Geethani

Die ersten Tage auf Sri Lanka

Heute werden wir unsere Bekannten besuchen und uns zurückmelden. Die Hotels Palm Garden und Bayroo liegen etwas mehr als 1km auseinander und aufSri Lanka 2004 am Strand halber Entfernung befinden sich die Verkaufsstände der Einheimischen. Wir hatte Sunil versprochen unser Batikbild mit Rahmen zu fotografieren und jetzt wollen wir ihm das Bild zeigen. Wir finden Sunil an seinem Stammplatz. Unter einem Baum spielt er mit seinen Kumpels Karten. Es dauert einen Augenblick bis er uns erkennt und dann gehen wir auf eine Tasse Tee in seine Werkstatt. Die Geschäfte sind besser geworden und auch die Urlauber kommen wieder zahlreicher nach Sri Lanka. In seiner Werkstatt hat sich nicht viel verändert. Er hat jetzt einige Angestellte die für ihn die Bilder mit Wachs abdecken. Der Tee ist lecker und wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Sunil hat Geburtstag und wir sind morgen zum Essen eingeladen. Wir vereinbaren die Werkstatt als Treffpunkt und gehen nun zu Geethani, unserer Schneiderin.

Den Laden gibt es nicht mehr und in den Räumen hat eine andere Frau ihre Stoffe ausgebreitet. Wir fragen uns durch und nicht weit entfernt hat Geethani einen neuen größeren Laden eröffnet. Die Geschäfte waren gut und der alte Laden zu klein. Deshalb ist sie in die neuen Räume umgezogen. Jetzt hat sie einen Deckenventilator bessere Beleuchtung und viel mehr Platz. Für meine neue Kollektion nehmen wir diesmal nicht Maß sondern ich werde ihr ein Musterhemd vorbeibringen. Rauchen macht schlank stimmt wirklich, denn seit wir nikotinfrei sind hat sich unsere Gewicht ständig erhöht. Einmal komplett einkleiden ist schon nötig und hier kann man sparen und die Qualität stimmt. Wir werden am Nachmittag nochmal vorbei sehen und wollen jetzt zu Tchiboer war leider Alkoholsüchtig.

Auch wenn unser Hotel nicht sein Revier ist wollen wir mit Tchibo einige Touren unternehmen. Wir sehen Tchibo nicht und fragen nach. Einer sagt Tchibo hat geheiratet und ist weggezogen. Das kann aber nicht sein denn Tchibo hatte schon eine Familie. Wir gehen weiter in sein Reisebüro. Neben dem Hotel Bayroo stehen einige dichte Büsche und dort hat Tchibo eine Bank gebaut. Dort sitzen aber nur seine Freunde und wir erfahren das Tchibo tot ist.

Im November 2002 ist er an seiner Alkoholkrankheit gestorben. Im März des Jahres ist uns nichts aufgefallen und ein halbes Jahr später gab es schon keine Rettung mehr. Diese Nachricht müssen wir erst mal verdauen. Seine Freunde wollen den Kontakt zur Familie herstellen und wir wollen auch das Grab sehen.

Unsere Urlaubsplanung steht Kopf und für Ausflüge mit Anderen haben wir erst mal keine Lust. Planlos laufen wir zurück und wollen erst mal nur unser Zimmer tauschen.Blick auf den Indischen Ozean Das neue Zimmer ist eine andere Liga und hier werden normal nur Stammgäste untergebracht. Vom Balkon haben wir den Blick auf den Ozean, der Wasserdruck stimmt und die Klimaanlage funktioniert sehr gut. Vor lauter Aufregung lassen wir einen Umschlag mit unseren Reiseschecks in dem alten Zimmer liegen. Beim Saubermachen werden sie entdeckt und uns zurückgebracht. Hoffentlich hat der Finderlohn den Weg zum ehrlichen Zimmerboy gefunden. So ist uns wenigstens der Ärger mit der Ersatzbeschaffung erspart geblieben.

Am Abend wollen wir den Ärger in der Bar herunterspülen. Die Bar ist jedoch soweit herunter gekühlt das wir beschließen lieber im Freien sitzen zu bleiben. Vor der Bar sind einige Sitzgruppen aufgestellt. Diese sind immer heiß begehrt obwohl hier die Moskitos abends sehr aktiv sind.

Sri Lanka 2002 - Vollmondfest

In den Tagen unserer Abwesenheit hat sich das Hotel etwas gefüllt. Das Verhältnis von Angestellten zu Gästen könnte jetzt etwa 1:1 sein.

Heute ist Vollmond und damit Feiertag in Sri Lanka. Unsere kleine Gruppe wurde von Geethani zum Essen eingeladen. Ihr Vater war zu Lebzeiten ein angesehener  Mann im Ort und es ist Brauch zu Ehren Buddhas die Mönche einzuladen und anschließend gute Bekannte zu bewirten.bei unsere Schneiderin am Strand von BeruwelaWir folgen der Einladung und treffen uns an dem Laden. Durch die Siedlung laufen wir zu ihrem Haus und sie zeigt uns ihr Zimmer. Den Anfang  des Hauses bildet immer erst einmal ein großer Raum. Je nach finanzieller Situation werden dann weitere Räume angebaut. Ihr Mann hat für Sie eine höhere Kaste aufgegeben und ist auch von seiner Familie verstoßen wurden. Ein zurück in eine höhere Kaste gibt es nicht. Nur einige Meter entfernt ist ihr Elternhaus. Die Männer versuchen gerade einige Kokosnüsse zu pflücken, kommen aber an die reifen Früchte mit ihrem Stab nicht heran. Die groß gewachsenen Deutschen haben mit ihren langen Armen schon etwas mehr Reichweite und unser Bekannter hilft natürlich gern. Sehr schnell ist die Schale entfernt und die Nuss aufgeschlagen und es kann gekostet werden. Die Mönche lassen sich beim Essen Zeit und wir können uns etwas den Garten ansehen. Wir setzen uns wie die anderen auf den Fußboden und lassen uns die einzelnen Speisen erklären. Mit Rücksicht auf unsere Gesundheit wurde extra Tafelwasser gekauft. Sie selber trinken Wasser aus ihrem Brunnen. In diesem schwimmen Fische um Vergiftungen im Wasser sofort zu merken. Das übliche Curry und Reis gibt es hier zu jeder Mahlzeit. Das Essen ist sehr gut aber an die Schärfe könnte ich mich nicht gewöhnen. Wir lassen uns erklären wie man richtig mit den Fingern ist, denn "wenn schon denn schon". Fisch, verschiedene Fleisch und Gemüsesorten sowie Reis in allen Farben wird serviert. Obst, auch in vielen uns unbekannten Sorten, gibt es zum Nachtisch.

Wir spenden eine Betrag an Buddha und gehen wieder zu dem Laden der Familie. Eigentlich ist bei Vollmond der Alkoholausschank verboten. Die einheimische Jugend findet alles schön was verboten ist und die Hotels verlegen die Bar auf das Hoteldach. An der üblichen Bar stehen jetzt nur alkoholfreie Getränke im Kühlschrank.

Sri Lanka 2002 - der 6. Tag

Heute erkunden wir den Strand bis zur Bentotamündung. Es gibt diverse kleine Läden und es wird alles angeboten was man Touristen verkaufen kann. Ein Ehepaar aus unserer Gruppe hat sich einige Kleidungsstücke nähen lassen und die Qualität hat uns überzeugt. Wir folgen der Wegbeschreibung und suchen diese Schneiderei auf. Eine riesige Auswahl an Stoffen hängt an den Wänden der Holzhütte und mit Frau Geethani werden die ersten Kontakte geknüpft. Unsere Maße sind schnell genommen nun muß nur noch der Machart ausgesucht werden. Man sitzt tausende Kilometer von zu Hause entfernt, auf einer Insel im Indischen Ozean, und sucht sich in einem Quellekatalog den Schnitt für ein Kleid aus. Die Frau ist für die Aufträge zuständig und ihr Mann näht zu Hause im 24 Stundendienst die Sachen zusammen. Für die Hemden haben wir je 8,- und für das Kleid 12,-Euro ausgehandelt. Durch unsere Rundreise wollen wir die Sachen erst später abholen. Nicht nur in den Hotels sondern auch am Strand gibt es Schmuckläden. Die Geschäfte sind gesichert wie Fort Knox. Niemand ist aufdringlich und wir können uns in aller Ruhe die Läden ansehen.

Ein Batikmaler hat ein schönes Bild in seiner Werkstatt hängen und wir kommen ins Gespräch. Sunil spricht etwas Deutsch und so verbringen wir noch einige Zeit in dem Laden. Sunil zeigt uns Fotos von seinen Bildern die ihm Touristen von zu Hause geschickt haben. Wir stellen die Farben und Motive zusammen und lassen uns ein Bild nach unseren Vorgaben anfertigen. Nachdem der Preis geklärt ist werden wir zum Tee eingeladen. Auch bei der Wärme löscht der Tee den Durst.