Heute wollen wir die versunkene Mayastadt im Dschungel besuchen und uns den Wasserfall Misol Ha ansehen. In der Beschreibung der Rundreise waren die Wasserfälle Aqua Azul beschrieben aber aus Sicherheitsgründen weichen wir auf den Wasserfall Misol Ha aus. Es sollen schon mehrere Überfälle auf Touristen vorgekommen sein und die Reiseveranstalter haben deshalb den Reiseverlauf geändert.
Heute scheinen alle Reisegruppen gleichzeitig zu frühstücken und entsprechend chaotisch geht es hier zu. Am Buffet bildet sich eine lange Schlange und der Toaster kommt nicht nach. Solch ein Massenansturm kommt auch hier nicht so oft vor. Die Lage entspannt sich und heute müssen wir ja auch keine Koffer packen.
Für den heutigen Abend bietet uns Carlos eine Theatervorstellung an. Die Entwicklung der Menschheit aus der Sicht der Maya ist das Thema des bunten Spektakels was nur aufgeführt wird wenn mindestens 25 Zuschauer gebucht haben. Gegen ein kleines Trinkgeld würde sogar unser Bus den Transport übernehmen. So groß ist die Begeisterung in unserer Reisegruppe auch nicht aber Carlos reserviert schon mal einige Plätze.
Wir verlassen Palenque und fahren Richtung Hochland. Die Maya-Stadt liegt etwa in 150m Höhe umgeben von dichtem tropischen Regenwald. Mit dem Bus brauchen wir nur etwas mehr als eine halbe Stunde, aber wir sind lange nicht die Ersten auf dem großen Parkplatz. Es stehen schon einige Busse hier und die vielen Händler sind beim Aufbau ihrer Stände. Neben den üblichen Angeboten gibt es hier Lacandones Pfeile und Bogen in sehr guter Qualität. Die freigelegte Anlage ist sehr groß und wir werden uns hier etwas länger aufhalten. Ein großer Getränkevorrat ist heute Pflicht und wir wissen nicht ob es unterwegs noch Möglichkeiten gibt die Vorräte aufzufrischen.
Wunderschön sehen die Pyramiden mit dem Dschungel im Hintergrund aus. Heute gibt es auch endlich die Möglichkeit die Treppen einiger Bauwerke zu nutzen. Trotz der Hitze nutze ich jede Möglichkeit um die Ruinen nicht nur von unten zu sehen. Carlos kann uns zu jedem Bauwerk eine Unmenge an Informationen liefern und hat alle Hände voll zu tun um die Gruppe zusammen zuhalten. Die Einen wollen jeden Stein einzeln fotografieren und die Anderen warten bis keine Person mehr auf dem Bild ist. Einige Minuten vor dem ausgemachten Termin vermisse ich plötzlich meine Brille. Ich hatte sie auf einem Tempel zum Fotographieren auf einen Stein gelegt - aber auf welchem? Wir waren gerade an der Kreuzgruppe und ich hatte mir den Templo de la Cruz Foliada und den Templo de la Cruz angesehen. Also musste ich noch einmal auf beide Ruinen geklettern und hatte Glück das ich meine Brille unbeschadet wiedergefunden habe. Trotzdem war ich noch pünktlich und nicht der Letzte unser Gruppe. Das gibt morgen sicher Muskelkater. Wir haben uns noch einige Bauwerke in der Anlage angesehen und haben dann den Fußweg von der Nordgruppe zum unteren Eingang genommen. Es ist ein schöner Fußmarsch und es lohnt sich auch mal nicht nur auf den Weg zusehen. Kolibris, andere schöne Vögel und Affen kann man mit etwas Glück erspähen. Immer am Rio Otulum entlang geht es bergab. An der Strasse befindet sich das Museo de Sitio, ein Souveniershop sowie eine Cafeteria. Noch eine kleine Pause und dann fahren wir weiter zum Wasserfall Misol-Ha.
Am Parkplatz befindet sich ein sehr gutes Restaurant. Wir haben die Möglichkeit den Zeitplan für das Mittagessen und den Wasserfall nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Weil es im Restaurant noch leer ist wollen wir erst essen und dann die verbleibende Zeit am Wasserfall verbringen. Die Zubereitung dauert etwas länger aber dafür ist das Essen vorzüglich. Bis zum Wasserfall sind es noch einige Minuten zu laufen. Das Wasser fällt etwa 40m in die Tiefe und man hat die Möglichkeit hinter dem Wasservorhang entlang zugehen. Die Wege sind sehr nass und rutschig und trotzdem sind einige Leute mit Sandalen unterwegs. Mit ordentlichen Schuhen ist es aber kein Problem einmal hinter einem Wasserfall zu stehen. Wir befinden uns noch in der Trockenzeit und deshalb ist die Wassermenge nicht sehr groß. Das Wasser kommt auch aus diversen Felsspalten, tropft von der Felswand und ich muss aufpassen das kein Wasser auf die Kameras tropft. Hinter der Wasserwand gibt es aber auch nicht so feuchte Plätze und man kann fotografieren und filmen. Es besteht auch die Möglichkeit in dem See zu baden, aber wer läßt schon gern seine sieben Sachen unbeaufsichtigt auf den Steinen liegen? Unsere Zeiteinteilung war richtig weil wir uns jetzt bis zur Weiterfahrt am Wasser aufhalten können. Im Restaurant herrscht jetzt Hochbetrieb, die Gäste warten sehr lange auf ihre Speisen und dadurch müssen sich einige unserer Gruppe mit dem Essen beeilen.
Zum Abschluß des heutigen Tages besuchen wir noch eine Gummibaumplantage. Unser Reiseleiter hat uns diesen Vorschlag gemacht und fast alle kommen mit. Wir bekommen die verschiedenen Baumarten erklärt und auch die Verarbeitung der Gummimilch wird sehr gut vorgeführt. Auf dem Gelände wachsen auch verschieden Gewürz- und Obstgehölze. Kaffee, Kakao, Mango und viele andere Bäume werden uns gezeigt. Sehenswert sind auch die Anpflanzungen und Volieren auf dem Gelände der Plantage. Anschließend gibt es noch eine Verkostung von Kaffee und Kakao. Auch bei diesen hohen Temperaturen schmeckt der heiße Trunk sehr gut. Nach etwa einer Stunde fahren wir zurück in unser Hotel nach Palenque.
Mit Lucky, einem Guide vom Strand, machen wir heute eine Tagestour nach Kandy. Mit einem anderen Paar aus dem Hotel geht es zeitig los. Wir haben uns Lunchpakete bestellt und auch das klappt hier. In dem Kleinbus ist ausreichend Platz außerdem ist er technisch in Ordnung. Der Fahrer entscheidet sich für die Route bei der wir Colombo weiträumig umfahren. Es sind nur wenige Leute unterwegs und in den meisten Häusern brennt noch kein Licht. An einer Plantage mit Gummibäumen machen wir den ersten Halt. Es ist 6:45 Uhr und noch dunkel. Trotzdem ist eine ältere Frau schon bei der Arbeit und erntet den Gummisaft des letzten Tages. Die Bäume werden neu angeschnitten und die Gefäße für den Saft angehängt. Das Messer hat eine spezielle Form und hinterlässt in der Rinde des Baumes eine tiefe Rinne. Einige nutzen die Pause für eine Zigarette, aber wir sind ja stolze Nichtraucher.
Nur 20 Minuten später besuchen wir einen Ziegelmacher. Man kann sich nicht vorstellen mit welchen Mitteln dieser Mann Steine für den Hausbau herstellt. Die Preise sind durch industrielle Fertigung so stark gesunken das er täglich über 2000 Steine komplett fertigen muss. Das heißt formen, trocknen lassen, brennen und verkaufen. Die Zuschlagstoffe werden auch noch von Hand gemischt. Ein Regenguss zur falschen Zeit und die Arbeit von Tagen ist nur noch ein Berg Schlamm. Deshalb ist immer ein Teil der Reihen mit Planen abgedeckt. Im Hintergrund des Bildes sieht man das Wohnhaus der jungen Familie.
Unsere Begleiter haben das Elefantenwaisenhaus noch nicht gesehen und deshalb machen wir nun dort noch einen Zwischenhalt. Gegen 09:30 Uhr sind war angekommen und haben so die Möglichkeit die Herde bei ihrem Marsch zum Wasser zu sehen. Die Fütterung der Jungtiere ist gerade Besuchermagnet und anschließend werden fast alle Elefanten zum Fluss gebracht. Eine Sirene ertönt und die Riesen setzen sich in Bewegung. Ein großer Bulle ist in der Mast und wird deshalb von der Herde fern gehalten. Trotzdem werden jetzt die Elefantenkühe an seinem Rüssel vorbei getrieben und wir hoffen das die Ketten halten. Nach den letzten Tieren trotten auch die Touristen hinterher. An beiden Seiten der Straße sind einige Geschäfte und die Verkäufer werben um neue Kunden, aber die wollen erst mal hinter den Elefanten her. Wir beobachten das Treiben noch einige Minuten und fahren dann weiter.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Gewürzgarten zeigt uns Lucky die Vielfalt der Bananen. An einem großen Stand direkt an der Straße gibt es alle Bananensorten die auf Sri Lanka wachsen. Hier wird direkt von der Staude verkauft und die Preise sollen auf normalen Niveau sein. Die teuerste Banane kostet hier einen Euro pro Stück. Das sind keine Extrapreise für Touristen sondern zeigt wie selten diese Sorte Früchte trägt, außerdem sind diese Bananen über 30cm lang und wachsen an der Staude nach oben gebogen. Wir entscheiden uns für die roten Sorten und wollen nun zu der Teefabrik die wir schon vor 2 Jahren besucht haben.
Die Preise sind mit neuen Zetteln überklebt aber der Tee ist nicht teurer geworden. Vor 2 Jahren haben wir noch 750,- Rs bezahlt und diesmal kostet das Kilo nur 500,- Rs. Wir trinken eine Tasse, nehmen natürlich auch Tee mit und jetzt wollen wir endlich zum Botanischen Garten.
Die Orchideen in den Gewächshäusern stehen wieder in voller Blüte und ich möchte am liebsten alle fotografieren. Der Park hat sich nicht sehr viel verändert und wir kennen uns hier schon sehr gut aus. Der Führer unserer Gruppe hatte es sehr eilig und wollte den Park im Schnelldurchlauf erklären aber wir haben ihn rennen lassen. Wer sich für die Natur des Landes interessiert muss für den Botanischen Garten schon einige Stunden einplanen. Die Führungen sind interessant, leider wollte unser Führer nur schnell zum Ausgang um Trinkgeld zu kassieren und so viele Gruppen wie möglich durch den Park zu scheuchen. Ich nutze jede Gelegenheit um schöne Fotos zu speichern und möchte natürlich auch ein Panoramafoto machen. Am Ausgang warten wieder die vielen Souvenirverkäufer mit Gewürzen, Samentüten und vielen mehr. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Zwischenhalt an einer Ananasplantage. Wir dürfen uns die Früchte direkt auf dem Feld aussuchen. Die Besitzer erklären uns wie die Pflanzen aus Stecklingen gezogen werden und zeigen die unterschiedlichen Wuchsstadien bis zur tragenden Pflanze. Die Ananasfrucht wird fachmännisch mit einem riesigen Messer geschält und zerlegt. Es war die beste Ananas welche ich bisher gegessen habe. Am späten Abend sind wir wieder in unserem Hotel angekommen.