29.05. – 05.06.2014

Einige Tage auf der Blumeninsel Madeira

Madeira 2014 - Hotel Four Views OasisWir haben schon viel von Madeira gehört und Reportagen gesehen. Jetzt wollen wir uns persönlich davon überzeugen ob es dort wirklich so schön ist. Ende Mai ist es dann soweit. Über den Reiseveranstalter Olimar haben wir die Rundreise „Perle im atlantischen Ozean“ gebucht. Mit Air Berlin fliegen wir direkt von Leipzig noch Funchal. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten soll die Landung auf Madeira nicht so einfach sein. Auch unser Flugzeug hat mit den unterschiedlichen Winden sehr große Mühe auf Kurs zu bleiben. Madeira 2014 - Pico do ArieiroDie Maschine winkt mit den Flügeln, so das man abwechselnd das Wasser und die Wolken sieht. Da ist es gleich ruhig im Flugzeug. Kurz vor der Landebahn beruhigt sich die Lage und wir setzen sicher auf. Diesen Landeanflug werde ich so schnell nicht vergessen.
Für die Rundreise hat der Veranstalter mehrere Hotels im Angebot. Mit dem Bus wird man dann nach und nach von den Hotels abgeholt. Von Mitte April bis Mitte Juni ist die Hauptreisezeit auf Madeira. Entsprechend groß ist unsere Gruppe und der Bus. An den fünf Wandertagen besuchen wir jeweils einen anderen Teil der Insel. Ein weiterer Tag steht uns zur freien Verfügung.
Madeira 2014 - LevadawanderungDas Klima ist zum Wandern natürlich ideal. Es gibt keine kalten und keine heißen Tage. Dafür kann es aber immer mal wieder regnen. Mit Fördermitteln der Europäischen Union wurden auf Madeira moderne Straßen gebaut und dafür hunderte Tunnel durch die Berge gebohrt. Durch das Straßennetz ist es nun aber möglich, an einem Tag die Insel komplett zu umrunden. Madeira besteht eigentlich nur aus Bergen. Große ebene Flächen gibt es nur im Hochland. Madeira 2014 - Machico - Levadawanderung - 25Und trotzdem macht das Wandern auf Madeira sehr viel Spaß. Zur Wasserversorgung der Insel wurden viele Kilometer kleine Kanäle an den Hängen entlang gebaut. Von den Wasserspeichern im Hochland fließt das Wasser mit geringem Gefälle in alle Himmelsrichtungen. Systematisch werden damit alle Felder auf der Insel mit Wasser versorgt. An diesen Levadas führen Wanderwege immer am Hang entlang und machen Madeira zum Wanderparadies für Alt und Jung. Die Wanderergruppen werden zu den Ausgangspunkten gefahren und dann geht es immer am Wasser entlang auf fast konstanter Höhe. Die Landwirtschaft war früher weit verbreitet und die Felder wurden von einer Generation auf die nächste übertragen. Jetzt sieht man schon die ersten Flächen brach liegen und die junge Generation wandert auf das Festland aus.
Große zusammenhängende Ackerflächen sieht man auf Madeira selten. Diese werden dann zum Anbau von Bananen und Wein genutzt. Der Weinanbau hat eine lange Tradition und Madeira-Wein wird überall auf der Insel angeboten. Auffallend ist der hohe Alkoholgehalt, den man durch das versetzen mit Weinbrand erreicht. Madeira 2014 - Funchal - Markthalle - 07Die Preise schwanken dabei genauso wie die Qualität. Die angebauten Bananen werden fast komplett auf das Festland exportiert. Einen sehr guten Überblick der angebauten Blumen und Früchte bekommt man auf dem Wochenmarkt in Funchal. Madeira 2014 - Monte - Botanischer Garten - 15Diese Markthalle sollte man sich nicht entgehen lassen. Neben Obst und Gemüse gibt es noch eine Fischhalle und natürlich Blumen und Pflanzen in reichlicher Auswahl. Das Preisniveau ist sehr niedrig und macht einen die Kaufentscheidung leicht. Man sollte jedoch beachten, dass hier auch Blumenzwiebeln und Knollen angeboten werden, welche ursprünglich von der Südhalbkugel stammen. Diese haben bei uns im Sommer ihre Ruhezeit und blühen und treiben im Winter. Der Frangipani hat geblüt und sich anschließend schön verzweigt. Die beiden Strelizien haben sich gut entwickelt und bilden die ersten Blüten aus.
Madeira 2014 - Monte - tropischer Garten - 10Wenn man einmal auf der Insel Madeira ist, sollte man sich auch dem botanischen Garten und auch den frei zugänglichen privaten tropischen Garten in Monte ansehen. Wir haben das Glück, dass beide Gärten im Rahmen der Rundreise besucht wurden. Nach dem geführten Rundgang haben wir noch einmal genügend Zeit um uns spezielle Sachen anzusehen.
Wir hätten auch nicht gedacht, dass auf jeder Seite der Insel eine andere Vegetation anzutreffen ist. Lorbeerwälder, Rhododendron und Eukalyptus kommen nicht auf der gesamten Insel vor. Damit hat man auch auf dieser kleinen Insel sehr viel Abwechslung. Unser Hotel befindet sich auf Meereshöhe und der höchste Punkt den wir angefahren haben, liegt auf 1818 m.
Wenn man immer unterwegs ist, vergeht die Zeit wie im Fluge. Schon ist die Woche wieder vorbei. Man muss die Zeit schon intensiv nutzen um in einer Woche so viel wie möglich von Madeira zu sehen. Außerhalb der Hauptblütezeit gibt es aber auch auf Madeira nicht viele Blumen.

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