt zu einem der aktivsten Vulkane der Erde. Mit etwas Glück ist die Sicht auf den Vulkankegel weiterhin frei und er ist gerade aktiv. Im Dunkeln kann man die Lava oder herabstürzende Gesteinsbrocken dann sehr gut sehen. Kurz vor dem Ziel hat sich ein Unfall ereignet. Ein PKW hat im Dunkeln eine Straßeneinengung übersehen und liegt auf dem Dach. Die Abschleppfahrzeuge haben alle Mühe das Auto wieder auf die Straße zu bekommen. Dabei blockieren sie die Brücke über die wir wollen. Die restlichen Meter gehen wir zu Fuß. Immer wieder sehen wir glühende Steine den Hang herunter fallen. Die Spitze des 1650 m hohen Berges ist dabei leider in Wolken verhüllt. Trotzdem sehen wir ein kleines Feuerwerk des Arenal. Wir haben sehr viel Glück mit dem Wetter, denn einige aus unserer Reisegruppe waren schon öfter hier und haben heute das erste mal eine aktive Phase des Arenal, bei relativ guter Sicht, gesehen.

Zum Abendessen gehen wir heute in ein Steakhaus. Das Essen ist ein Traum und mit 62 USD für 2 Personen sogar preiswert. Gegen 22:30 Uhr sind wir wieder im Hotel angekommen.