Nach einer erholsamen Nacht wollen wir heute nach Aluthgama laufen und uns die Geschäfte etwas genauer ansehen. Vor 2 Jahren waren wir hier auf dem Wochenmarkt und nun wollen wir den gesamten Ort durchstreifen. Von Beruwela bis Aluthgama sind es nur wenige Kilometer und für den Fall der Fälle stehen überall TukTuk bereit und warten nur auf Kundschaft.
Am Ortseingang entdecken wir einen Supermarkt. In der Verkaufskultur hat sich in den letzten beiden Jahren doch einiges getan. Einen Lebensmittelladen dieser Art hat es bei unserem letzten Urlaub noch nicht gegeben. In Deutschland werden die Regale gekühlt - hier ist der ganze Laden gekühlt damit nichts so schnell schlecht wird. Die Auslagen an der Fleischtheke halten deutschen Ansprüchen locker stand. Auch die Frischfischabteilung macht einen sehr guten Eindruck. Wir wollen wieder Cashewnüsse kaufen und beschließen auf dem Rückweg nochmals hier vorbei zu sehen. Schuhe sind in Sri Lanka gut und günstig zu bekommen. Für 280,- Rs und 800,- Rs haben wir uns je ein Paar Sandalen zugelegt. Die etwas höheren Schuhgrößen wird man aber hier schlecht bekommen. Ein Laden in einer Seitenstraße hat sich auf T-Shirts spezialisiert. Alle Markennamen sind hier vertreten und die Preise werden nach Menge gestaffelt. Das Geschäft ist immer voll und viele Einheimische bekommen für das Zutreiben kaufender Kunden Provision. Entsprechend eifrig sind die TukTuk -Fahrer bei der Werbung.
Wir suchen das Lokal, wo wir schon vor 2 Jahren von der Bentotaseite angelegt haben, und stillen erst einmal unseren Durst. Im "River Garden" ist es etwas teurer als in unserem Strandlokal. Hier in Aluthgama kostet die Flasche Bier 130,-Rs und alkoholfreie Getränke 40 Rs. Für deutsche Verhältnisse ist das immer noch ein Sonderpreis der Extraklasse. Bei einem Tauschkurs von 1:119 kann man hier nicht viel falsch machen. Wir finden hier und da noch etwas und machen uns langsam auf den Heimweg. In dem Supermarkt nehmen wir noch die Cashewnüsse mit und suchen dann einen Weg zum Strand.
Pünktlich um 10:00 Uhr treffen wir uns mit Sunil an seiner Werkstatt. Der Fahrer des TukTuk ist auch schon da. Sunil wohnt in Balapitiya und wir fahren eine längere Strecke mit dem Dreirad. An einem schönen Strand machen wir eine kurze Pause. Es sind einige Kilometer die Sunil jeden Tag zurücklegen muss und meistens nimmt er sich ein TukTuk. Wir fahren zur Begrüßung in sein Haus und lernen die Familie kennen. Hier sieht man das er zu den etwas Wohlhabenderen zählt. Die Räume sind sehr groß und der Fußboden ist komplett gefliest.
Am Vormittag wollen wir noch eine Bootstour auf dem See der tausend Inseln machen und fahren wieder mit dem TukTuk zur Anlegestelle der Boote. In Beruwela ist die Fahrt auf dem Bentota sehr schön und hier ist es der Madu Ganga dessen Uferlandschaft unvergesslich ist. Sehr große Wasserwarane und Flughunde sind zu sehen. Der Urwald sieht sehr dicht aus und nur manchmal sieht man Kinder baden und wird an die Zivilisation erinnert. Es sind einige Boote unterwegs und sogar hier gibt es ein Hotel. Es ist von Land nicht zu erreichen und man ist immer auf ein Boot angewiesen.
Auf einer Insel des Sees ist ein buddhistisches Kloster zu besichtigen. Lange Zeit ist hier der "heilige Zahn" versteckt worden. Die Mönche sind auch auf die Spenden der Urlauber angewiesen und so wird die Insel von vielen Booten angefahren. In einem Buch darf man sich dann eintragen und wir sehen das nicht sehr viele Urlauber etwas Geld hier lassen. Ich vergesse meinen Sonnenhut abzunehmen und werde von einem Mönch, welcher ca. 12 Jahre alt ist, in sehr gutem deutsch darauf aufmerksam gemacht. Alle Räume sind zur Besichtigung offen und uns beeindruckt die kluge Bauweise der Häuser. Die Dächer stehen in den Höfen weit über und so kann die Sonne nicht in die Räume scheinen außerdem heizen sich die Wände nicht auf.
Mit dem Boot fahren wir weiter und kommen an einer langen Brücke vorbei. Die Konstruktion ist nur so breit das ein TukTuk darauf fahren kann. In größeren Abständen gibt es breite Stellen an denen sich die begegnenden Fahrzeuge ausweichen können. Die Insel ist nur über diese ziemlich neue Brücke mit dem Festland verbunden. Vorher sind die Bewohner nur mit dem Boot unterwegs gewesen.
Wir müssen an die Rückfahrt denken, denn wir wollen ja das Mittagessen nicht verpassen. Die Tochter von Sunil hat sich eine Pilzzucht aufgebaut und verdient so noch etwas Geld nebenbei. Das Mittagessen war hervorragend - Garnelen in Honig gebacken, Pilze und viele andere leckere Sachen.
Seine Schwester wohnt in einem Nachbarhaus und es gibt hier regelmäßig Familientreffen. Sunil zeigt uns die Hochzeitsbilder seiner Tochter. Sie hat einen Offizier der Armee geheiratet und so wurde das Fest etwas üppiger als üblich. Die Armee beteiligt sich an den Kosten der Trauung, bezahlt die Hochzeitsreise und hat somit Sunil ordentlich finanziell entlastet.
Es wird Zeit wieder nach Beruwela zu fahren. Es ist schon spät und Sunil bleibt gleich zu Hause. Das TukTuk bringt uns zurück ins Hotel. Am Strand verhandeln wir noch über eine Tagesfahrt nach Kandy, welche morgen stattfinden soll.
Die letzten Tage werden wir am Strand verbringen. 2 Wochen sind für diese Insel einfach zu wenig Zeit.
Schon einige Tage bemerken wir ein Ehepaar das jeden Tag durch die Hotelanlage zum Strand geht, aber nicht im Hotel wohnt. Sie sind aus Berlin und kommen schon einige Jahre auf die Insel. Am Anfang noch im Hotel und in den letzten Jahren auf eigene Faust. Seit sie Rentner sind haben beide hier ein Haus gemietet, für 2000,-DM/Jahr ! Leider erhält man für Sri Lanka nur ein Visum für 3 Monate und auf Antrag in Colombo noch mal 3 Monate Verlängerung. Dann muss man aber ausreisen.
Unsere kleine Gruppe wird zum Kaffee eingeladen und wir sind von dem Haus positiv überrascht.
Wie es der Zufall will werden wir mit der gleichen Maschine zurückfliegen. Wenn hier im April die Regenzeit beginnt werden die Schotten dicht gemacht und bis zum Herbst bleiben sie in Berlin. Es ist schön wenn Träume wahr werden.
Unser Batikbild ist fertig und die ersten Ideen für den Rahmen auch. Wir haben Sunil versprochen ein Foto zu machen und es ihm zu schicken.
Wir nutzen die Ebbe um wieder auf dem Riff Muscheln zu suchen und die Fische zu beobachten. Mit einem Polfilter bekomme ich die Wasserspiegelungen entfernt und kann so die Fische auch ohne Unterwassergehäuse filmen.
Der Sand vor dem Hotel Bayroo ist sehr grob. Man sinkt sehr tief ein und es läuft sich schlecht. Nach etwa 300m in Richtung Bentota ist ein scharfer Übergang zu dem Sand den man sonst hier überall hat. Das vorgelagerte Riff verhindert sicher die Ablagerung des feinen Sandes. Unsere Muscheln und angeschwemmte Korallenstücken müssen gut verpackt werden. Wir haben im Vorfeld schon von den Kontrollen am Flughafen Colombo gehört und auf den Kauf von offensichtlich im Ozean geernteten Korallen und Muscheln verzichtet. Auf Bestellung hätte ich auch jede Orchidee bekommen - dann aber auf Kosten der Natur im nahen Regenwald. Ich hoffe das am Flughafen noch Gelegenheit ist auf legale Weise Orchideen zu kaufen.
Das Hotel Bayroo hat sicher schon bessere Zeiten erlebt und die letzte Renovierung liegt Jahre zurück. Das sehr gute Personal muss man hier hervorheben. Auf Grund der allgemein schlechten Auslastung der Hotels war mit großen Showeinlagen im Abendprogramm nicht zu rechnen. Nervig war die Unterschrift für jedes Getränk an der Bar. Sicher liegt die Ursache hier nicht bei den Urlaubern.
Wir plündern unseren Save und nehmen einige Reiseschecks wieder mit nach Deutschland. Für den Euro bezahlen die Einheimische weniger Tauschgebühren als beim Dollar und das neue Geld ist hier wesentlich beliebter als in Deutschland. Es heißt Abschied nehmen von neuen Freunden und Begleitern der letzten 2 Wochen.
Die Koffer sind gepackt und am nächsten Tag ist die schöne Zeit wieder vorbei. Die Fahrt zum Flughafen ist wieder durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse in Colombo geprägt, aber wir sind pünktlich und ohne Komplikationen durch die Kontrollen und eine Orchidee habe ich für die letzten Rupien auch erstanden. Wir haben wieder unsere reservierten Sitzplätze in der Boeing 767 eingenommen und freuen uns auf die gute Sicht.
Es ist nicht alles geschafft was wir in den 2 Wochen vor hatten. Die Besuche des Yala Nationalparks im Südosten der Insel, des Regenwaldes und des Hochlandes müssen wir auf irgendwann verschieben. Sicher werden wir in den nächsten Jahren noch einmal nach Sri Lanka fliegen.
Heute erkunden wir den Strand bis zur Bentotamündung. Es gibt diverse kleine Läden und es wird alles angeboten was man Touristen verkaufen kann. Ein Ehepaar aus unserer Gruppe hat sich einige Kleidungsstücke nähen lassen und die Qualität hat uns überzeugt. Wir folgen der Wegbeschreibung und suchen diese Schneiderei auf. Eine riesige Auswahl an Stoffen hängt an den Wänden der Holzhütte und mit Frau Geethani werden die ersten Kontakte geknüpft. Unsere Maße sind schnell genommen nun muß nur noch der Machart ausgesucht werden. Man sitzt tausende Kilometer von zu Hause entfernt, auf einer Insel im Indischen Ozean, und sucht sich in einem Quellekatalog den Schnitt für ein Kleid aus. Die Frau ist für die Aufträge zuständig und ihr Mann näht zu Hause im 24 Stundendienst die Sachen zusammen. Für die Hemden haben wir je 8,- und für das Kleid 12,-Euro ausgehandelt. Durch unsere Rundreise wollen wir die Sachen erst später abholen. Nicht nur in den Hotels sondern auch am Strand gibt es Schmuckläden. Die Geschäfte sind gesichert wie Fort Knox. Niemand ist aufdringlich und wir können uns in aller Ruhe die Läden ansehen.
Ein Batikmaler hat ein schönes Bild in seiner Werkstatt hängen und wir kommen ins Gespräch. Sunil spricht etwas Deutsch und so verbringen wir noch einige Zeit in dem Laden. Sunil zeigt uns Fotos von seinen Bildern die ihm Touristen von zu Hause geschickt haben. Wir stellen die Farben und Motive zusammen und lassen uns ein Bild nach unseren Vorgaben anfertigen. Nachdem der Preis geklärt ist werden wir zum Tee eingeladen. Auch bei der Wärme löscht der Tee den Durst.
Die Vier hatten schon für den nächsten Tag eine Bootsfahrt auf dem Bentotafluss organisiert. Wir schließen uns natürlich an. Durch den Sohn der einen Familie wurde ein einheimischer junger Mann als Reiseleiter empfohlen, den sie "Tchibo" nannten. Nach kurzen Preisverhandlungen könnte es losgehen aber wegen der 2 zusätzlichen Personen muss der Ablauf geändert werden. Durch den niedrigen Wasserstand bei Ebbe kommt das Boot mit 6 Personen, plus Reiseleiter und Kapitän, nicht vom Hotelstrand zum Einlauf des Flusses. Kurz entschlossen wird ein Kleinbus organisiert, der uns zur Mündung des Bentota bringt. Die Organisation ist perfekt und auch der Bus lässt keine Wünsche übrig. Der klimatisierte Bus hat einen umsichtigen Fahrer am Lenkrad und nach kurzer Fahrt sind wir schon am Ziel. Wir steigen in das Boot und es geht flussaufwärts. Durch den Regen am Vorabend ist der Fluss angestiegen und wir müssen die Köpfe unter den ersten Brücken einziehen. Am Bentota Beach Hotel werden Elefanten im Fluss gebadet und gewaschen. Die Tiere gehören sicher zum Hotel.
Die Landschaft wird unbeschreiblich schön. Die Palmen weichen waren Baumriesen und der Urwald wird immer dichter. Unser Reiseführer "Tchibo" spricht sehr gut deutsch und erklärt uns die Tier- und Pflanzenwelt Sri Lankas. Seine geschulten Augen entdecken Tiere, welche wir nie entdeckt hätten. Wasserwarane sind die ersten Echsen, die wir selbst erspähen. Die Sonne steigt langsam höher und es wird das Sonnendach über das Boot gezogen. Durch die spiegelnde Wasseroberfläche ist die Gefahr eines Sonnenbrandes noch höher als an Land. In den großen Bäumen am Fluss hängen Flughunde und machen einen Höllenlärm. Immer wieder kommen uns andere Boote entgegen oder überholen uns. Der Ausflugsverkehr auf dem Fluss ist für viele eine willkommene Einnahmequelle.
Wir fahren an einer schönen Villa vorbei und erfahren das die einem Deutschen gehört. Für 50.000 Dollar Kaution und einem einheimischen Strohmann ist es möglich sich dort anzusiedeln. Sehr oft wird aber auch noch viel mehr Lehrgeld gezahlt.
Zielstrebig nimmt ein kleines Boot Kurs auf uns. Unser Boot hält an und wir haben einen Fototermin mit einem kleinen Krokodil. Langsam begreifen wir das Provisionssystem, von dem viele Leute ihren Anteil wollen. Eine Hand wäscht die andere und hier sind viele Hände im Wasser.
Wir nehmen Kurs in die Mangroven und müssen sehr auf die spitzen Luftwurzeln aufpassen, welche senkrecht über unseren Kopf schweben. Hier ist der Eisvogel in seinem Element und wir sehen einige dieser schönen Vögel. Wer sich in diesem Dickicht nicht auskennt, findet den Ausgang nicht so schnell. Vorbei an Garnelenfischern fahren wir wieder flussabwärts. Wir wollen noch den Wochenmarkt in Alutgama besuchen und geben etwas Gas.
Hier versorgen sich die Bewohner also mit den notwendigen Lebensmitteln. Der Kontrast dieses Marktes könnte nicht größer sein. Bunte Gewürzstände und frische Obst- und Gemüseauslagen sind für uns ein beliebtes Fotoziel. Um den Fleischstand machen wir einen großen Bogen. Den Fischmarkt sehen wir uns aber noch an. Die großen Brocken werden in Beruwela auf dem Fischmarkt ersteigert und hier in kleinen Portionen verkauft. Einen Kühlschrank können sich die meisten Familien nicht leisten und so wird hier täglich der Bedarf eingekauft.
Wir machen einen Abstecher in ein Lokal am Fluss uns lassen uns im Schatten nieder. Sanfte Musik im Hintergrund, ein kühles Bier und der Blick auf den Fluss lassen die Seele baumeln. Etwas ausgeruht bringt uns der Bus wieder in das Hotel. Jetzt heißt es erst einmal ein Moskitonetz organisieren. Unser Tagesrhythmus kann sich nur schwer an das Leben hier anpassen. Die Klimaanlage ist doch recht laut, das Stromnetz träumt von 220V und bricht regelmäßig zusammen, wenn in den Hotels das Abendessen zubereitet wird. Die geringen Niederschläge der letzten Wochen haben die Staudämme nicht gefüllt und deshalb wird der Strom nur stundenweise angestellt. Das Hotel hilft sich mit einem Generator der Leistung mit Lärm verwechselt. Bis pünktlich 0:00 Uhr ist nicht an Schlaf zu denken. Plötzlich sind die Lampen heller und sogar die Neonröhren im Bad springen an. Die Klimaanlage wacht auf und denkt intensiv über ihre Aufgaben nach. Langsam fallen auch wir ins Bett.