Gabi

Von Mombasa über Nairobi in die Masai Mara

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Heute ist der 08.03.2003 und wir müssen bis 05:00 Uhr am Flughafen Mombasa sein. Wir haben uns im Hotel ein Taxi bestellt und hoffen das der Fahrer auch pünktlich ist. Das Flugzeug ist fast ausgebucht und viele einheimische Geschäftsleute nutzen die schnelle Verbindung in die Hauptstadt. Am Flughafen werden wir schon von unserem Fahrer mit dem Geländewagen abgeholt. Wir müssen noch zu Gabi in die FirmaKenia Safari 2003: Nairobi um den Restbetrag zu bezahlen. Quer durch Nairobi fahren wir in eine etwas bessere Wohngegend. Gabi erwartet uns schon und die Formalitäten sind schnell erledigt.  Kenia Safari 2003: Rift ValleyWir bekommen einen schicken Safarihut geschenkt und erhalten eine kurze Einweisung über den Verlauf der Safari. Der Geländewagen steht uns rund um die Uhr zur Verfügung und Francis wird uns alle Wünsche von den Lippen ablesen. Es gibt keine maximale Anzahl der Pirschfahrten und auch die gekühlten Getränke für unterwegs sind im Preis enthalten.

In Nairobi fallen uns die sauberen Straßen und der dichte Verkehr auf. Dagegen ist Mombasa eine kleine verschlafene Provinzstadt. Auf der Stadtautobahn sind wir schnell unterwegs und fahren dann auf sehr guter Straße in Richtung Rift Valley. Gegen 11:00 Uhr erreichen wir nach etwa 20 Km den Aussichtspunkt der Ngong Berge und machen Pause. Vor uns liegt der große ostafrikanische Grabenbruch und hier müssen wir erst mal durch. Ein sehr schöner Ausblick über die mehr als 1000m tiefer liegende Ebene. Sofort wird man von Souvenirverkäufern angesprochen die hier natürlich reichlich Kundschaft haben. Wir sind aber schon etwas braun gefärbt und nicht die richtige Zielgruppe. Mit dem Fernglas sehen wir die Straße auf der wir das Rift Valley durchqueren wollen.

Kurvenreich geht es immer bergab. Im oberen Abschnitt stehen die LKW an der Seite, welche die lange und steile Strecke nicht nach oben geschafft haben. Jetzt geht es nach oben flüssig und auf unserer Seite stehen die Fahrzeuge mit Bremsproblemen und defekten Reifen. Es ist die reinste Materialschlacht. Nur wenige Kilometer fahren wir noch auf der A104 entlang und müssen dann auf die Straße in Richtung Narok abbiegen. Die Schlaglöcher werden immer mehr und teilweise haben die Kleinbusse und Geländewagen eine eigene Spur neben der Straße angelegt. Schwer beladene LKW hinterlassen eine riesige Staubwolke die der Wind in das Umland weht. Große Maisfelder werden bearbeitet und bewässert. Einige Männer stehen am Straßenrand und füllen die Schlaglöcher mit Schotter und Sand. Francis hält manchmal an und gibt den Männer etwas Geld. Die Leute stehen freiwillig in der Mittagshitze und versuchen die Straßen auch für die großen LKW befahrbar zu halten. Landschaft in der Masai Mara Kenia Als Dank halten die Fahrer an und geben Geld oder auch Lebensmittel und Wasser. Auffällig ist die hohe Zahl der Polizeikontrollen. Warum nur? Wie überall in Kenia sieht man Kleinbusse die überladen über die Pisten rasen. Die billigste Art um von A nach B zu kommen. Die hohen Unfallzahlen und die Materialschäden an LKW und PKW zwingen zu diesen massiven Kontrollen. Auch einige Kleinbusse der Safarianbieter stehen defekt am Straßenrand und Urlauber warten seit Stunden auf ein Ersatzfahrzeug.

An einer einsamen Hütte machen wir Rast. Dieser Laden bietet alles was Touristen in dieser einsamen Gegend brauchen. Toiletten, Getränke, Schnitzereien, Masaischmuck und andere Souvenirs. Weiter fahren wir nun auf festen Wegen, kommen zu einem Kontrollpunkt und einige Geldscheine wechseln den Besitzer. Die ersten Tiere sind zu sehen und gegen 15:00 Uhr sind wir an der Voyager Safari Lodge. Schnell duschen, umziehen, essen und 16:00 Uhr geht die erste Pirschfahrt los. Francis ist ein erfahrener Tierfotograf, hat selbst seine Kamera dabei und damit habe ich alle Voraussetzungen für gute Bilder. Er kennt die Masai Mara sehr gut und hat Augen wie ein Adler. Ein deutsches Tierlexikon liegt für alle Fälle auf dem Beifahrersitz. ein Pavian in der Masai Mara Kenia Kaum haben wir die Lodge verlassen, entdeckt er dieses große Pavianmännchen mit Nachwuchs in einem Baum. Wir können uns im Geländewagen ausbreiten und so liegen Digitalkamera, Camcorder und Fernglas immer griffbereit. Der Getränkevorrat ist auch aufgefüllt, denn die Sonne brennt immer noch auf der Haut.

Die meisten Tiere haben sich unter den Bäumen niedergelassen und warten darauf das die Sonne langsam am Horizont verschwindet. 2 Löwinnen schlafen direkt auf unserem Weg. In der Masai Mara darf man zu den Tieren fahren und die Wege verlassen aber trotzdem benutzen die Fahrer immer die gleichen Strecken.ein Löwe in der Masai Mara Kenia Langsam verlassen die Weidetiere ihren Unterstand und beginnen zu fressen. Auch die Löwen werden langsam munter und sehen sich die Speisekarte an. Das große Löwenmännchen kommt direkt auf unseren Geländewagen zu und nimmt ihn als Deckung. Ich versuche die Kamera ruhig zu halten denn die Lichtverhältnisse sind um 18:50 Uhr nicht mehr gut. An das Blitzlicht neben mir habe ich nicht gedacht. Wenn die Sonne untergeht sollten alle Wagen wieder in den Unterkünften sein. Francis Kenia Safari: Sonnenuntergangmeldet sich per Funk in der Lodge und langsam fahren wir in Richtung Marafluss. Mit einem schönen Untergang verabschiedet sich die Sonne für heute.

Wir sind wieder in der Voyager Safari Lodge. Wer denkt hier gibt es nur Fertiggerichte hat sich sehr geirrt. Ein großes Lagerfeuer wird angezündet und am Grill wird das Fleisch frisch zubereitet. Auch die Camps und Lodges werden mit Sternen ausgezeichnet und die Leistung spiegelt sich dort wieder. Die Zimmer sind schön hergerichtet und sogar Kerzen als Notbeleuchtung sind aufgestellt. Sogar an einen schöner Obstkorb für den kleinen Hunger zwischendurch haben sie gedacht. Der Strom wird nur zeitweise in die Zimmer geschalten. Wer dann vergisst seine Akkus zu laden kann das nur noch an der Rezeption machen. Ich habe gelesen das es Nachts sehr kühl werden kann, aber die Wärmflaschen in den Betten sind doch etwas übertrieben. Die Geräusche der Wildnis und die nächtliche Unterhaltung der Nilpferde im Fluss verhindern ein schnelles Einschlafen.

ein Ausflug zum Hallerpark

Heute wollen wir einen Fußmarsch zum Hallerpark machen. Gestern sind wir 2 mal am Eingang des Parks vorbeigefahren und haben die Entfernung auf etwa 8 km geschätzt. In einem Steinbruch der größten Zementfabrik Afrikas hat der Schweizer Rene Haller ein Naturparadies entstehen lassen und in jedem Reiseführer wird dieser Park als lohnendes Ausflugsziel genannt. Kenia: Hallerpark Wegweiser am Strassenrand

Wir verlassen das Hotel und machen uns auf den Weg. Verlaufen können wir uns eigentlich nicht denn wir müssen der Straße Richtung Mombasa folgen und nur den Eingang nicht verpassen. Kaum sind wir auf den Fußweg schon haben wir diverse Angebote. "Papa, Mama Taxi?" Keiner kann verstehen warum wir freiwillig zu Fuß unterwegs sind und nicht in einem Auto mit Klimaanlage sitzen. Wir nutzen den Schatten großer Bäume um nicht unnötig in der Sonne zu laufen. Die erste Zeit sind immer noch Hotels in der Nähe und Bettler nicht weit aber langsam werden die Gebäude und Bäume weniger. Der Weg streckt sich gewaltig in die Länge und nur dieses Schild zeigt uns das wir noch nicht vorbei gelaufen sind. 2 Stunden in der Sonne und es ist Mittagszeit.

2 Kenianer überholen uns und haben mitbekommen das wir deutsch sprechen. Schon sind wir im Gespräch und der Weg bis zum Hallerpark soll nicht mehr so lang sein. Einer der beiden bringt uns zum Eingang und wir verabreden uns für den nächsten Tag. Wir haben knapp 3 Stunden gebraucht und damit waren es sicher mehr als 8 Km.

  Kenia: Hallerpark GiraffenDer Eingang des Parks ist auch gleichzeitig der ersehnte Getränkestützpunkt. Gut gekühlt aus dem Eisschrank bezahlt man für eine Flasche fast jeden Preis. Aber nicht die Getränkepreise sondern den Eintritt von 600,- KSh pro Person halte ich für übertrieben.

Da fliegen wir nach Afrika und gehen in den ZOO. Die sehr schöne Anlage kann eine Safari sicher nicht ersetzen aber sie hat zum Beispiel Fischteiche, eine Krokodilzucht, eine Schlangenfarm und große Tiergehege. Die Führungen werden in vielen Sprachen durchgeführt und wir schließen uns einer großen deutschen Gruppe an. Gut 2 Stunden dauert der Rundgang und wir schlendern langsam wieder Richtung Ausgang.

  Für Kenia: auf dem Rückweg - Blick nach Mombasaden Rückweg wählen wir eine andere Strecke. Der Strand ist unser Ziel und dann immer am Wasser entlang. Quer durch die Vororte Mombasas laufen wir in Richtung Ozean. Rohbauten von Häusern sind wieder zugewachsen, Dickicht und Gestrüpp wechseln sich ab mit schön bepflanzten Gärten und schmucken Villen. Ab und zu kommt ein PKW den staubigen Weg entlang aber der Wind steht günstig und uns bleibt ein Staubbad erspart. Endlich finden wir einen Durchgang zum Strand und sehen die weit sichtbaren weisen Häuser von Mombasa. Etwas erleichtert sind wir schon aber jetzt sehen wir erst welchen Weg wir noch vor uns haben. Einige Grundstücke sind gut gepflegt aber wir sehen auch ehemalige Hotels deren Gelände sich die Natur zurück geholt hat. "Strandschwalben" sammeln sich, die Einheimischen verbrennen ihren Müll am Strand und nach einiger Zeit kommen uns die ersten Urlauber entgegen. Vor allem gemischte Paare gehen in die Richtung von der wir wissen das dort außer Ruinen vorläufig kein bewohnbares Grundstück kommt.

Wir haben heute ein Stück Kenia gesehen was schon sehr viele Touristen besucht haben, aber nur weinige Meter entfernt ist das andere Stück wo viele Urlauber lieber wegsehen. Unsere Reiseleiterin wusste von einigen Überfällen auf Urlauber zu berichten und hat uns vor solchen Touren gewarnt aber ich denke wie es in den Wald hinein schalt, so schalt es auch heraus.

In unserem Hotelzimmer liegt ein Brief. Gabi hat uns die Flugtickets geschickt und so steht unserer Safari ab 08.03.03 nichts mehr im Weg.

Vorbereitung und Anreise 2003

In diesem Jahr wollen wir uns Ostafrika ansehen und haben uns für Kenia entschieden. Die Vorbereitung ist in diesem Jahr intensiver, denn wir wollen eine Safari mitmachen. Die Angebote der Reiseveranstalter haben uns nicht gefallen und über die Auswahl Vorort habe ich zu viel Negatives gelesen. In dem Forum habe ich viel gelesen und Kontakt zu Gabi aufgenommen. Am 18.02.2003 habe ich die erste Anfrage gestartet und nach einigen E-Mails hin und her waren wir uns am 21.02.2003 schon einig. Eine Safari mit Geländewagen und deutsch sprechendem Fahrer sowie die Organisation der Inlandflüge haben wir in Gabi´s Hände gelegt. Bestätigung per E-Mail und Überweisung der Anzahlung nach Österreich und das Reisefieber stieg und stieg.

Am 28.02.2003 fliegen wir von Leipzig über Frankfurt nach Mombasa. Über das Reisebüro haben wir einen Shuttleservice zum Flughafen gebucht. Für 2 Personen Hinfahrt und auch wieder zurück bezahlen wir diesmal 55,-Euro. Unsere Plätze in der Condor haben wir wieder reservieren lassen und hier darf man ja noch Rauchen. Die Zeitverschiebung ist nur 2 Stunden und die Flugdauer ist mit 8,5 Stunden ab Frankfurt auch erträglich. Wir haben eine ruhigen Flug und landen pünktlich in Mombasa.

Bei der Einreisekontrolle werden Foto- und Videogeräte in den Pass eingetragen. Diese sollte man auch bei der Heimreise wieder vorzeigen können. Bei Diebstahl hat man sonst ein Problem. Die Abfertigung ist sehr zügig und in der Vorhalle kann ich die erste Schillinge tauschen. Den Bus haben wir schnell gefunden und die Koffer werden auf das Dach geschnallt. Meine Fotoausrüstung nehme ich lieber mit in den Bus. Der abenteuerlichen Konstruktion eines Dachgepäckträgers entziehe ich jedes Vertrauen in die Haltbarkeit. Der Bus schaukelt schon beim Beladen gewaltig, was soll das erst bei voller Fahrt werden? Bis auf den letzten Platz gefüllt geht die Tour los Richtung Nordküste, dem Küstenabschnitt nördlich von Mombasa.

Nach und nach wird der Bus leerer und wir sind endlich auch an unserem Ziel. Das Hotel (HP oder VP) und der Club (AI) liegen direkt nebeneinander. Die Kofferträger sind nicht zu beneiden denn die Hotelanlage ist sehr weitläufig und es geht immer die Stufen hoch und runter. Kenia Hotel Travellers ClubMan sieht der Anlage an das die Wiederöffnung nach einem Brand noch nicht sehr lange her ist. Die mit Stroh gedeckten Dächer waren in Flammen aufgegangen und jetzt wurde alles neu aufgebaut. In einigen Katalogen der Reiseveranstalter sind immer noch Bilder des damaligen Zustandes zu sehen. Die Bewertungen auf den Holidaycheckseiten stimmen mit unserem ersten Eindruck voll überein. Die Zimmer sind sehr groß, sauber und die Klimaanlage ist sehr leise und leistungsstark.

Es sind nicht viele Urlauber mit uns ausgestiegen und so richtig ausgelastet scheint die Anlage nicht zu sein. Die Saison geht hier langsam zu Ende und die Regenzeit wird früher oder später das Wetter bestimmen.

Unsere deutsche Reiseleiterin begrüßt uns kurz im Hotel und wir werden zur zentralen Einweisung ins "Kenya Marineland" eingeladen. Ein Begrüßungstrunk in lockerer Runde und es folgte die übliche Warnung vor Strandgeschäften. Die Reiseveranstalter haben natürlich auch vor Ort ihre Partner für die kleinen Ausflüge und großen Safaris. Trotzdem sind nicht viele Touren verkauft wurden. Es ist immer eine Frage von Preis und Leistung. Aber auch am Strand muss ich mich über die Leistung nicht wundern wenn ich den Preis zu sehr drücke.