Noch 3 Tage in Sri Lanka und dann ist die schöne Zeit schon wieder vorbei. Immer wieder finden wir in Beruwela neue interessante Orte und dabei ist auch eine Gärtnerei. Vor allem die riesigen Hibiskusblüten waren eine Augenweide. Seit langem suche ich getopfte und bewurzelte Pflanzen des Frangipanibaumes weil die Ausfallquote von Stecklingen während der Bewurzelung sehr hoch ist. Außerdem kann es am Zoll bei der Ausfuhr Probleme geben.Leider liegt die Brieftasche im Hotel und
wir wollten später noch einmal hier vorbei zukommen. Ein kräftiger Regenguss hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
In diesem Teil des Ortes verbringen viele Deutsche ihren Langzeiturlaub und ein Supermarkt macht Werbung der besonderen Art für diese Zielgruppe. Die Bewohner von Beruwela nennen diesen Ortsteil auch die Deutsche Kolonie.
Am Strand sehen wir sehr schöne Postkarten. Weil wir kein Geld dabei hatten wollten wir schon weiter gehen, als der ältere Mann uns angeboten hat die Karten mitzunehmen und das Geld am nächsten Tag bei seiner Tochter abzugeben. So ein Vertrauen haben die Leute den Urlaubern gegenüber. Wir sind noch am gleichen Nachmittag zurückgelaufen und haben unsere Schulden plus Zinsen bezahlt. Es ist Ebbe und auch die Fischer nutzen das Niedrigwasser um in der Badewanne zu angeln.
Ich bin schon in Deutschland mit einer leichten Erkältung abgeflogen. Der Husten in der Nacht verschlimmert sich und bringt uns um den Schlaf. Wir versuchen in einer Apotheke die nötigen Tabletten zu bekommen und hoffen das die nächsten Nächte wieder ruhiger werden.
Immer wieder unterschätzen die Touristen die gefährliche Unterströmung an diesem Küstenabschnitt und müssen von den Rettungsschwimmern aus dem Wasser gezogen werden. Aber nicht jedes Hotel kann sich den Luxus leisten und Rettungsschwimmer beschäftigen. Viele warnen ihre Gäste nicht mal mit roten Flaggen. Ein Russe aus dem Nachbarhotel hat es heute nicht geschafft wieder an die Wasseroberfläche zu kommen und ist ertrunken. Man steht bis zu den Knien im Wasser - es kommen mehrere Wellen hintereinander - das zurückfließende Wasser zieht einem die Füße weg und spült die Personen weit hinaus. Wir gehen deshalb regelmäßig in die Badewanne am Hotel Bayroo. So nebenbei wurden wir dann auch Stammgast in diesem Lokal. Das "Wijaya Beach Resort" hat eine schöne Terrasse mit Blick auf das Meer und weil oft der Platz nicht reicht, sitzen einige Gäste auch vor dem Lokal. Vor allem der Sonnenuntergang läßt sich von diesem schönen Fleck bei einer Flasche Lion besonders gut beobachten. Die Flasche (0,66 Liter) kostet hier 100,- Rs und alkoholfreie Getränke sind noch erheblich billiger. Das Lokal liegt an der Trennlinie zwischen groben und feinen Sand, nur wenige hundert Meter südlich vom Hotel Bayroo.
An diesem Abend wurde die "Küche" des Hotels im Freien vor dem Restaurant aufgebaut. Die aufgezogenen Wolken wurden immer dichter jedoch blieb es bei einen paar Tropfen Regen. Petrus meinte es gut mit uns und die Köche mussten aus den bunt zusammengewürfelten Zutaten der Urlauber ein schmackhaftes Essen bereiten.
Am nächsten Tag fand die offizielle Begrüßung durch das Hotel statt. Alle Gäste wurden schriftlich eingeladen und in der Parkanlage vor dem Hotel fand am Abend der Empfang statt. Die Juweliere der Hotelarkaden hatten einige Vitrinen aufgestellt und auch die Tauchschule durfte um Kunden werben. Der Alkohol lockerte dann die Scheine in den Brieftaschen einiger Urlauber.
Nachdem ich die folgende Nacht wieder nicht geschlafen habe mussten wir den Hotelarzt rufen lassen. Der Arzt des "Confifi Medical Centre" aus dem benachbarten "Riverina" war schneller als unser Dolmetscher Manju, welcher noch die Morgengymnastik im Pool leitete. Ohne Manju war die Verständigung aber bald in der Sackgasse und wenn es um Medikamente geht sollte man lieber auf den genauen Wortlaut hören. Nach wenigen Minuten hatte ich meine Medizin und Dr. Liyanagama 2500,-Rs aus meiner Brieftasche. In Deutschland hätte ich schon für die Zuzahlung der Medikamente mehr ausgeben müssen. Schon am Abend ging es mir wesentlich besser.
Am Strand haben wir erfahren das die Frau von Tchibo in Beruwela ist und haben für Morgen ein Treffen vereinbart.
Mit gemischten Gefühlen machen wir uns auf den Weg zum Treffpunkt. Einer seiner Freunde bringt uns zum Wohnhaus von ihrer Mutter. Bei einem Glas Kokosmilch erfahren wir etwas mehr über seine Krankheit. Mit seiner Frau und den beiden Kindern gehen wir zu der Grabstelle. Tchibo war Hindu und müsste eigentlich verbrannt worden sein. Durch seine Alkoholkrankheit galt er aber als unrein und durfte nicht verbrannt und auch nicht auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt werden. Das Grab befindet sich auf einem Grundstück der Familie. Im Hintergrund sieht man das Grab ihres Vaters. Wir können immer noch nicht glauben das Tchibo durch Alkohol so schnell verstorben ist. Im Haus ihrer Mutter können wir uns die letzten Bilder von ihm ansehen. Tchibo hätte ich auf einigen Bildern gar nicht erkannt. An der Beisetzung haben auch Urlauber teilgenommen die seine Frau Deepa erreicht hat und deren Adressen sie kannte. Er war bekannt und beliebt.
Heute werden wir unsere Bekannten besuchen und uns zurückmelden. Die Hotels Palm Garden und Bayroo liegen etwas mehr als 1km auseinander und auf halber Entfernung befinden sich die Verkaufsstände der Einheimischen. Wir hatte Sunil versprochen unser Batikbild mit Rahmen zu fotografieren und jetzt wollen wir ihm das Bild zeigen. Wir finden Sunil an seinem Stammplatz. Unter einem Baum spielt er mit seinen Kumpels Karten. Es dauert einen Augenblick bis er uns erkennt und dann gehen wir auf eine Tasse Tee in seine Werkstatt. Die Geschäfte sind besser geworden und auch die Urlauber kommen wieder zahlreicher nach Sri Lanka. In seiner Werkstatt hat sich nicht viel verändert. Er hat jetzt einige Angestellte die für ihn die Bilder mit Wachs abdecken. Der Tee ist lecker und wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Sunil hat Geburtstag und wir sind morgen zum Essen eingeladen. Wir vereinbaren die Werkstatt als Treffpunkt und gehen nun zu Geethani, unserer Schneiderin.
Den Laden gibt es nicht mehr und in den Räumen hat eine andere Frau ihre Stoffe ausgebreitet. Wir fragen uns durch und nicht weit entfernt hat Geethani einen neuen größeren Laden eröffnet. Die Geschäfte waren gut und der alte Laden zu klein. Deshalb ist sie in die neuen Räume umgezogen. Jetzt hat sie einen Deckenventilator bessere Beleuchtung und viel mehr Platz. Für meine neue Kollektion nehmen wir diesmal nicht Maß sondern ich werde ihr ein Musterhemd vorbeibringen. Rauchen macht schlank stimmt wirklich, denn seit wir nikotinfrei sind hat sich unsere Gewicht ständig erhöht. Einmal komplett einkleiden ist schon nötig und hier kann man sparen und die Qualität stimmt. Wir werden am Nachmittag nochmal vorbei sehen und wollen jetzt zu Tchibo.
Auch wenn unser Hotel nicht sein Revier ist wollen wir mit Tchibo einige Touren unternehmen. Wir sehen Tchibo nicht und fragen nach. Einer sagt Tchibo hat geheiratet und ist weggezogen. Das kann aber nicht sein denn Tchibo hatte schon eine Familie. Wir gehen weiter in sein Reisebüro. Neben dem Hotel Bayroo stehen einige dichte Büsche und dort hat Tchibo eine Bank gebaut. Dort sitzen aber nur seine Freunde und wir erfahren das Tchibo tot ist.
Im November 2002 ist er an seiner Alkoholkrankheit gestorben. Im März des Jahres ist uns nichts aufgefallen und ein halbes Jahr später gab es schon keine Rettung mehr. Diese Nachricht müssen wir erst mal verdauen. Seine Freunde wollen den Kontakt zur Familie herstellen und wir wollen auch das Grab sehen.
Unsere Urlaubsplanung steht Kopf und für Ausflüge mit Anderen haben wir erst mal keine Lust. Planlos laufen wir zurück und wollen erst mal nur unser Zimmer tauschen. Das neue Zimmer ist eine andere Liga und hier werden normal nur Stammgäste untergebracht. Vom Balkon haben wir den Blick auf den Ozean, der Wasserdruck stimmt und die Klimaanlage funktioniert sehr gut. Vor lauter Aufregung lassen wir einen Umschlag mit unseren Reiseschecks in dem alten Zimmer liegen. Beim Saubermachen werden sie entdeckt und uns zurückgebracht. Hoffentlich hat der Finderlohn den Weg zum ehrlichen Zimmerboy gefunden. So ist uns wenigstens der Ärger mit der Ersatzbeschaffung erspart geblieben.
Am Abend wollen wir den Ärger in der Bar herunterspülen. Die Bar ist jedoch soweit herunter gekühlt das wir beschließen lieber im Freien sitzen zu bleiben. Vor der Bar sind einige Sitzgruppen aufgestellt. Diese sind immer heiß begehrt obwohl hier die Moskitos abends sehr aktiv sind.
Wir hatten uns fest vorgenommen Sri Lanka noch einmal zu besuchen. Wir haben schon viel von der schönen Insel gesehen aber noch nicht alle Vorhaben umsetzen können. An den Angeboten der Fluggesellschaften hat sich seit 2002 nicht sehr viel verändert. Hotelzimmer gibt es genügend aber keine Flüge. In der Wintersaison gibt es von Leipzig keine Direktverbindung und so bringt uns ein Bus der LTU zum Flughafen Berlin-Schönefeld und von dort fliegen wir nonstop bis Colombo. Alle Fluggesellschaften haben ihre Raucherabteile abgeschafft und auch wir sind zu den Nichtrauchern übergelaufen. Seit einem halben Jahr vergrößern wir das Haushaltsloch unseres Finanzministers und jetzt folgt der Härtetest. Die Zigaretten sind preiswert, werden an den Strand geliefert und man hat doch so viel Zeit.
Unseren Flughafenzubringer buchen wir per Internet und auch diesmal funktioniert alles reibungslos. Auf einen Bustransfer zwischen 2 Flughäfen werden wir uns sicher nicht noch einmal ein lassen. Der Zeitverlust ist zu groß und 2 Stunden im voll besetzten Bus machen einfach keinen Spaß. Unsere Plätze im Flugzeug haben wir wieder vorreserviert und durch die LTU Card müssen wir nicht so auf das Gepäckgewicht achten. Wir fliegen erste 22:20 Uhr ab und sollen 13:00 Uhr in Colombo sein.
Nach einem ruhigen Flug landen wir pünktlich auf der Insel. Der Flughafen hat sich sehr verändert. Keine schlafenden Angestellten, keine langen Schlangen sondern Computer und eine gute Organisation machen die Einreise zu einem Vergnügen. Durch die Reiseleitung erfolgt die Aufteilung auf die Busse und die Fahrt zu den Hotels kann beginnen. Der Verkehr in Colombo hat sich nicht verändert und auch die Straßen sind nicht ausgebessert worden.
Das "Hotel Palm Garden" liegt an der Südwestküste Sri Lankas, ca. 96Km vom Flughafen entfernt und ist ein All Inclusive Club. Die Zimmer sind groß, sauber aber der Wasserdruck ist in unserem Zimmer gegen Null. Der große Balkon hat keine Sicht zum Ozean. Er liegt über der Empfangshalle mit Blick auf die Parkanlage Richtung Straße. Es ist sehr laut und das Zimmer entspricht so nicht den Vorstellungen.
Durch Informationen aus dem Internet wissen wir das einige Zimmer schon modernisiert wurden und diese im rechten Flügel sind. In diesem Hotel spricht man nicht so viel Deutsch und auch bei den Touristen sind die Engländer in der Mehrheit. Wir machen einen ersten Rundgang und lernen Manju kennen. Der 2. Chef der Animateure spricht gut deutsch und will uns helfen zu einem neuen Zimmer zu kommen. Unsere bisherigen Bemühungen waren nicht erfolgreich weil das Hotel ausgebucht sein soll.
Am Strand sind wir natürlich willkommene Neukunden und werden von allen Seiten angesprochen. Wir suchen aber erst mal unseren Bekannten, mit dem wir vor 2 Jahren so schöne Ausflüge gemacht haben. Vor dem Hotel will keiner "Tchibo" kennen und so werden wir morgen sein "Reisebüro" besuchen. Unsere Kenntnisse vom letzten Aufenthalt über Land und Leute helfen uns für die Strandverkäufer uninteressant zu sein. Ein kurzer Plausch und sie suchen sich neue Opfer.
Gemeinsam mit Manju gelingt es meiner Frau ein anderes Zimmer zu besorgen. Eine Nacht müssen wir in diesem Zimmer bleiben aber Morgen Nachmittag können wir umziehen.