Heute werde ich durch das Geschrei der Brüllaffen wach. Kurz vor 06:00 Uhr sind die Affen nicht mehr zu überhören. Im Hotel und der Umgebung ist noch große Ruhe und deshalb kann man die Tiere sehr weit hören. Schade das wir uns dieses Schauspiel nicht im Dschungel anhören können.
Heute müssen wir wieder Koffer packen und vor uns liegt eine lange Tagestour von etwa 380 km. Wir verlassen Palenque und den Bundesstaat Chiapas und fahren bis nach Campeche an der Küste des Golf von Mexiko. In dem Hotel Mision Palenque könnte man es auch etwas länger aushalten aber wir wollen ja noch mehr von Mexiko sehen.
Pünktlich fahren wir in Palenque los und verlassen auch schon bald die dicht bewachsene Region am Gebirgsrand. Am Anfang fahren wir die gleiche Strecke zurück welche wir schon vor 2 Tagen gefahren sind. Wir lassen den Bundesstaat Chiapas hinter uns, fahren etwa 20 km durch Tobasco und sind dann zurück im Bundesstaat Campeche. Auch in Richtung Golfküste ist die Rinderzucht stark verbreitet. Einige Tümpel rechts und links der Strasse sind mit blühenden Wasserhyazinthen zugewachsen - Reiher stehen im Wasser und wollen ihr Frühstück fangen. Carlos hat eine Flasche Tequila zur Verkostung mitgebracht und in Trinkbechern aufgeteilt. Es ist schon eine der besseren Sorten, aber trotzdem hat er auch Salz und Limetten dabei.
Auf dem heutigen Weg befinden sich keinen Sehenswürdigkeiten und deshalb machen wir an der Küste des Golf von Mexiko bei Champoton einen Zwischenhalt. Gegen 12:00 Uhr halten wir am Bahia de Tortugas einem Lokal mit einem schönen Strand, Pool, Liegen und Hängematten. Natürlich rennt fast die ganze Gruppe sofort an den Strand um sich die besten Liegen und Hängematten zu reservieren. Es ist Zeit bis zum Nachmittag und deshalb werden wir erst einmal etwas essen. Es ist noch kein Bus weiter hier und wir können uns die Plätze in Ruhe aussuchen. Bei diesem Wetter bleiben wir auch draußen sitzen und lassen es uns schmecken. Schon bald kommen die nächsten Busse an und das Restaurant ist schnell voll. Jetzt suchen wir uns einen Platz am Strand und erfrischen uns im Golf. Die Wasserqualität kann mit der an der Karibikküste nicht mithalten. Schon nach wenigen Metern kann ich den Grund nicht mehr sehen. Weil nun fast alle an den Tischen sitzen können wir uns die Liegen und Hängematten aussuchen. Gegen 15:00 Uhr fahren wir dann weiter nach Campeche.
Nach der langen Busfahrt können wir uns jetzt bei einem Stadtrundgang die Füße vertreten. Campeche ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und hat etwa 220.000 Einwohner. Durch Restaurierungsarbeiten an einem der Stadttore müssen wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Die Altstadt ist hervorragend erhalten und farbenfreudiger habe ich noch keinen Ort gesehen. Schöne Villen und Herrenhäuser reihen sich aneinander. Wir sehen uns den Plaza de la Independencia an und natürlich auch die Catedral de la Concepcion. Schuhputzer gehen ihrem Handwerk nach und kleine Kinder füttern die vielen Tauben auf dem Platz. Nebenbei zeigt uns Carlos einige Restaurants in denen wir heute Abend essen gehen können. Jetzt laufen wir in Richtung Küste um uns den Sonnenuntergang anzusehen. Der Himmel verspricht aber nichts Gutes und der starke Wind treibt dunkle Wolken vom Norden auf das Festland zu.
Je mehr sich die Sonne der Wasseroberfläche nähert je mehr verschwindet sie hinter einem Wolkenschleier. Das Hotel Del Mar liegt direkt an der Promenade und wir müssen nur über die Strasse gehen. Die Zimmerverteilung ist wie immer schon fertig und schnell sind wir für den privaten Stadtbummel gerüstet. Der Wind ist so stark geworden das sogar die Fledermäuse vom Himmel fallen. Vor dem Hotel kriechen einige Tiere auf der Strasse und dem Fußweg.
Es ist Zeit für das Abendessen und wir haben uns heute ein typisch mexikanisches Lokal ausgesucht. Zu unserem erstaunen bekommen wir sogar eine Speisekarte auf der die Gerichte ins Deutsche übersetzt worden sind. Das habe ich bisher noch nicht gesehen. Wir haben sehr gut gegessen und wollen uns noch etwas in der Stadt umsehen. Der Springbrunnen, der uns von Carlos empfohlen worde, ist auch wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb. Schon bald sind wir wieder an der Promenade und laufen bis zur mexikanischen Riesenflagge. Für die Mexikaner ist es eine Strasse zum sehen und gesehen werden. Vor allem die Jugend hat die lange Mauer am Wasser für sich entdeckt. Uns wird es aber zu windig und wir lassen den Tag an der Bar ausklingen.
Heute wollen wir die versunkene Mayastadt im Dschungel besuchen und uns den Wasserfall Misol Ha ansehen. In der Beschreibung der Rundreise waren die Wasserfälle Aqua Azul beschrieben aber aus Sicherheitsgründen weichen wir auf den Wasserfall Misol Ha aus. Es sollen schon mehrere Überfälle auf Touristen vorgekommen sein und die Reiseveranstalter haben deshalb den Reiseverlauf geändert.
Heute scheinen alle Reisegruppen gleichzeitig zu frühstücken und entsprechend chaotisch geht es hier zu. Am Buffet bildet sich eine lange Schlange und der Toaster kommt nicht nach. Solch ein Massenansturm kommt auch hier nicht so oft vor. Die Lage entspannt sich und heute müssen wir ja auch keine Koffer packen.
Für den heutigen Abend bietet uns Carlos eine Theatervorstellung an. Die Entwicklung der Menschheit aus der Sicht der Maya ist das Thema des bunten Spektakels was nur aufgeführt wird wenn mindestens 25 Zuschauer gebucht haben. Gegen ein kleines Trinkgeld würde sogar unser Bus den Transport übernehmen. So groß ist die Begeisterung in unserer Reisegruppe auch nicht aber Carlos reserviert schon mal einige Plätze.
Wir verlassen Palenque und fahren Richtung Hochland. Die Maya-Stadt liegt etwa in 150m Höhe umgeben von dichtem tropischen Regenwald. Mit dem Bus brauchen wir nur etwas mehr als eine halbe Stunde, aber wir sind lange nicht die Ersten auf dem großen Parkplatz. Es stehen schon einige Busse hier und die vielen Händler sind beim Aufbau ihrer Stände. Neben den üblichen Angeboten gibt es hier Lacandones Pfeile und Bogen in sehr guter Qualität. Die freigelegte Anlage ist sehr groß und wir werden uns hier etwas länger aufhalten. Ein großer Getränkevorrat ist heute Pflicht und wir wissen nicht ob es unterwegs noch Möglichkeiten gibt die Vorräte aufzufrischen.
Wunderschön sehen die Pyramiden mit dem Dschungel im Hintergrund aus. Heute gibt es auch endlich die Möglichkeit die Treppen einiger Bauwerke zu nutzen. Trotz der Hitze nutze ich jede Möglichkeit um die Ruinen nicht nur von unten zu sehen. Carlos kann uns zu jedem Bauwerk eine Unmenge an Informationen liefern und hat alle Hände voll zu tun um die Gruppe zusammen zuhalten. Die Einen wollen jeden Stein einzeln fotografieren und die Anderen warten bis keine Person mehr auf dem Bild ist. Einige Minuten vor dem ausgemachten Termin vermisse ich plötzlich meine Brille. Ich hatte sie auf einem Tempel zum Fotographieren auf einen Stein gelegt - aber auf welchem? Wir waren gerade an der Kreuzgruppe und ich hatte mir den Templo de la Cruz Foliada und den Templo de la Cruz angesehen. Also musste ich noch einmal auf beide Ruinen geklettern und hatte Glück das ich meine Brille unbeschadet wiedergefunden habe. Trotzdem war ich noch pünktlich und nicht der Letzte unser Gruppe. Das gibt morgen sicher Muskelkater. Wir haben uns noch einige Bauwerke in der Anlage angesehen und haben dann den Fußweg von der Nordgruppe zum unteren Eingang genommen. Es ist ein schöner Fußmarsch und es lohnt sich auch mal nicht nur auf den Weg zusehen. Kolibris, andere schöne Vögel und Affen kann man mit etwas Glück erspähen. Immer am Rio Otulum entlang geht es bergab. An der Strasse befindet sich das Museo de Sitio, ein Souveniershop sowie eine Cafeteria. Noch eine kleine Pause und dann fahren wir weiter zum Wasserfall Misol-Ha.
Am Parkplatz befindet sich ein sehr gutes Restaurant. Wir haben die Möglichkeit den Zeitplan für das Mittagessen und den Wasserfall nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Weil es im Restaurant noch leer ist wollen wir erst essen und dann die verbleibende Zeit am Wasserfall verbringen. Die Zubereitung dauert etwas länger aber dafür ist das Essen vorzüglich. Bis zum Wasserfall sind es noch einige Minuten zu laufen. Das Wasser fällt etwa 40m in die Tiefe und man hat die Möglichkeit hinter dem Wasservorhang entlang zugehen. Die Wege sind sehr nass und rutschig und trotzdem sind einige Leute mit Sandalen unterwegs. Mit ordentlichen Schuhen ist es aber kein Problem einmal hinter einem Wasserfall zu stehen. Wir befinden uns noch in der Trockenzeit und deshalb ist die Wassermenge nicht sehr groß. Das Wasser kommt auch aus diversen Felsspalten, tropft von der Felswand und ich muss aufpassen das kein Wasser auf die Kameras tropft. Hinter der Wasserwand gibt es aber auch nicht so feuchte Plätze und man kann fotografieren und filmen. Es besteht auch die Möglichkeit in dem See zu baden, aber wer läßt schon gern seine sieben Sachen unbeaufsichtigt auf den Steinen liegen? Unsere Zeiteinteilung war richtig weil wir uns jetzt bis zur Weiterfahrt am Wasser aufhalten können. Im Restaurant herrscht jetzt Hochbetrieb, die Gäste warten sehr lange auf ihre Speisen und dadurch müssen sich einige unserer Gruppe mit dem Essen beeilen.
Zum Abschluß des heutigen Tages besuchen wir noch eine Gummibaumplantage. Unser Reiseleiter hat uns diesen Vorschlag gemacht und fast alle kommen mit. Wir bekommen die verschiedenen Baumarten erklärt und auch die Verarbeitung der Gummimilch wird sehr gut vorgeführt. Auf dem Gelände wachsen auch verschieden Gewürz- und Obstgehölze. Kaffee, Kakao, Mango und viele andere Bäume werden uns gezeigt. Sehenswert sind auch die Anpflanzungen und Volieren auf dem Gelände der Plantage. Anschließend gibt es noch eine Verkostung von Kaffee und Kakao. Auch bei diesen hohen Temperaturen schmeckt der heiße Trunk sehr gut. Nach etwa einer Stunde fahren wir zurück in unser Hotel nach Palenque.
Wieder klingelt um 06:30 Uhr der Wecker meines Handys. Auf den Weckruf der Hotels will ich mich lieber nicht verlassen müssen. Die Rundreise führt uns heute von Chetumal über Kohunlich und Chicanna nach Palenque. Mit etwas über 500 km ist es die längste Einzeletappe dieser Rundreise. Wieder überprüft jeder die Vollzählichkeit seiner Koffer und pünktlich sind Alle im Bus.
Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist die archäologische Zone von Kohunlich. Vorbei an Zuckerrohrfeldern und Buschwald fahren wir auf der Mex 186 Richtung Westen. Die Vegetation wird üppiger und auch die Bäume sind größer als an der Küste. Nach einer Stunde Fahrzeit haben wir die Ausgrabungsstätte erreicht. Diese Anlage ist nicht so überlaufen wie Tulum gestern. Von dem Parkplatz am Eingang führt ein breiter schattiger Weg zu den ersten Gebäuden. In Kohunlich sind vor allem die etwa 2m hohen Stuckmasken sehenswert. Zum Schutz vor der Sonne und den Regenschauern wurde ein Dach über die Fläche gebaut. Wer die Stufen bis nach oben steigt bekommt eine schöne Sicht auf die Landschaft der Umgebung. Für ängstliche und ungeübte Kletterer gibt es an beiden Seiten Möglichkeiten zum Festhalten. Auf den Bäumen machen sich die ersten Papageien bemerkbar und die vielen Bromelien an den Baumstämmen möchten auch mal fotografiert werden. Einige Bäume sind gut 40m hoch und damit größer als die Bauten der Maya's. Das Dschungelgebiet von Belize breitet sich bis hierher aus und mit etwas Glück kann man einige der einheimischen Tiere entdecken. Leider hat eine große Schulklasse den Weg hierher gefunden und deren Lautstärke dürfte jedes Tier in Flucht geschlagen haben. Wir halten uns etwas über eine Stunde in Kohunlich auf und 09:15 Uhr fahren wir weiter Richtung Chicanna. Nach einigen Kilometern verlassen wir den Bundesstaat Quintana Roo und sind sehr überrascht das es zwischen den einzelnen Bundesländern Grenzkontrollen und Zollabfertigung gibt. Carlos erzählt uns das es aber sehr selten zu Kontrollen der Touristenbusse kommt.
Einige Minuten nach halb Zwölf sind wir an der Maya Stätte Chicanna im Bundesstaat Campeche angekommen. Die ebenfalls sehr kleine Anlage beeindruckt durch ihre hohen Turmbauten und die reich mit Mustern verzierten Fassaden. Naturliebhaber sehen hier auch wieder zahlreiche Orchideen und Bromelien auf den Bäumen wachsen. Nach etwa 45 Minuten haben wir uns die 6 Bauten angesehen und machen uns auf die letzte Tagesetappe. An einer Tankstelle machen wir eine längere Pause. Das Außenthermometer des Busses zeigt 42 Grad Lufttemperatur an. Die Luft bewegt sich nicht etwas und schnell suchen wir den Laden gegenüber auf. Neben Getränken gibt es hier auch etwas gegen den kleinen Hunger.
Die Landschaft wird immer offener und die ersten Rinderweiden tauchen auf. Riesige Herden sind auf den Wiesen und an den Stallungen sieht man gesattelte Pferde stehen. Manche Anwesen sehen sehr gepflegt und wohlhabend aus aber die meisten sind sehr herunter gekommen. Auf den Strassen ist es sehr ruhig. Nur manchmal überholen wir einen LKW oder es kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Nur dadurch ist es möglich mit dem Bus solche Strecken zurück zulegen. Die LKW fahren hier auch wesentlich schneller als es in Deutschland denkbar ist.
Wir verlassen den Bundesstaat Campeche und passieren die Grenzen zu Tabasco und Chiapas. An der Seite stehen einige beladene LKW. Die Fahrzeuge sind nicht durch die Zollkontrollen gekommen, werden dann einfach dort mit der Ladung abgestellt und meist nie wieder von den Eigentümern zurückgefordert.
Noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Hotel Mision Palenque. Das Hotel liegt sehr ruhig in einem großen Park. Die Zufahrt führt über eine schöne Allee mir riesigen Bäumen. Hier werden wir 2 Nächte verbringen und auch das Abendessen ist im Preis enthalten.
Weil wir heute sehr viel im Bus gesessen haben wollen wir uns noch etwas in der Stadt umsehen. Wir haben heute den 21.03. und damit feiert Mexiko den Geburtstag des Reformpräsidenten Benito Juarez. Er wurde 1858 erster indigener Präsident Mexikos. Bis in die Nacht sind die Strassen voller Leben und auf einem grossen Platz reiht sich ein Marktstand an den Anderen. Mir fällt auf, dass ich bisher noch nie alkoholische Getränke im Freiverkauf gesehen habe. Sowohl an den Haltestellen der Touristenbusse als auch hier gibt es kein Bier zu kaufen. In einer Seitenstrasse finde ich einen kleinen Laden der diese Marktlücke ausfüllt. Hier gibt es sogar das dunklere und besser schmeckende Lagerbier. Unter der Bezeichnung XX kennt es in dieser Region jeder. So schön es auch hier ist aber so langsam müssen wir zurück in das Hotel. Die meisten unserer Reisegruppe werden schon lange schlafen.
Am nächsten Tag müssen wir schon wieder die Koffer packen und gegen 17:00 Uhr werden wir vom Hotel abgeholt. Laut Reiseleitung sollte am Flughafen der Treffpunkt sein, aber man erspart uns das Chaos und wir werden direkt zum Hotel in Cancun gebracht. An den beiden Wochenendtagen ist die Hauptanreisezeit der Amerikaner und dann ist es sehr laut und voll.
Das Hotel Radisson Hacienda Cancun liegt im Zentrum der Stadt. Die Zimmer sind schnell aufgeteilt und natürlich versagt wieder mal unsere Schlüsselkarte ihren Dienst. Die Karte wird noch mal neu beschrieben und die Zimmertür 1104 lässt sich öffnen. Um 19:00 Uhr ist der erste Treffpunkt in der Lobby des Hotels. Es erfolgt die Aufteilung in größere Reisegruppen und die Reiseleiterstellen sich vor. Wir werden über den Ablauf der Rundreise unterrichtet und sind natürlich die Gruppe, welche die Tour in umgekehrter Reihenfolge macht. Wegen der Hotelauslastung können leider nicht alle Reisegruppen den selben Ablauf auswählen. Es wechseln noch 2 die Reisegruppe, 2 haben abgesagt und dafür haben wir dann etwas mehr Platz im Bus.
Den Rest des Abends haben wir zur freien Verfügung. Zum Abendessen bleiben wir im Hotel und danach geht es in die Stadt. Auch wenn am nächsten Morgen um 06:30 Uhr der Wecker klingelt, wollen wir uns noch etwas in Cancun umsehen. Schon wenige Meter vom Hotel entfernd wird es auf den Strassen lebhafter. Die Geschäfte haben immer noch geöffnet und mit großen Lautsprechern werden Kunden angelockt. Auffallend ist der starke Strassenverkehr bis in die Nacht hinein. In einigen Geschäften sehen wir uns etwas genauer um, obwohl wir eigentlich nur ein bischen bummeln wollten. Die Preise sind aber teilweise sehr übertrieben und wir warten erst einmal was die Rundreise so an Kaufgelegenheiten bietet.
Am nächsten Tag geht es dann endlich los. 06:30 Uhr Wecken, 07:00 Uhr Frühstück, 07:45 Uhr Treffen am Bus und 08:00 Uhr Abfahrt. So wird der Ablauf jeden Morgen an den kommenden Tagen aussehen. Damit die Koffer auch im richtigen Bus eingeladen werden erhalten sie farbige Bänder zur besseren Kontrolle. Es beginnt der Kampf um die besten Plätze im Bus - (fast) alle wollen Vorn sitzen. So sind auch die ersten Reihen schnell komplett besetzt. Im hinteren Teil können wir es uns so richtig bequem machen. Eine Sitzbank rechts und links und eine als Ablage. Jetzt kann die Sonne kommen woher sie will und wir haben immer ein schattiges Plätzchen.
Heute fahren wir mit dem Bus etwa 380 km bis nach Chetumal. Unser Reiseleiter Carlos spricht sehr gut deutsch und wir erfahren Einiges über Land und Leute. Er hat u.a. einige Zeit in München gelebt und kann einen einwandfreien bayrischen Dialekt. Einen Spitznamen hat er deshalb auch schnell bekommen - "ge mer ".
Unser ersten Halt ist nach fast 2 Stunden Fahrt zu einer Art Verkaufsveranstaltung. In der Rundreisebeschreibung taucht dieser Punkt nicht auf, jedoch hat Niemand etwas gegen den Zwischenhalt. Hier werden uns die verschiedenen Agavenarten vorgestellt und wie diese genutzt werden. Seht interessant ist auch die Edelsteinschleiferei gegenüber. In mühsamer Kleinarbeit entstehen hier Masken und Figuren aus grün schimmernden Stein welche teilweise mit Halbedelsteien und anderen Materialien verziert sind. Die Führung erfolgt in deutsch und der junge Mann gibt sich Mühe uns in Einkaufstimmung zu bringen. Als nächstes gibt es eine Lehrvorführung wie man Tequila richtig trinkt. Hier wird der Schnaps natürlich mit Salz und Limette getrunken. Für die meisten Urlauber ist das der erste Tequila ihres Lebens gewesen und für einige auch der Letzte. Dann geht es in den großen Verkaufsraum wo wir von weiteren Verkäufern erwartet werden. Unter den ausgestellten Stücken ist auch ein großer Sonnengott welcher es mir angetan hat. Das Gewicht ist schon gewaltig aber der Preis noch viel mehr. Über 150 USD sollte das gute Stück noch kosten. Ich habe noch die Hoffnung das ich später doch etwas günstiger an eine ähnliche Figur komme und lasse die Finger davon. Leider habe ich eine solche Qualität nicht wieder gesehen und die Preise waren auch nicht viel geringer. Sonst gibt es hier alles zu kaufen was man als Andenken der Verwandschaft in die gute Stube stellen kann - Glas- und Keramikwaren und natürlich Silberschmuck in allen Varianten. 10:15 Uhr fahren wir dann weiter zu den archäologischen Stätten von Tulum. Schon nach 20 Minuten haben wir das Etappenziel erreicht.
Am Besucher- und Informationszentrum steigen wir aus und sehen uns die Voladores an. Die "fliegenden Menschen" schweben kopfüber, an einem Seil hängend, zur Erde herab. Kaum haben sie auf der Erde einige Schritte getan, wird schon die nächste Vorstellung vorbereitet und die Männer klettern den Mast wieder hinauf. Nach nicht einmal 10 Minuten beginnt die nächste Vorstellung. Hier befinden sich auch zahlreiche Geschäfte und Restaurants aber der Eingang der Pyramidenstätte ist 700 Meter entfernd. Heute sind wir mal faul und fahren mit der Besucherbahn zum Eingang. Wir holen uns die Fahrkarten (je 20 Pesos) und sind sehr schnell am Ziel. Die gesamte Anlage macht einen gepflegten Eindruck und sie ist auch nicht so überlaufen. Die Reisegruppen verteilen sich gleichmäßig über das Gelände. Es gibt auch hier eine Möglichkeit in das Wasser zu gehen. Carlos hatte uns vorher auf den Strand hingewiesen und einige nutzen auch die kurze Zeit um einmal im Wasser Abkühlung zu finden. Den Tipp gibt sicher jeder Reiseleiter und entsprechend voll ist der Strand. Der kräftige Wind sorgt schon etwas für Abkühlung und die Zeit für einen Badeaufenthalt ist nicht wirklich eingeplant. Etwa 2 Stunden nehmen wir uns für die Besichtigung Zeit und schon geht die Fahrt weiter.
Unser nächstes Ziel ist die Lagune von Bacalar. Der kräftige Wind bringt einen ordentlichen Wellengang in die Lagune aber die verschiedenen Blautöne des Wassers sind sehr schön zu erkennen. Es gibt einen langen Steg von dem das Farbspiel noch besser zu sehen ist. Wer will kann auch hier im Wasser Abkühlung finden. Wir nutzen die Pause und gehen in die Gaststätte etwas trinken. Auch auf dieser Rundreise ist im Preis nur das Frühstück im Hotel inklusive, in Palenque gibt es 2x Abendessen und am letzten Tag ist ein Mittagessen enthalten. Den Getränkevorrat kann man überall auffüllen aber die Preise sind sehr unterschiedlich. Auch die geschäftstüchtigen Mexikaner haben jede Marktlücke gefüllt und kennen die Haltepunkte der Touribusse. Hier gibt es dann gekühlte Getränke in reichlicher Auswahl mit reichlich Aufschlag. Nach einer halben Stunde Aufenthalt fahren wir weiter Richtung Süden.
An der Cenote Azul machen wir nach 20 Minuten wieder einen kleinen Zwischenstop. Die Straße wird immer enger und viel breiter dürfte unser Bus nicht sein. Carlos möchte uns etwas mehr zeigen als das Rundreiseprogramm vorgibt denn die Cenote ist auch nicht im Plan enthalten. Unten angekommen breitet sich ein großer See vor uns aus. Etwa 80m tief ist der See. Die Bevölkering nutzt das Süßwasser ausgiebig zum Baden, eine Fischgaststätte ist vorhanden und Andenken gibt es hier auch zu kaufen. Nach einer kleinen Pause fahren wir dann schon wieder weiter nach Chetumal. Das Hotel Holiday Inn ist für heute unser letztes Ziel. Hier gibt es kein umständliches Anmelden und Eintragen - Carlos verteilt die Schlüsselkarten und fertig.
Zum Abendessen wollen wir uns heute mexikanisch verwöhnen lassen. Wir vertrauen unserem Reiseleiter blind und im Gänsemarsch geht es zu dem reservierten Restaurant. Taco`s bis zum Abwinken heißt heute die Devise und nach einer kurzen Erklärung was da so alles auf dem Tisch steht lassen wir es uns schmecken. Natürlich gibt es auch einige Sorten Tequila und verschieden Biere. Die Zeit vergeht sehr schnell und wir müssen ja morgen wieder früh aufstehen.