Sunil

Wir besuchen einen Freund

Pünktlich um 10:00 Uhr treffen wir uns mit Sunil an seiner Werkstatt. Der Fahrer des TukTuk ist auch schon da. Sunil wohnt in Balapitiya und wir fahren eine längere Strecke mit dem Dreirad. An einem schönen Strand machen wir eine kurze Pause. Es sind einige Kilometer die Sunil jeden Tag zurücklegen muss und meistens nimmt er sich sein  Hausein TukTuk. Wir fahren zur Begrüßung in sein Haus und lernen die Familie kennen. Hier sieht man das er zu den etwas Wohlhabenderen zählt. Die Räume sind sehr groß und der Fußboden ist komplett gefliest.

Am Vormittag wollen wir noch eine Bootstour auf dem See der tausend Inseln machen und fahren wieder mit dem TukTuk zur Anlegestelle der DschungelBoote. In Beruwela ist die Fahrt auf dem Bentota sehr schön und hier ist es der Madu Ganga  dessen Uferlandschaft unvergesslich ist. Sehr große Wasserwarane und Flughunde sind zu sehen. Der Urwald sieht sehr dicht aus und nur manchmal sieht man Kinder baden und wird an die Zivilisation erinnert. Es sind einige Boote unterwegs und sogar hier gibt es ein Hotel. Es ist von Land nicht zu erreichen und man ist immer auf ein Boot Batikmaler Sunil - eine kleine Inselangewiesen.

Auf einer Insel des Sees ist ein buddhistisches Kloster zu besichtigen. Lange Zeit ist hier der "heilige Zahn" versteckt worden. Die Mönche sind auch auf die Spenden der Urlauber angewiesen und so wird die Insel von vielen Booten angefahren. In einem Buch darf man sich dann eintragen und wir sehen das nicht sehr viele Urlauber etwas Geld hier lassen. Ich vergesse meinen Sonnenhut abzunehmen und werde von einem Mönch, welcher  ca. 12 Jahre alt ist, in sehr gutem deutsch darauf aufmerksam gemacht. Alle Räume sind zur Besichtigung offen und uns beeindruckt die kluge Bauweise der Häuser. Die Dächer stehen in den Höfen weit über und so kann die Sonne nicht in die Räume scheinen außerdem heizen sich die Wände nicht auf.

Mit dem Boot fahren wir weiter und kommen an einer langen Brücke eine abenteuerliche Brückevorbei. Die Konstruktion ist nur so breit das ein TukTuk darauf fahren kann. In größeren Abständen gibt es breite Stellen an denen sich die begegnenden Fahrzeuge ausweichen können. Die Insel ist nur über diese ziemlich neue Brücke mit dem Festland verbunden. Vorher sind die Bewohner nur mit dem Boot unterwegs gewesen.

Wir müssen an die Rückfahrt denken, denn wir wollen ja Pilzzucht seiner Tochterdas Mittagessen nicht verpassen.  Die Tochter von Sunil hat sich eine Pilzzucht aufgebaut und verdient so noch etwas Geld nebenbei. Das Mittagessen war hervorragend - Garnelen in Honig gebacken, Pilze und viele andere leckere Sachen.

Seine SchwesteBatikmaler Sunil - sein Neffer wohnt in einem Nachbarhaus und es gibt hier regelmäßig Familientreffen. Sunil zeigt uns die Hochzeitsbilder seiner Tochter. Sie hat einen Offizier der Armee geheiratet und so wurde das Fest etwas üppiger als üblich. Die Armee beteiligt sich an den Kosten der Trauung, bezahlt die Hochzeitsreise und hat somit Sunil ordentlich finanziell entlastet.

Es wird Zeit wieder nach Beruwela zu fahren. Es ist schon spät und Sunil bleibt gleich zu Hause. Das TukTuk bringt uns zurück ins Hotel. Am Strand verhandeln wir noch über eine Tagesfahrt nach Kandy, welche morgen stattfinden soll.

Die ersten Tage auf Sri Lanka

Heute werden wir unsere Bekannten besuchen und uns zurückmelden. Die Hotels Palm Garden und Bayroo liegen etwas mehr als 1km auseinander und aufSri Lanka 2004 am Strand halber Entfernung befinden sich die Verkaufsstände der Einheimischen. Wir hatte Sunil versprochen unser Batikbild mit Rahmen zu fotografieren und jetzt wollen wir ihm das Bild zeigen. Wir finden Sunil an seinem Stammplatz. Unter einem Baum spielt er mit seinen Kumpels Karten. Es dauert einen Augenblick bis er uns erkennt und dann gehen wir auf eine Tasse Tee in seine Werkstatt. Die Geschäfte sind besser geworden und auch die Urlauber kommen wieder zahlreicher nach Sri Lanka. In seiner Werkstatt hat sich nicht viel verändert. Er hat jetzt einige Angestellte die für ihn die Bilder mit Wachs abdecken. Der Tee ist lecker und wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Sunil hat Geburtstag und wir sind morgen zum Essen eingeladen. Wir vereinbaren die Werkstatt als Treffpunkt und gehen nun zu Geethani, unserer Schneiderin.

Den Laden gibt es nicht mehr und in den Räumen hat eine andere Frau ihre Stoffe ausgebreitet. Wir fragen uns durch und nicht weit entfernt hat Geethani einen neuen größeren Laden eröffnet. Die Geschäfte waren gut und der alte Laden zu klein. Deshalb ist sie in die neuen Räume umgezogen. Jetzt hat sie einen Deckenventilator bessere Beleuchtung und viel mehr Platz. Für meine neue Kollektion nehmen wir diesmal nicht Maß sondern ich werde ihr ein Musterhemd vorbeibringen. Rauchen macht schlank stimmt wirklich, denn seit wir nikotinfrei sind hat sich unsere Gewicht ständig erhöht. Einmal komplett einkleiden ist schon nötig und hier kann man sparen und die Qualität stimmt. Wir werden am Nachmittag nochmal vorbei sehen und wollen jetzt zu Tchiboer war leider Alkoholsüchtig.

Auch wenn unser Hotel nicht sein Revier ist wollen wir mit Tchibo einige Touren unternehmen. Wir sehen Tchibo nicht und fragen nach. Einer sagt Tchibo hat geheiratet und ist weggezogen. Das kann aber nicht sein denn Tchibo hatte schon eine Familie. Wir gehen weiter in sein Reisebüro. Neben dem Hotel Bayroo stehen einige dichte Büsche und dort hat Tchibo eine Bank gebaut. Dort sitzen aber nur seine Freunde und wir erfahren das Tchibo tot ist.

Im November 2002 ist er an seiner Alkoholkrankheit gestorben. Im März des Jahres ist uns nichts aufgefallen und ein halbes Jahr später gab es schon keine Rettung mehr. Diese Nachricht müssen wir erst mal verdauen. Seine Freunde wollen den Kontakt zur Familie herstellen und wir wollen auch das Grab sehen.

Unsere Urlaubsplanung steht Kopf und für Ausflüge mit Anderen haben wir erst mal keine Lust. Planlos laufen wir zurück und wollen erst mal nur unser Zimmer tauschen.Blick auf den Indischen Ozean Das neue Zimmer ist eine andere Liga und hier werden normal nur Stammgäste untergebracht. Vom Balkon haben wir den Blick auf den Ozean, der Wasserdruck stimmt und die Klimaanlage funktioniert sehr gut. Vor lauter Aufregung lassen wir einen Umschlag mit unseren Reiseschecks in dem alten Zimmer liegen. Beim Saubermachen werden sie entdeckt und uns zurückgebracht. Hoffentlich hat der Finderlohn den Weg zum ehrlichen Zimmerboy gefunden. So ist uns wenigstens der Ärger mit der Ersatzbeschaffung erspart geblieben.

Am Abend wollen wir den Ärger in der Bar herunterspülen. Die Bar ist jedoch soweit herunter gekühlt das wir beschließen lieber im Freien sitzen zu bleiben. Vor der Bar sind einige Sitzgruppen aufgestellt. Diese sind immer heiß begehrt obwohl hier die Moskitos abends sehr aktiv sind.

Sri Lanka 2002 - Die letzten Tage

Die letzten Tage werden wir am Strand verbringen. 2 Wochen sind für diese Insel einfach zu wenig Zeit.

Schon einige Tage bemerken wir ein Ehepaar das jeden Tag durch die Hotelanlage zum Strand geht, aber nicht im Hotel wohnt. Sie sind aus Berlin und kommen schon einige Jahre auf die Insel. Am Anfang noch im Hotel und in den letzten Jahren auf eigene Faust. Seit sie Rentner sind haben beide hier ein Haus gemietet, für 2000,-DM/Jahr ! Leider erhält man für Sri Lanka nur ein Visum für 3 Monate und auf Antrag in Colombo noch mal 3 Monate Verlängerung. Dann muss man aber ausreisen.

Unsere kleine Gruppe wird zum Kaffee eingeladen und wir sind von dem Haus positiv überrascht. Strandpanorama

Wie es der Zufall will werden wir mit der gleichen Maschine zurückfliegen. Wenn hier im April die Regenzeit beginnt werden die Schotten dicht gemacht und bis zum Herbst bleiben sie in Berlin. Es ist schön wenn Träume wahr werden.

Unser Batikbild ist fertig und die ersten Ideen für den Rahmen auch. Wir haben Sunil versprochen ein Foto zu machen und es ihm zu schicken.

Wir nutzen die Ebbe um wieder auf dem Riff Muscheln zu suchen und die Fische zu beobachten. Mit einem Polfilter bekomme ich die Wasserspiegelungen entfernt und kann so die Fische auch ohne Unterwassergehäuse filmen.

Der Sand vor dem Hotel Bayroo ist sehr grob. Man sinkt sehr tief ein und es läuft sich schlecht. Nach etwa 300m in Richtung Bentota ist ein scharfer Übergang zu dem Sand den man sonst hier überall hat. Das vorgelagerte Riff verhindert sicher die Ablagerung des feinen Sandes. Unsere Muscheln und angeschwemmte Korallenstücken müssen gut verpackt werden. Wir haben im Vorfeld schon von den Kontrollen am Flughafen Colombo gehört und auf den Kauf von offensichtlich im Ozean geernteten Korallen und Muscheln verzichtet. Auf Bestellung hätte ich auch jede Orchidee bekommen - dann aber auf Kosten der Natur im nahen Regenwald. Ich hoffe das am Flughafen noch Gelegenheit ist auf legale Weise Orchideen zu kaufen.

Das Hotel Bayroo hat sicher schon bessere Zeiten erlebt und die letzte Renovierung liegt Jahre zurück. Das sehr gute Personal muss man hier hervorheben. Auf Grund der allgemein schlechten Auslastung der Hotels war mit großen Showeinlagen im Abendprogramm nicht zu rechnen. Nervig war die Unterschrift für jedes Getränk an der Bar. Sicher liegt die Ursache hier nicht bei den Urlaubern.

Wir plündern unseren Save und nehmen einige Reiseschecks wieder mit nach Deutschland. Für den Euro bezahlen die Einheimische weniger Tauschgebühren als beim Dollar und das neue Geld ist hier wesentlich beliebter als in Deutschland. Es heißt Abschied nehmen von neuen Freunden und Begleitern der letzten 2 Wochen.

Die Koffer sind gepackt und am nächsten Tag ist die schöne Zeit wieder vorbei. Die Fahrt zum Flughafen ist wieder durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse in Colombo geprägt, aber wir sind pünktlich und ohne Komplikationen durch die Kontrollen und eine Orchidee habe ich für die letzten Rupien auch erstanden. Wir haben wieder unsere reservierten Sitzplätze in der Boeing 767 eingenommen und freuen uns auf die gute Sicht.

Es ist nicht alles geschafft was wir in den 2 Wochen vor hatten. Die Besuche des Yala Nationalparks im Südosten der Insel, des Regenwaldes und des Hochlandes müssen wir auf irgendwann verschieben. Sicher werden wir in den nächsten Jahren noch einmal nach Sri Lanka fliegen.

Sri Lanka 2002 - der 6. Tag

Heute erkunden wir den Strand bis zur Bentotamündung. Es gibt diverse kleine Läden und es wird alles angeboten was man Touristen verkaufen kann. Ein Ehepaar aus unserer Gruppe hat sich einige Kleidungsstücke nähen lassen und die Qualität hat uns überzeugt. Wir folgen der Wegbeschreibung und suchen diese Schneiderei auf. Eine riesige Auswahl an Stoffen hängt an den Wänden der Holzhütte und mit Frau Geethani werden die ersten Kontakte geknüpft. Unsere Maße sind schnell genommen nun muß nur noch der Machart ausgesucht werden. Man sitzt tausende Kilometer von zu Hause entfernt, auf einer Insel im Indischen Ozean, und sucht sich in einem Quellekatalog den Schnitt für ein Kleid aus. Die Frau ist für die Aufträge zuständig und ihr Mann näht zu Hause im 24 Stundendienst die Sachen zusammen. Für die Hemden haben wir je 8,- und für das Kleid 12,-Euro ausgehandelt. Durch unsere Rundreise wollen wir die Sachen erst später abholen. Nicht nur in den Hotels sondern auch am Strand gibt es Schmuckläden. Die Geschäfte sind gesichert wie Fort Knox. Niemand ist aufdringlich und wir können uns in aller Ruhe die Läden ansehen.

Ein Batikmaler hat ein schönes Bild in seiner Werkstatt hängen und wir kommen ins Gespräch. Sunil spricht etwas Deutsch und so verbringen wir noch einige Zeit in dem Laden. Sunil zeigt uns Fotos von seinen Bildern die ihm Touristen von zu Hause geschickt haben. Wir stellen die Farben und Motive zusammen und lassen uns ein Bild nach unseren Vorgaben anfertigen. Nachdem der Preis geklärt ist werden wir zum Tee eingeladen. Auch bei der Wärme löscht der Tee den Durst.