Ich bin schon in Deutschland mit einer leichten Erkältung abgeflogen. Der Husten in der Nacht verschlimmert sich und bringt uns um den Schlaf. Wir versuchen in einer Apotheke die nötigen Tabletten zu bekommen und hoffen das die nächsten Nächte wieder ruhiger werden.
Immer wieder unterschätzen die Touristen die gefährliche Unterströmung an diesem Küstenabschnitt und müssen von den Rettungsschwimmern aus dem Wasser gezogen werden. Aber nicht jedes Hotel kann sich den Luxus leisten und Rettungsschwimmer beschäftigen. Viele warnen ihre Gäste nicht mal mit roten Flaggen. Ein Russe aus dem Nachbarhotel hat es heute nicht geschafft wieder an die Wasseroberfläche zu kommen und ist ertrunken. Man steht bis zu den Knien im Wasser - es kommen mehrere Wellen hintereinander - das zurückfließende Wasser zieht einem die Füße weg und spült die Personen weit hinaus. Wir gehen deshalb regelmäßig in die Badewanne am Hotel Bayroo. So nebenbei wurden wir dann auch Stammgast in diesem Lokal. Das "Wijaya Beach Resort" hat eine schöne Terrasse mit Blick auf das Meer und weil oft der Platz nicht reicht, sitzen einige Gäste auch vor dem Lokal. Vor allem der Sonnenuntergang läßt sich von diesem schönen Fleck bei einer Flasche Lion besonders gut beobachten. Die Flasche (0,66 Liter) kostet hier 100,- Rs und alkoholfreie Getränke sind noch erheblich billiger. Das Lokal liegt an der Trennlinie zwischen groben und feinen Sand, nur wenige hundert Meter südlich vom Hotel Bayroo.
An diesem Abend wurde die "Küche" des Hotels im Freien vor dem Restaurant aufgebaut. Die aufgezogenen Wolken wurden immer dichter jedoch blieb es bei einen paar Tropfen Regen. Petrus meinte es gut mit uns und die Köche mussten aus den bunt zusammengewürfelten Zutaten der Urlauber ein schmackhaftes Essen bereiten.
Am nächsten Tag fand die offizielle Begrüßung durch das Hotel statt. Alle Gäste wurden schriftlich eingeladen und in der Parkanlage vor dem Hotel fand am Abend der Empfang statt. Die Juweliere der Hotelarkaden hatten einige Vitrinen aufgestellt und auch die Tauchschule durfte um Kunden werben. Der Alkohol lockerte dann die Scheine in den Brieftaschen einiger Urlauber.
Nachdem ich die folgende Nacht wieder nicht geschlafen habe mussten wir den Hotelarzt rufen lassen. Der Arzt des "Confifi Medical Centre" aus dem benachbarten "Riverina" war schneller als unser Dolmetscher Manju, welcher noch die Morgengymnastik im Pool leitete. Ohne Manju war die Verständigung aber bald in der Sackgasse und wenn es um Medikamente geht sollte man lieber auf den genauen Wortlaut hören. Nach wenigen Minuten hatte ich meine Medizin und Dr. Liyanagama 2500,-Rs aus meiner Brieftasche. In Deutschland hätte ich schon für die Zuzahlung der Medikamente mehr ausgeben müssen. Schon am Abend ging es mir wesentlich besser.
Am Strand haben wir erfahren das die Frau von Tchibo in Beruwela ist und haben für Morgen ein Treffen vereinbart.
Mit gemischten Gefühlen machen wir uns auf den Weg zum Treffpunkt. Einer seiner Freunde bringt uns zum Wohnhaus von ihrer Mutter. Bei einem Glas Kokosmilch erfahren wir etwas mehr über seine Krankheit. Mit seiner Frau und den beiden Kindern gehen wir zu der Grabstelle. Tchibo war Hindu und müsste eigentlich verbrannt worden sein. Durch seine Alkoholkrankheit galt er aber als unrein und durfte nicht verbrannt und auch nicht auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt werden. Das Grab befindet sich auf einem Grundstück der Familie. Im Hintergrund sieht man das Grab ihres Vaters. Wir können immer noch nicht glauben das Tchibo durch Alkohol so schnell verstorben ist. Im Haus ihrer Mutter können wir uns die letzten Bilder von ihm ansehen. Tchibo hätte ich auf einigen Bildern gar nicht erkannt. An der Beisetzung haben auch Urlauber teilgenommen die seine Frau Deepa erreicht hat und deren Adressen sie kannte. Er war bekannt und beliebt.
Heute werden wir unsere Bekannten besuchen und uns zurückmelden. Die Hotels Palm Garden und Bayroo liegen etwas mehr als 1km auseinander und auf halber Entfernung befinden sich die Verkaufsstände der Einheimischen. Wir hatte Sunil versprochen unser Batikbild mit Rahmen zu fotografieren und jetzt wollen wir ihm das Bild zeigen. Wir finden Sunil an seinem Stammplatz. Unter einem Baum spielt er mit seinen Kumpels Karten. Es dauert einen Augenblick bis er uns erkennt und dann gehen wir auf eine Tasse Tee in seine Werkstatt. Die Geschäfte sind besser geworden und auch die Urlauber kommen wieder zahlreicher nach Sri Lanka. In seiner Werkstatt hat sich nicht viel verändert. Er hat jetzt einige Angestellte die für ihn die Bilder mit Wachs abdecken. Der Tee ist lecker und wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Sunil hat Geburtstag und wir sind morgen zum Essen eingeladen. Wir vereinbaren die Werkstatt als Treffpunkt und gehen nun zu Geethani, unserer Schneiderin.
Den Laden gibt es nicht mehr und in den Räumen hat eine andere Frau ihre Stoffe ausgebreitet. Wir fragen uns durch und nicht weit entfernt hat Geethani einen neuen größeren Laden eröffnet. Die Geschäfte waren gut und der alte Laden zu klein. Deshalb ist sie in die neuen Räume umgezogen. Jetzt hat sie einen Deckenventilator bessere Beleuchtung und viel mehr Platz. Für meine neue Kollektion nehmen wir diesmal nicht Maß sondern ich werde ihr ein Musterhemd vorbeibringen. Rauchen macht schlank stimmt wirklich, denn seit wir nikotinfrei sind hat sich unsere Gewicht ständig erhöht. Einmal komplett einkleiden ist schon nötig und hier kann man sparen und die Qualität stimmt. Wir werden am Nachmittag nochmal vorbei sehen und wollen jetzt zu Tchibo.
Auch wenn unser Hotel nicht sein Revier ist wollen wir mit Tchibo einige Touren unternehmen. Wir sehen Tchibo nicht und fragen nach. Einer sagt Tchibo hat geheiratet und ist weggezogen. Das kann aber nicht sein denn Tchibo hatte schon eine Familie. Wir gehen weiter in sein Reisebüro. Neben dem Hotel Bayroo stehen einige dichte Büsche und dort hat Tchibo eine Bank gebaut. Dort sitzen aber nur seine Freunde und wir erfahren das Tchibo tot ist.
Im November 2002 ist er an seiner Alkoholkrankheit gestorben. Im März des Jahres ist uns nichts aufgefallen und ein halbes Jahr später gab es schon keine Rettung mehr. Diese Nachricht müssen wir erst mal verdauen. Seine Freunde wollen den Kontakt zur Familie herstellen und wir wollen auch das Grab sehen.
Unsere Urlaubsplanung steht Kopf und für Ausflüge mit Anderen haben wir erst mal keine Lust. Planlos laufen wir zurück und wollen erst mal nur unser Zimmer tauschen. Das neue Zimmer ist eine andere Liga und hier werden normal nur Stammgäste untergebracht. Vom Balkon haben wir den Blick auf den Ozean, der Wasserdruck stimmt und die Klimaanlage funktioniert sehr gut. Vor lauter Aufregung lassen wir einen Umschlag mit unseren Reiseschecks in dem alten Zimmer liegen. Beim Saubermachen werden sie entdeckt und uns zurückgebracht. Hoffentlich hat der Finderlohn den Weg zum ehrlichen Zimmerboy gefunden. So ist uns wenigstens der Ärger mit der Ersatzbeschaffung erspart geblieben.
Am Abend wollen wir den Ärger in der Bar herunterspülen. Die Bar ist jedoch soweit herunter gekühlt das wir beschließen lieber im Freien sitzen zu bleiben. Vor der Bar sind einige Sitzgruppen aufgestellt. Diese sind immer heiß begehrt obwohl hier die Moskitos abends sehr aktiv sind.
Die letzten Tage werden wir am Strand verbringen. 2 Wochen sind für diese Insel einfach zu wenig Zeit.
Schon einige Tage bemerken wir ein Ehepaar das jeden Tag durch die Hotelanlage zum Strand geht, aber nicht im Hotel wohnt. Sie sind aus Berlin und kommen schon einige Jahre auf die Insel. Am Anfang noch im Hotel und in den letzten Jahren auf eigene Faust. Seit sie Rentner sind haben beide hier ein Haus gemietet, für 2000,-DM/Jahr ! Leider erhält man für Sri Lanka nur ein Visum für 3 Monate und auf Antrag in Colombo noch mal 3 Monate Verlängerung. Dann muss man aber ausreisen.
Unsere kleine Gruppe wird zum Kaffee eingeladen und wir sind von dem Haus positiv überrascht.
Wie es der Zufall will werden wir mit der gleichen Maschine zurückfliegen. Wenn hier im April die Regenzeit beginnt werden die Schotten dicht gemacht und bis zum Herbst bleiben sie in Berlin. Es ist schön wenn Träume wahr werden.
Unser Batikbild ist fertig und die ersten Ideen für den Rahmen auch. Wir haben Sunil versprochen ein Foto zu machen und es ihm zu schicken.
Wir nutzen die Ebbe um wieder auf dem Riff Muscheln zu suchen und die Fische zu beobachten. Mit einem Polfilter bekomme ich die Wasserspiegelungen entfernt und kann so die Fische auch ohne Unterwassergehäuse filmen.
Der Sand vor dem Hotel Bayroo ist sehr grob. Man sinkt sehr tief ein und es läuft sich schlecht. Nach etwa 300m in Richtung Bentota ist ein scharfer Übergang zu dem Sand den man sonst hier überall hat. Das vorgelagerte Riff verhindert sicher die Ablagerung des feinen Sandes. Unsere Muscheln und angeschwemmte Korallenstücken müssen gut verpackt werden. Wir haben im Vorfeld schon von den Kontrollen am Flughafen Colombo gehört und auf den Kauf von offensichtlich im Ozean geernteten Korallen und Muscheln verzichtet. Auf Bestellung hätte ich auch jede Orchidee bekommen - dann aber auf Kosten der Natur im nahen Regenwald. Ich hoffe das am Flughafen noch Gelegenheit ist auf legale Weise Orchideen zu kaufen.
Das Hotel Bayroo hat sicher schon bessere Zeiten erlebt und die letzte Renovierung liegt Jahre zurück. Das sehr gute Personal muss man hier hervorheben. Auf Grund der allgemein schlechten Auslastung der Hotels war mit großen Showeinlagen im Abendprogramm nicht zu rechnen. Nervig war die Unterschrift für jedes Getränk an der Bar. Sicher liegt die Ursache hier nicht bei den Urlaubern.
Wir plündern unseren Save und nehmen einige Reiseschecks wieder mit nach Deutschland. Für den Euro bezahlen die Einheimische weniger Tauschgebühren als beim Dollar und das neue Geld ist hier wesentlich beliebter als in Deutschland. Es heißt Abschied nehmen von neuen Freunden und Begleitern der letzten 2 Wochen.
Die Koffer sind gepackt und am nächsten Tag ist die schöne Zeit wieder vorbei. Die Fahrt zum Flughafen ist wieder durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse in Colombo geprägt, aber wir sind pünktlich und ohne Komplikationen durch die Kontrollen und eine Orchidee habe ich für die letzten Rupien auch erstanden. Wir haben wieder unsere reservierten Sitzplätze in der Boeing 767 eingenommen und freuen uns auf die gute Sicht.
Es ist nicht alles geschafft was wir in den 2 Wochen vor hatten. Die Besuche des Yala Nationalparks im Südosten der Insel, des Regenwaldes und des Hochlandes müssen wir auf irgendwann verschieben. Sicher werden wir in den nächsten Jahren noch einmal nach Sri Lanka fliegen.
In den Tagen unserer Abwesenheit hat sich das Hotel etwas gefüllt. Das Verhältnis von Angestellten zu Gästen könnte jetzt etwa 1:1 sein.
Heute ist Vollmond und damit Feiertag in Sri Lanka. Unsere kleine Gruppe wurde von Geethani zum Essen eingeladen. Ihr Vater war zu Lebzeiten ein angesehener Mann im Ort und es ist Brauch zu Ehren Buddhas die Mönche einzuladen und anschließend gute Bekannte zu bewirten.Wir folgen der Einladung und treffen uns an dem Laden. Durch die Siedlung laufen wir zu ihrem Haus und sie zeigt uns ihr Zimmer. Den Anfang des Hauses bildet immer erst einmal ein großer Raum. Je nach finanzieller Situation werden dann weitere Räume angebaut. Ihr Mann hat für Sie eine höhere Kaste aufgegeben und ist auch von seiner Familie verstoßen wurden. Ein zurück in eine höhere Kaste gibt es nicht. Nur einige Meter entfernt ist ihr Elternhaus. Die Männer versuchen gerade einige Kokosnüsse zu pflücken, kommen aber an die reifen Früchte mit ihrem Stab nicht heran. Die groß gewachsenen Deutschen haben mit ihren langen Armen schon etwas mehr Reichweite und unser Bekannter hilft natürlich gern. Sehr schnell ist die Schale entfernt und die Nuss aufgeschlagen und es kann gekostet werden. Die Mönche lassen sich beim Essen Zeit und wir können uns etwas den Garten ansehen. Wir setzen uns wie die anderen auf den Fußboden und lassen uns die einzelnen Speisen erklären. Mit Rücksicht auf unsere Gesundheit wurde extra Tafelwasser gekauft. Sie selber trinken Wasser aus ihrem Brunnen. In diesem schwimmen Fische um Vergiftungen im Wasser sofort zu merken. Das übliche Curry und Reis gibt es hier zu jeder Mahlzeit. Das Essen ist sehr gut aber an die Schärfe könnte ich mich nicht gewöhnen. Wir lassen uns erklären wie man richtig mit den Fingern ist, denn "wenn schon denn schon". Fisch, verschiedene Fleisch und Gemüsesorten sowie Reis in allen Farben wird serviert. Obst, auch in vielen uns unbekannten Sorten, gibt es zum Nachtisch.
Wir spenden eine Betrag an Buddha und gehen wieder zu dem Laden der Familie. Eigentlich ist bei Vollmond der Alkoholausschank verboten. Die einheimische Jugend findet alles schön was verboten ist und die Hotels verlegen die Bar auf das Hoteldach. An der üblichen Bar stehen jetzt nur alkoholfreie Getränke im Kühlschrank.
Es ist der 16.März 2002. Unsere erste große Reise führt uns in das ferne Sri Lanka. Der Bus vom Flughafenservice bringt uns pünktlich zum Flughafen Halle-Leipzig. Für 53,50 € werden wir abgeholt und in 2 Wochen wieder nach Hause gebracht. Der Preis rechnet sich. Mit einer Boeing 737 wollen wir nach Frankfurt fliegen. Das Einchecken geht zügig voran. Unser Vorrat an Feuerzeugen muss etwas umverteilt werden und schon haben wir die Kontrollen hinter uns.
Die Maschine landet pünktlich in Frankfurt. Jetzt haben wir über 3 Stunden Aufenthalt und können uns in Ruhe umsehen. Die Sitzplätze in der Condor sind reserviert und dadurch müssen wir beim Check-in nicht in der Schlange stehen. Nur gut, dass die Boeing 767 Raucherplätze hat, denn 10 Stunden im Flugzeug sind eine lange Zeit. Unser erster Langstreckenflug verläuft ruhig und wir landen pünktlich in Colombo.
Die warme feuchte Luft weht uns um die Nase und mit Bussen werden wir zur Ankunftshalle gefahren. Es ist 6:00 Uhr Ortszeit, die Sonne ist noch nicht aufgegangen und den Angestellten des Flughafens fällt es schwer wach zu bleiben. Nach jedem Stempel ein kurzes Nickerchen bis endlich alle Stempel und Unterschriften im Pass sind. Das im Flugzeug mühsam ausgefüllte Einreiseformular wandert ungesehen auf einen Stapel oder landet auf dem Fußboden. Wie immer haben wir die langsamste Schlange erwischt. Schon war die nächste Maschine gelandet und Nachschub drängt in die Halle.
Geschafft - unser neuer Pass hat die ersten vollen Seiten, die Koffer sind auch schon da und das erste Geld wird gewechselt. Der Euro ist für alle neu aber in Sri Lanka viel beliebter als bei uns Deutschen. Dollar in bar und Dollarreiseschecks - wer hat uns nur dazu geraten? Der Kurs am Flughafen ist sehr gut. Draußen wird es langsam hell. Wir werden von einem Neckermannmitarbeiter erwartet und ein Kofferträger bringt uns zu den Bussen. Die Euromünze kommt bei dem Kofferträger nicht so gut an. Scheine sind ihm lieber.
Schon bei der Begrüßung im Bus lernen wir den Unterschied zwischen deutscher und deutschsprachiger Reiseleitung kennen. Es ist nicht einfach den Worten des Reiseleiters zu folgen. Wir fahren Richtung Colombo und sind doch etwas erschrocken wie es entlang der Straße aussieht. Den in den Vororten lebenden Menschen sieht man die Armut an und zwischen den Hütten türmt sich der Müll. An die Fahrweise hier muss man sich erst einmal gewöhnen. Immer wieder halten wir die Luft an weil sich der Fahrer Mühe gibt uns seine Fahrkünste zu zeigen. Wir sind am ersten Hotel angekommen und die Pause wird länger als erwartet. Die Klappe für das Gepäckteil lässt sich nicht öffnen. Weil alle Tricks nicht helfen wird die Klappe mit roher Gewalt aufgehebelt. Dieses Hotel macht nicht den besten Eindruck und wir sind froh, dass wir weiter fahren dürfen. Das Hotel "Bayroo" ist erreicht und der positive Eindruck überwiegt. Die Anlage ist sehr sauber und gepflegt. An der Rezeption verständigen wir uns mit unseren wenigen Englischkenntnissen und erhalten das Zimmer 217.
Die Zimmer sind sehr groß und die recht laute Klimaanlage kühlt das Zimmer schnell auf normale Zimmertemperatur herunter. Die feuchte salzige Luft hat an der Einrichtung ihre Spuren hinterlassen. Vor allem Metallgegenstände aus Aluminium sind sehr angegriffen und die Armaturen im Bad lassen ihren Glanz nur erahnen. Zu meiner Überraschung sind es deutsche Modelle; aber bei uns schon lange nicht mehr erhältlich. Vom Balkon haben wir einen sehr guten Blick über die Hotelanlage auf den Ozean. Wir passen unsere Kleidung den Temperaturen an und inspizieren die Hotelanlage. Obwohl es Zeit zum Essen ist haben wir keinen Hunger - die Zeitverschiebung hat unsere innere Uhr verstellt. Wir gehen ins Restaurant und wollen erst mal etwas trinken. Bier bei der Hitze ist sicher nicht so gut, also versuche ich mit fifty-fifty Beer and Sprite ein radlerähnliches Getränk zu ordern. Dem Kellner entweicht ein leichtes Lächeln und er fragt in sehr gutem Deutsch ob ich ein Radler möchte. Ich habe alles erwartet aber deutsch sprechendes Personal nicht. Sehr schnell sind die ersten Kontakte geknüpft und wir erfahren das nur 10 Gäste im Hotel übernachten und sich das die nächsten Tage auch nicht ändern wird. Einige Hotels mussten schon geschlossen werden. Das sind weitere Folgen des Anschlages in New York.
Wir verlassen das Hotel Richtung Strand, werden schon an der Hautfarbe als Neuankömmlinge erkannt und für die diversen Händler beginnt die Neukundengewinnung. Kaufen, kaufen ..... Zigaretten, Bootstouren, Holzschnitzereien und Saries in allen Varianten werden uns angeboten. Wir bleiben standhaft und erreichen das Wasser.
Ein Korallenriff verläuft in 25m Entfernung parallel zum Strand und ist für diesen Strandabschnitt ein natürlicher Wellenbrecher. Wie in einer Badewanne liegt das Wasser ruhig vor uns. Der Sand ist sehr grob und man sinkt beim Laufen tief ein.
Bei Ebbe kann das Wasser nicht komplett abfließen und heizt sich zusätzlich auf. Die Sicht ist optimal zum Schnorcheln, bis die Flut die ersten Wellen über das Riff schiebt. Bei Ebbe kann man tolle Spaziergänge machen und Seeigel, Seesterne und Muscheln beobachten. Noch schöner sind die sehr bunten Fische oder auch Moränen, Krabben sowie manchmal Wasserschlangen.
Der Himmel verdunkelt sich langsam und ein Gewitter zieht auf. Innerhalb von Minuten steht das Wasser einige Zentimeter hoch auf der Grünfläche des Hotels. So einen Gewitterregen gibt es bei uns selten. Kurze Zeit später ist alles vorbei und die Sonne kommt wieder hervor.
Wir statten dem Schmuckladen am Hotel einen kleinen Besuch ab. Die Besitzer "kleiden" meine Frau komplett ein, inkl. 2 Supersteinen in Hühnereigröße in jede Handfläche. Wir bleiben standhaft und die Juweliere auf ihren Steinen sitzen.
Am ersten Abend lernten wir die anderen 4 Landsleute kennen. Sofort war eine nette Gruppe zusammen. Nach den ersten 5 Minuten des Gespräches stellten wir fest das alle aus der gleichen Ecke in Deutschland kamen. Ein Paar wohnte nur 30km von uns entfernt. Die Welt ist ein Dorf.