Heute haben wir uns für einen Tagesausflug entschieden. Mit dem Bus fahren wir in das Schnitzerdorf Akamba und anschließend nach Mombasa. Am Strand und in den Souvenirläden haben wir schon viele Schnitzereien gesehen und heute wollen wir uns die Herstellung der Holzfiguren ansehen. Die meisten der am Strand angebotenen Artikel wurden hier gefertigt und im dem angegliederten Verkauf erstanden. Die Strandverkäufer erhalten je nach Menge noch einen Rabatt auf die Ladenpreise. Angefangen vom Zuschnitt der Stämme bis zur letzten Farbgebung ist das Dorf wie eine Fließbandfertigung organisiert. Für alle Figuren gibt es Spezialisten und deshalb sehen sie viele nach maschineller Fertigung aus. Immer wieder werden uns Figuren und Holzstücke unter der Hand angeboten. Obwohl die Verkaufserlöse dem Schnitzerdorf gehören versuchen Einige zusätzlich etwas Geld zu verdienen. Es wird sehr viel mit Lasuren und Beize gearbeitet so das man sich nicht wundern muss wenn die Schnitzerei langsam die gesunde Farbe verliert. In den großen Verkaufsräumen ist die Ware sehr gut sortiert. Das riesige Angebot hält für jeden Geschmack etwas bereit. Die Preise sind höher als am Strand aber der Zustand ist hier natürlich wesentlich besser. Eine Giraffe aus Mahagoniholz haben wir aber hier nicht gesehen. Mit dem Bus fahren wir weiter zu der großen Markthalle in Mombasa.
Sofort werden wir von Einheimischen umringt und jeder bietet seine Hilfe beim Einkauf an. Zum ersten mal sehe ich hier Zigaretten ausländischer Marken. Die kenianischen Zigaretten sind zwar auch nicht die schlechtesten aber Malboro sind schon besser ( Made in Malaysia). Rund um die Markthalle wird alles angeboten was noch etwas Geld bringen kann. Alte Schuhe, gebrauchte Uhren und Taschen stehen neben Obst und Gemüse. In der Halle sollte man sehr auf seine Sachen aufpassen. Es ist sehr eng und laut und durch die vielen Stände kann man schnell abgelenkt werden.
Weiter fahren wir mit dem Bus zum Wahrzeichen Mombasas und anschließend zur Besichtigung der Altstadt. Diese Fähre verbindet Mombasa mit der Südküste Kenias und ist das Nadelöhr für die Besichtigung der dortigen Ausflugsziele.
Wir machen einen schönen Rundgang durch die Altstadt Mombasas und sehen dabei auch der Verladung einer Kabeltrommel zu. Die abenteuerliche Verladeart "Made in Kenia" ist deshalb bewundernswert weil die Trommel durch Muskelkraft auf das Schiff transportiert wird. Durch den Blickwinkel des Fotos sieht man welchen Höhenunterschied die Kenianer überwunden haben. Die gesamte Trommel wird nur durch ein Seil gehalten. Sollte es reißen werden sicher 2 Schiffe gleichzeitig versenkt.
Die Besichtigung des Fort Jesus sollte man sich nicht entgehen lassen. Die 400 Jahre alte Anlage der Portugiesen wird jetzt langsam restauriert und es gibt die Möglichkeit innerhalb der Mauern ein festliches Abendessen einzunehmen - mit Rahmenprogramm zu festlichen Preisen. Beindruckend ist die Sicht welche man in viele Richtungen hat. Der Wind weht angenehm und macht die Hitze erträglich.
Am Abend haben Krieger der Masai ihren großen Auftritt im Hotel. Im Gegensatz zu einer Gruppe der letzten Woche machen diese einen originellen Eindruck. Auch am Strand sind manchmal Masaikrieger anzutreffen, aber die Kenianer vor Ort nennen die zugereisten nur verächtlich Plastikmasai.
Wir werden sehr zeitig geweckt und wollen den Sonnenaufgang in der Mara sehen. Ein großes Krokodil hat es sich direkt unter der Terrasse der Lodge bequem gemacht und wir sind froh einige Meter höher zu stehen. Wir holen unsere Marschverpflegung und die Frühpirsch geht los. Als die Sonne aufgeht haben wir die Lodge schon weit hinter uns gelassen. Es ist noch kühl und der Fahrtwind wirkt erfrischend. Haben wir gestern nur sehr wenige Elefanten gesehen sind es heute schon viel mehr gewesen. Ein sehr großes Löwenrudel hat sich einen Hügel als Aussichtsplattform gewählt. Wir wollen aber weiter an einen relativ sicheren Platz um in der Mara zu frühstücken. Francis parkt den Geländewagen an einer Lichtung direkt am Marafluss. Die Türen sind aus Sicherheitsgründen alle auf und natürlich hat er die Umgebung vorher auf ungebetene Gäste durchsucht. Es ist ein Erlebnis in der Wildnis und jedes unbekannte Geräusch bringt den Kreislauf in Schwung. Hinter dem Geländewagen fällt das Gelände steil ab. Eine Pavianherde überquert den Fluss und stört dabei eine Schar Perlhühner beim Trinken. Francis erzählt uns einiges über die großen Tierwanderungen und wir wollen zu einer der Stellen fahren an der die großen Herden den Fluss überqueren müssen. Die großen Echsen liegen faul in der Sonne und hoffen auf die Regenzeit und der danach beginnenden Tierwanderungen.
Wir fahren weiter und sehen zwei Geparden im Gras liegen. Diese Tier sieht man in der Mara nicht so häufig. Sie suchen einen Hügel auf und halten Ausschau. Ein Löwenrudel hat es sich in der Nähe bequem gemacht und die beiden Geparden beobachten ihre Feinde. In dem offenen Gelände ist das Gras sehr hoch und die Raubkatzen finden sehr gute Deckung. Über Funk fordert ein anderer Wagen Hilfe an. Tierfilmer haben eine Gepardfamilie bei der Jagd beobachtet und weil weit und breit kein Schatten zu finden war wurde die Beute unter dem Geländewagen zerlegt. Es war ein Weibchen mit drei kleinen Jungen. Die Regeln der Nationalparks lassen es nicht zu die Geparden zu vertreiben und den Lauf der Natur zu beeinflussen. Die Tierfilmer sitzen aber schon einige Zeit fest und wollen weiter. Als ein weiter Wagen eintrifft wechselt das Weibchen den Unterschlupf und sucht sich unser Auto aus. Endlich können die Anderen weiter fahren. Unter unserem Auto fressen die 4 weiter bis sie satt weiter ziehen. Es ist schon nach 13:00 Uhr und wir fahren zurück in die Lodge zum Essen. Das Krokodil liegt immer noch unterhalb der Terrasse am Ufer.
Aus sieben Einzelbildern im Hochformat entsteht dieses Panorama. Die Voyager Safari Lodge folgt der U-Form des Flusses. Die Nilpferde liegen im Wasser und verlassen es nur nachts zum weiden. Auf beiden Seiten gehen abends die Tiere an Land und laufen auch am Zaun der Lodge entlang.
Wieder geht es auf Pirschfahrt und diesmal besuchen wir auch ein Dorf der Masai. Francis verhandelt das Eintrittsgeld (1200,- KSh) und wir dürfen alles filmen und fotografieren. Die Urlauber sind eine wichtige Einnahmequelle für die Massai und geben uns dafür Einblicke in die Lebensweise des Naturvolkes. Ich hätte nicht für möglich gehalten das in den Hütten der Massai auf offenem Feier gekocht wird. Die Belüftung erfolgt nur durch kleine Löcher in den Seitenwänden der Hütten. Erst durch die Blitzaufnahmen sieht man die Einflüsse der Zivilisation. Kleidungsstücke werden oft von Touristen hier gelassen und bestimmen immer mehr das Bild der Massai. Thermoskannen, Schraubgläser, Porzellangeschirr, Behälter aus Plast und Reisetaschen habe ich auf den Bilden entdeckt. Feuer haben wir noch auf die traditionelle Art angemacht aber Fahrräder werden von den Massai auch schon benutzt. Die Häuser bestehen immer noch aus einem Geflecht aus Ästen und Zweigen welche mit Kuhdung gefüllt werden. Durch die Rinderzucht haben sie dieses Baumaterial kostenlos und in großen Mengen. Die Massai nutzen nur die Milch und das Blut der Rinder. Das Fleisch wird verkauft und nie selbst verzehrt. Die Massai essen kein Fleisch ihrer Rinder. Jede Familie versucht noch durch den Verkauf von Schmuck und anderen Andenken Geld in die Kasse zu bekommen. Wir verabschieden uns und müssen langsam wieder in Richtung Lodge fahren. Die reiche Tierwelt der Massai Mara machte heute für uns Schaulaufen und Francis kannte noch einen schönen Platz für die Beobachtung des Sonnenunterganges.