Nach dem sehr guten Frühstück bereiten wir uns für die Stadtrundfahrt vor. Die Abfahrtszeit vor dem Hotel ist 08:30 Uhr und wir sind wieder einmal fast die letzten. Der größte Teil der Reisgruppe hat den Kampf um die angeblich besten Plätze im Bus schon hinter sich. Alle wollen wie immer vorn sitzen aber wir haben im hinteren Teil des Busses 4 Sitzbänke für uns. Die Gruppe besteht "nur" aus 20 Personen weshalb doch einige Plätze frei bleiben. So können wir auf den langen Strecken die Seite wechseln und müssen nicht immer in der Sonne sitzen. Außerdem habe ich genug Ablagefläche für die Foto- und Videoausrüstung.
Mit dem Bus fahren wir zum großen Palast - dem ehemaligen Wohnsitz der thailändischen Königsfamilie. Wir sind kurz vor 09:00 Uhr an der Anlage und der Besucheransturm hat noch nicht begonnen. Am Eingang erhält man einen Übersichtsplan mit der deutschen Beschreibung der verschieden Sektionen. Unser Reiseleiter erklärt uns die wichtigsten Gebäude und wir haben anschließend noch genug Zeit um die Anlage in Bild und Ton fest zuhalten.
Das Gelände hat eine Größe von 218.000 qm und ist von 4 Mauern mit einer Länge von 1,9 km umgeben. Der große Palast wurde 1782 nach der Thronbesteigung König Rama I erbaut.
Wir haben noch den richtigen Zeitpunkt genutzt und konnten in Ruhe fotografieren und man hatte nicht gleich hunderte von Personen auf dem Bild. Nach 10:00 Uhr wurde es dann schon etwas voller und lauter. Die Details der Verzierungen an den Gebäuden sind eine Augenweide und man kann sich kaum vorstellen wie groß der Aufwand für den Aufbau war.
Etwa 2 Stunden haben wir uns im großen Palast aufgehalten und dann sind weiter zum Wat Pho mit dem imposanten liegenden Buddha von 46m Länge. Der Wat Pho ist Thailands ältester und größter Tempel und wurde im 16. Jahrhundert gegründet. Unter Rama I. wurde er ab 1780 restauriert und erweitert. Rama III. ließ die Kapelle für den liegenden Buddha errichten und wandelte den Tempel in eine Bildungseinrichtung um. Heute ist der Wat Pho ein Zentrum der trationellen Medizin mit dem Schwerpunkt Massage. Mit etwas Glück konnte ich das Bild links mit dem menschenleeren Gang aufnehmen. Der Besucherandrang war auch hier beeindruckend. Nach dem Rundgang sind wir dann zu Fuß über den sehr enttäuschenden Blumenmarkt zum Fluss gelaufen. Sicher ist hier in der Saison etwas mehr los, aber ich habe hier Topfpflanzen, Orchideen und viele Schnittblumen erwartet. Leider gab es nur zum
großen Teil Früchte und Gewürze. Stände mit Blumen waren doch die Ausnahme. Mit entsprechenden Tempo sind wir durch die Stände gelaufen und haben den Fluss nach etwa 35 Minuten erreicht.
Wir fahren mit einem Schiff zu einem Restaurant am Fluss. So richtig lecker war hier das Essen aber nicht. Ständig legten Schiffe mit anderen Reisegruppen an und als wir fertig waren kamen Russen an den Nachbartisch. Wir sind froh das wir gehen können.
Zum Abschluss der Stadtrundfahrt besichtigen wir noch Chinatown. Interessant waren für mich nur die Angebote an Organismen welche man angeblich essen kann. Wir haben Hühner gesehen welche auch ohne Federn vollkommen schwarz sind. Andere Auslagen der Stände habe ich noch nie vorher gesehen. Verschiedene gegrillte Insekten aber auch leckere Sachen wurden zum Verzehr angeboten. Die anderen Verkaufsstände waren wieder wie für Touristen geschaffen und es gibt immer in der Reisgruppe jemand der etwas gebrauchen kann. Gegen 14:00 Uhr fahren wir zurück in das Hotel und machen erst einmal eine kleine Pause.
Am späten Nachmittag laufen wir wieder zum Baiyoke Tower II und beginnen dort unseren Einkaufsbummel. Wer gefälschte Markenwaren sucht ist hier an der richtigen Stelle. Im Vergleich zu den Angeboten im restlichen Urlaubsverlauf bekomme ich hier noch gute Qualität zu einem sehr niedrigen Preis. Auch auf der Strasse werden die ersten Stände aufgebaut und die Kundschaft lässt nicht lange auf sich warten. Im Black Canyon Coffee trinken wir erst einmal leckeren Eiskaffee und Cappuccino für wenig Geld. Heute ist Sonntag aber die Geschäfte haben fast alle bis 20:00 Uhr geöffnet. In den Shoppingcentern in der Nähe gibt es alles bunt durcheinander - Schuhe Bekleidung, Spielwaren, Schmuck, Uhren usw.. Einige Geschäfte haben schon zu, andere machen wieder auf. Die Strasse am Baiyoke Tower II ist nun auf voller Breite von Verkaufsständen belegt. Ich habe den Eindruck hier wird mehr Umsatz gemacht als in den klimatisierten Centern. Wir wehren uns gegen die aufdringlichen TukTuk-Fahrer und suchen uns ein Restaurant in der Nähe des Hotels. Unser Reiseleiter hatte uns die Nebenstrasse an einer Tankstelle empfohlen in der es gute Restaurants gibt. Für 384 Baht haben wir zu zweit gegessen und getrunken. Das sind etwas über 10,-€ mit Trinkgeld. Kurz vor Mitternacht ist dann auch für uns der Tag vorbei.
Heute geht es zeitig aus den Betten, denn wir wollen den Sigiriya besteigen. Die Fahrt mit dem Bus dauert etwas länger als erwartet und die Sonne steigt immer höher. Vom Busparkplatz laufen wir durch einen schön angelegten Park. Weil der Felsen für viele Touristen eine Pflichtveranstaltung ist, stehen hier die Bettler und Verkäufer Reihe an Reihe. Von allen Seiten wird man angesprochen und es wird versucht aus Allem Geld zu machen.
Unsere Reisegruppe ist an dem Felsen angekommen und der Aufstieg beginnt. Die Treppenstufen haben es ins sich und die Gruppe fällt schnell weit auseinander. Zu den Wolkenmädchen führt eine Wendeltreppe aus Stahl. Es ist bisher noch nicht gelungen die Wandmalereien dauerhaft zu restaurieren. Das Klima macht alle Bemühungen zu Nichte. Weiter geht es auf das mittlere Plateau und hier ist für die Meisten Endstation. Einige Einheimische haben hier eine Geldquelle aufgetan und verkaufen Getränke an Touristen. Die Preise sind noch abenteuerlicher als der jetzt folgende Aufstieg. Über verrostete Stufen geht es steil hinauf. Hat man aber das obere Plateau erreicht wird man mit einer sehr guten Rundumsicht belohnt. In einer Zisterne befindet sich immer noch ausreichend Wasser und Sicherheitskräfte halten die Touristen von einem Sprung in das kühle Nass ab. Der Wind weht kräftig und kühlt angenehm auf der Haut. 2 Arbeiter sind mit dem Ausbessern der Mauerreste beschäftigt. Jeder kann hier klettern wie er will und dabei werden Steine gelockert und die Mauern beschädigt. Der Abstieg geht zügig voran solange mir Niemand entgegen kommt. Es kommen mir Leute entgegen die sicher auf einen Schönheitswettbewerb wollen. Mit dem kleine Schwarzen und Absatzschuhen hat man hier einfach nichts verloren. Völlig durchgeschwitzt komme ich wieder auf dem Plateau an.
Nach einiger Zeit ist die Reisegruppe wieder unten und wir drängeln uns durch die Andenkenverkäufern, welche uns bis zum Bus verfolgen.
Wir fahren zum Mittagessen zurück in das Hotel und freuen uns auf die Dusche. Weiter geht die Rundfahrt nach Polonnaruwa. Wir müssen erst an einem Kassenhaus die Eintrittskarten kaufen und dann können wir erst zu den eigentlichen Besichtigungsstätten fahren. Buddhas und Tempel in Mengen, die Reste des Königspalastes und die 4 Buddhastatuen in Gal Vihara sind zu besichtigen. Immer sind freche Affen in der Nähe und fordern unsere Aufmerksamkeit. Wir erfahren viel über die Geschichte des Landes und unser Reiseleiter ist voll in seinem Element.
Zurück im Hotel bringt ein kräftiges Gewitter Abkühlung für die Nacht. Aber wie kommen wir jetzt in das Restaurant zum Abendessen? Wie gerufen bringen Hotelangestellte große Regenschirme zu den entfernten Bungalows. Diesen Service haben wir nicht erwartet.