23.03.2012

unser RundreisebusAegypten 2012 Karnak Tempel 002Obwohl wir eigentlich bis um 8:00 Uhr schlafen können, bin ich schon um 7:00 Uhr wach. An den Anlegestellen der großen Städte werden die Schiffe extern mit Strom versorgt. Deshalb ist es auch heute auf dem Schiff sehr ruhig.
Das Frühstücksbuffet auf dem Schiff ist leider nur Mittelmaß. Bei voller Belegung ist das Angebot sicher etwas üppiger. Um 9:00 Uhr treffen sich die Reisegruppen zur Abfahrt zum Karnaktempel. Mit dem Bus dauert die Fahrt nur einige Minuten. Unsere Reiseleiterin Carmen nutzt die Gelegenheit, um sich vorzustellen. Sie lebt schon einige Jahre in Ägypten und betreut die deutschen Touristen vorrangig in der kalten Jahreszeit. In den Sommermonaten setzen sich die Reisegruppen hauptsächlich aus sehr jungen und sehr alten Gästen zusammen. Die Mischung der beiden Altersgruppen und die hohen Temperaturen bringen jeden Reiseleiter an den Rand der Verzweiflung. An den wichtigsten Stellen des Tempels bringt uns Carmen die ägyptische Geschichte etwas näher.Aegypten 2012 Karnak Tempel 003 Ich versuche gar nicht erst, an dieser Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 020Stelle auch nur einen Teil des Gesagten wiederzugeben. Unsere Reiseleiterin hat Ägyptologie studiert und musste zahlreiche Prüfungen bestehen, bevor sie für diesen Job zugelassen wurde. Deshalb beschränke ich mich in meinem Reisebericht auf Begebenheiten, welche nicht in jedem Reiseführer stehen und die ich selbst erlebt habe. Der Karnaktempel ist einer der größten und schönsten Tempel, die wir auf der Kreuzfahrt besichtigt haben. Carmen bekleidet uns bis ans andere Ende des Tempels und gibt es genügend Zeit zum Fotografieren und Filmen. Als Treffpunkt wurde der Eingang des Tempels um 11:30 Uhr festgelegt. Die Temperaturen um die Mittagszeit betragen in Luxor 26 °C. Obwohl wir uns in der Nähe des Nils befinden, ist die Luft schon sehr trocken.
Nach der Rückkehr zum Schiff haben wir noch etwa 1 Stunde Zeit, bis es dann ab 13:00 Uhr Mittagessen gibt. Der Motor läuft schon und fast unbemerkt setzt sich das Schiff in Bewegung. Unser heutiges Etappenziel ist der Hafen von Edfu. Die Entfernung zwischen Luxor und Edfu beträgt 105 km. Die genaue Fahrtzeit kann im Voraus niemand sagen. Es kann sein das wir längere Zeit vor den Schleusen von Edfu warten müssen. 450 Schiffe für Nil-Kreuzfahrten gibt es, aber wegen der Unruhen sind nur etwa 50 Schiffe gebucht. Die Auslastung soll dabei bei anderen Schiffen ähnlich sein wie auf unserem. So kann man sich vorstellen, welche katastrophale Entwicklung der Tourismus in Ägypten genommen hat.Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 018
Nach dem Essen machen wir uns es wieder auf dem Oberdeck bequem und genießen die vorbeiziehende Landschaft. Der fruchtbare Streifen rechts und links des Nils ist viel schmaler als ich es mir vorgestellt hatte. Schon nach wenigen 100 m gibt es nur noch Sand und Steine. Bewirtschaftete Felder, Kanäle und Plantagen wechseln sich ab. An den Ufern sieht man immer wieder Bewässerungspumpen, welche das Wasser auf die Felder transportieren. Das Knattern der Motoren ist weit zu hören. Wie leicht so eine Pumpe zu transportieren ist, habe ich mit der Kamera eingefangen.
Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 030Die vielen Fischerboote zeigen, dass man auch von der Fischerei leben kann oder muss. Die Arten des Fischfangs sind dabei sehr vielfältig. Besonders fallen mir die verschiedenen Arten auf, mit denen die Fischer die Fische in das Netz treiben. Hier beweisen die Ägypter großen Einfallsreichtum.
Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 040Viele Menschen in Ägypten haben aber lange Zeit sehr gut vom Tourismus gelebt. Der Rückgang der Besucher auf wenige Prozent macht den Einheimischen sehr zu schaffen. Auf dem Nil macht sich eine Unsitte breit, sich an die großen Schiffe zu hängen und auf diese Art und Weise den Touristen etwas zu verkaufen. Die Besatzungen der Kreuzfahrtschiffe sehen sich das Treiben eine kurze Zeit an und versuchen dann das Beiboot loszuwerden. Wir konnten kurz vor der Schleuse Edfu beobachten, wie sich die Piraten dagegen gewehrt haben. Als die Besatzung das Seil durchschneiden wollte, wurde mit dem Einschlagen einer Kabinenscheibe gedroht. Die beiden Handtuchverkäufer hatten immer wieder zielsicher ihrer Waren auf das Deck des Schiffes geworfen. Zu deren Ärgernis interessierte sich niemand für die Ware. Erst als die Besatzung die Handtücher eingesammelt und wieder zurückgegeben hat, konnten sie das Seil entfernen.
Die Reiseleitung möchte heute schon alle fakultativen Ausflüge fest machen. Neben der Tagestour nach Abu Simpel wollen wir noch die Stadtrundfahrt Luxor buchen. Bei dieser Gelegenheit wird auch gleich das pauschale Trinkgeld in Rechnung gestellt. Alles zusammen macht das 2255,- EGP bei einem Tauschkurs von 1€ : 7,94 EGP. Das System scheint zu funktionieren, indem man günstige Reisen anbietet und den Touristen auf andere Art und Weise das Geld aus der Tasche zieht. Wer sich weiteren Trinkgeldgaben verweigert, wird es bald zu spüren bekommen. Die Kommunikation in dieser Hinsicht scheint zu funktionieren.
Der Programmablauf scheint bei vielen Nil-Kreuzfahrten in etwa der Gleiche zu sein. Deshalb sind auch jetzt zur gleichen Zeit viele Schiffe am gleichen Ort und versuchen als Erster an der Schleuse zu sein. Wir haben den Eindruck, dass sich die Schiffe ein Wettrennen liefern. Dabei hat unser kleines Schiff nicht die schlechtesten Karten und kann einige der großen Kreuzfahrtschiffe überholen. An der Schleuse müssen wir nur einige Minuten warten und hinter uns stehen die Anderen in der Warteschleife.
Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 047An der Schleuse sind die Verkäufer mit den Touristen auf den Oberdecks in Augenhöhe und deshalb hier in großer Zahl anzutreffen. Mit lauter Stimme versuchen sie sich, gegenseitig zu übertrumpfen. Wir haben das Glück, das sie dem Schiff vor uns in der Schleuse eine größere Kaufkraft zutrauen. Erst als sich die Schleusenstore öffnen, wird unser Schiff für Sie interessant.
Schnell wird es dunkel und wir bereiten uns auf das Abendessen vor. Hier werden die Schiffe nicht extern mit Strom versorgt, sondern Sie müssen den Strom mit Generatoren selber erzeugen. Die Dieselaggregate machen sehr viel Lärm und Gestank. An den Anlegestellen liegen die Schiffe nicht nur hintereinander, sondern auch nebeneinander. Es kann also passieren, dass man durch mehrere Schiffe laufen muss, wenn man an Land will.
Der Wind steht günstig und wir genießen die kühle Brise am Oberdeck.
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