Am 31.03.06 haben wir in Playa del Carmen einen Stadtbummel vor. An der Hotellobby wird ein Taxi bestellt und wenige Minuten später sind wir schon unterwegs Im Reiseleiterzimmer ist auch eine Tabelle mit Taxifestpreisen zu den wichtigsten Zielen der Umgebung. Die Fahrzeuge der Taxiunternehmen sind nicht immer auf dem technischen Stand, den wir Deutschen kennen. Nicht funktionierende Instrumente sind in Mexiko sicher Standard. Wir sind aber immer angekommen und haben manchmal über die technischen Erfindungen gelacht.
Weil wir vor einigen Tagen für einen Bummel keine Zeit hatten, wollen wir heute hier shoppen gehen. Das Wetter meint es wieder gut mit uns, denn kaum sind wir angekommen sind alle Wolken verflogen. Playa del Carmen hat den Charme einer Kleinstadt und man glaubt nicht das hier über 110.000 Einwohner leben. In den Einkaufsstrassen geht es ruhig zu. Vor den Geschäften stehen keine aufdringlichen Verkäufer wie auf der Insel Cozumel nur die Vielfalt der angebotenen Waren kommt nicht an die der Insel heran. Ausgangspunkt für einen Stadtbummel ist immer die 5. Avenida auch Quinta genannt. Die Taxifahrer halten schon automatisch in der Nähe der Strasse an und zeigen den Weg. In jedem guten Reiseführer ist auch ein Stadtplan des Zentrums enthalten. Wir sind schon vor 10:00 Uhr auf der Einkaufsmeile unterwegs und einige Läden haben noch geschlossen. Der Lieferverkehr ist in der Fußgängerzone unterwegs und erst langsam erwacht das Geschäftsleben. Wir haben keine besonderen Wünsche und schlendern gemütlich durch die Geschäfte. Die Restaurants und Cafes sind schon teilweise offen und laden zu einer Pause ein. Das Preisniveau liegt etwas über dem der Insel Cozumel aber man spart ja auch die 15 € für die Fähre. Angeboten wird alles was das Touristenherz auf Touren bringen soll und so haben viele Läden den Charakter eines Andenkenladens. Leider gibt es auch hier den Trend das sich viele Geschäfte nicht im Sortiment sondern nur im Preis unterscheiden. Magnethalter in allen Varianten sind der Renner und wer etwas besonderes haben will muß schon die neue Lieferung oder das Auffüllen der Auslagen abwarten.
Bei den guten Tauchrevieren in der Umgebung ist auch das Angebot an Muscheln, Seesternen und Korallen nicht zu vermeiden. Spätestens bei der Zollkontrolle in Deutschland wechseln die Mitbringsel wieder den Besitzer. Durch die Tropenstürme wird sicher viel Material an die Strände gespült aber das Angebot an unbeschädigten Stücken hat andere Fundorte als Ursache.
Playa del Carmen hat eine schöne Einkaufsmeile und auch in den Nebenstrassen kann man noch schöne Geschäfte finden. Nach der Mittagshitze beenden wir unseren Ausflug und sind mit dem Taxi schnell wieder im Hotel.
Schon einen Tag nach unserer Rundreise haben wir für den 29.03.2006 den ersten Ausflug ausgesucht. Über unseren Reiseleiter vor Ort haben wir eine Fahrt mit dem U-Boot Atlantis gebucht. Sehr praktisch ist die Auswahl der Zahlungsmöglichkeiten, dank modernster Technik sogar mit den üblichen Karten. Pro Person sind für den kompletten Transfer ab Hotel, Fähre nach Cozumel, Taxi auf der Insel und der U-Bootfahrt immerhin 113,- USD zu zahlen. Auch wer den Transfer bis zum U-Bootzubringer auf der Insel Cozumel selber organisiert wird nicht preiswerter tauchen. Die Tauchfahrt allein kostet auch schon 79,- USD.
Der Transfer zum Fährhafen Playa del Carmen klappt sehr gut. Wir fahren zwar noch einige Hotels an bis der Kleinbus voll ist, aber pünktlich sind wir vor Ort. Zur besseren Erkennung bekommt jeder unsere Reisegruppe einen gelben Aufkleber mit dem U-Boot Atlantis. Die deutschsprachigen Teilnehmer sind zwar in der Überzahl, aber die Einweisung und auch die Erläuterungen während der Tauchfahrt werden in Deutsch und Englisch vorgetragen. Jeder bekommt die Fahrscheine für die Fähre ausgehändigt und nun kann es los gehen. Unser Schiff ist noch nicht so voll und wir haben freie Platzwahl. Kurz nach 10 legt die Fähre ab - nimmt Kurs auf Cozumel. Der starke Wellengang und der Wind zwingen uns trockenere Plätze aufzusuchen. Die Überfahrt dauert, trotz des hohen Tempos, etwa 30 Minuten.
Von weiten sind schon die Kreuzfahrtschiffe zu sehen denn die Insel Cozumel ist als Freihandelszone sehr beliebt. Einige dieser Ozeanriesen liegen hier vor Anker - ein schönes Bild. Nach dem Anlegen müssen wir mit dem Taxi noch einige Kilometer auf der Insel fahren bis wir am Zubringerschiff angelangt sind. Hier sind noch einmal je 2 USD Riffschutzgebühr zu zahlen und mit einem Band am Handgelenk können wir uns als reisefertig ausweisen. In dem Gebäude befinden sich auch die letzten Toiletten vor der Tauchfahrt. Mit einem älteren und sehr lauten Schiff werden wir zu dem U-Boot gebracht, welches etwa 1,5 km vor der Insel liegt. 11:50 Uhr sehen wir das aufgetauchte U-Boot zum ersten mal aus der Nähe. 48 Passagiere könnten mit dem Boot auf Tauchgang gehen und wir haben das Glück dass mit uns nicht so viele Urlauber an Bord wollen. Schon wenige Minuten später hat sich jeder einen Platz gesucht und nach einer kurzen Einweisung für den Notfall verlassen wir die Wasseroberfläche. Schon tauchen die ersten Fische vor den großen Bullaugen auf. Meine Digitalkamera hat Probleme mit dem Autofocus und stellt auf die Scheibe scharf. Nur gut das der Camcorder keine Probleme macht. Regelmäßig gibt der Kapitän die aktuelle Tauchtiefe durch und unser Reiseleiter kommentiert den Ausflug zweisprachig. Durch die geringe Passagierzahl können wir zwischen Backboard und Steuerboard wechseln und kommen aus den Staunen nicht mehr heraus. In 27 m Tiefe treffen wir eine Tauchergruppe die durch den Druck nicht lange hier unten bleiben kann. Durch das klare Wasser der Karibik kann man sehr weit sehen, die Fische haben sich an das U-Boot gewöhnt und schwimmen nicht gleich weg. Bis auf eine Tiefe von über 33 m geht die Fahrt. Immer wieder schwimmen große Fische an den Bullaugen vorbei und die Fernglaswirkung bringt alles sehr nah an den Betrachter heran. Man könnte denken das zwischen den Korallen und dem Boot sehr wenig Platz ist. Fast laulos schweben wir durch das Wasser und sind von dem Anblick der Unterwasserwelt fasziniert. Das Boot ist sehr sauber und auch die "Fenster" sind in einem sehr guten Zustand. Keine Kratzer sind an den Scheiben zu erkennen und auch keinerlei Verunreinigungen. Die Zeit ist sehr schnell vorbei und 12:53 tauchen wir leider schon wieder auf. Den Kapitän des U-Bootes könnte man um seinen Job beneiden. Wir steigen wieder auf den alten Dampfer um und müssen warten bis die nächste Gruppe im Rumpf der Atlantis verschwunden ist. Da ist aber jetzt nicht ein Platz mehr frei. Wir hatten also Glück mit unserem Tauchgang. Jeder erhält ein Tauchzertifikat in deutsch und darf jetzt den Titel Atlantis-U-Bootfahrer tragen. Wieder an Land bringen uns die Taxis zurück in das Zentrum der Insel. Bis zum Ablegen der letztmöglichen Fähre können wir die Zeit zum Bummeln nutzen.
Unzählige Geschäfte laden zum Einkaufen ein aber die große Abwechslung gibt es hier nicht. Vor allem Silberschmuck wird in großen Mengen angeboten. Zahllose Kundenfänger stehen auf der Strasse und sind bei der Werbung richtig lästig. Ich glaube etwa jeder 3. Laden verkauft Silber. Sehr preiswert und in großer Auswahl gibt es Kindersachen auf der Insel. Beachten sollte man den anderen Tauschkurs zwischen Dollar und Peso. Ist er auf dem Festland 1:10 so wird hier 1:11 gerechnet und alle Preise sind in USD angegeben. Wer mit Peso bezahlen will hat einen Aufschlag von 10% zum Festland einzurechnen. Etwas schwierig wird es auch mit dem Mittagessen auf der Insel Cozumel. Alles ist auf die amerikanischen Touristen eingestellt und deshalb gibt es hier sehr viele Fastfoodketten. Wir haben so lange nach einem vernünftigen Angebot gesucht bis es für die Fähre Zeit wurde. Nach dem letzten Tropensturm "Wilma" wurde hier schon wieder sehr viel aufgebaut aber man kann auch sehen, das es für einige keinen Neubeginn und für andere noch viel Arbeit geben wird. Die Fahrt mit dem U-Boot würde ich jederzeit wieder unternehmen, aber anschließend die Insel sofort wieder verlassen.